Ökumenische Seniorenkantorei Berlin


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Berichte 2011   (Seitenanfang)

 

6. Januar 2011, Fest der Erscheinung des Herrn in St. Dominicus

Am 6. Januar 2011 gestalteten wir musikalisch den Festgottesdienst in der St. Dominicus-Kirche in der Gropiusstadt.
Mit uns musizierten die Solisten Niniane Rheinfurth (Sopran), Dörte Haring (Alt), Kai Roterberg (Tenor), Tobias Hammer (Bass) und ein Instrumentalensemble unter der Leitung von Michael Witt, an der Orgel Herr Wünschel.
Zum Eingang erklang "Sieh, dein Licht will kommen, stehe auf du Stadt des Herrn, über dir erstrahlt der Stern ... werde licht, Jerusalem, Christus ist erschienen" im Satz von Michael Witt, ein Lied, das schon auf das Predigtthema einstimmte. Das Ordinarium war die "Missa brevis" von W.A. Mozart in G-Dur (KV 140), eine festlich-fröhliche Komposition.
Zur Gabenbenbereitung sangen wir im Wechsel mit der Gemeinde "Hört, es singt und klingt mit Schalle" im Satz von Michael Praetorius.
Den Kommuniongang begleitete die Kirchensonate von W.A. Mozart KV 274.
Das Schlusslied war "O du fröhliche" im Satz von Michael Witt. Aber das war noch nicht der letzte Gesang in diesem schönen Gottesdienst. Herr Wünschel improvisierte zum Ausgang eine Vielzahl von Weihnachtsliedern und spielte sie so, dass sich viele veranlasst fühlten, aus vollem Herzen mitzusingen. Es war ein gelungener schöner Ausklang.
Die Gemeinde bedankte sich mit anhaltendem Beifall bei uns.
Wieder einmal haben wir mit Freude diese Gemeinde mit ihrem Pfarrer Tippelt erlebt, die Wärme, Lebendigkeit und zukunftsweisende Verantwortlichkeit ausstrahlt. Bei der Anfahrt zur Kirche sieht man schon den leuchtenden Stern über dem Kirchendach. Und der Stern, Sinnbild der Hoffnung, Weg zur Ewigkeit, der uns mit Gott verbindet, war dann auch das Predigtthema, Einer Gemeinde, die ihre Energie durch die von der Sonne erzeugten Strom bezieht, zeigt schon dadurch, dass sie den Auftrag aus der Schöpfungsgeschichte ernst nimmt: 'Ich vertraue euch alles an, was lebt: Fisch, Vögel und die übrigen Tiere, den Wald mit allen Bäumen, die Blumen und übrigen Pflanzen. geht sorgsam mit ihnen um.'

13. Februar 2011, Gottesdienst in St. Bonifatius

Am 13. Februar gestalteten wir unter Mitwirkung eines kleinen Instrumentalistenensembles den festlichen Gottesdienst in der St. Bonifatius-Kirche in Kreuzberg unter der Leitung von Michael Witt, an der Orgel Günter Klotz. Das Eingangslied - im Wechsel mit der Gemeinde - war "Wohl denen, die da wandeln" im Satz von Heinrich Schütz.
Als Ordinarium sangen wir die Messe "Dixit Maria" von Hans Leo Hassler (1564-1612), eine schlichte Komposition, die den Ansprüchen des Trienter Konzils voll entsprach.
Hassler war Schüler von Leonhard Lechner und Andrea Gabrieli. 1585 wurde er in Augsburg Kammerorganist und Organist an St. Moritz, 1595 wurde er von Kaiser Rudolf II. in den Adelsstand erhoben, eine Ehrung, die nur wenigen Komponisten zuteil wurde.
Zum Offertorium erklang "Herr, auf dich traue ich" von Heinrich Schütz und als Danklied nach der Kommunion "O wunderbare Speise" im Satz von Heinrich Isaac.
Der Gottesdienst in St. Bonifatius knüpfte an eine alte kirchliche Tradition an, nämlich an den kommenden Valentinstag, der früher in einigen Ländern als Tag der Liebenden gefeiert wurde. Der Ursprung des Feiertages besteht darin, dass am 14. Februar in manchen Kirchen die 'Ankunft Jesu als himmlischer Bräutigam, zur Himmlischen Hochzeit' gefeiert wurde.
Diesem Gedanken folgend wurden am Sonntag alle, die sich als Liebende fühlen, besonders gesegnet. Dazu passten die folgenden Kompositionen "Da pacem Domine" im Kanon (Satz: Melchior Franck) und "Jesu bleibet meine Freude" von J.S. Bach (an der Orgel M. Witt).
Der dankende Applaus der Gemeinde für die musikalische Gestaltung hat uns doch gefreut, obwohl wir nicht ganz zufrieden sein konnten; es gab einen peinlichen Patzer. Es wäre schön, in dieser lebhaften Gemeinde noch mal bei sommerlichen Temperaturen singen zu können.

Gottesdienst in der St. Marien-Kirche, Berlin-Mitte

Am 20. März gestaltete die Ökumenische Seniorenkantorei den Gottesdienst in der St. Marien-Kirche in Berlin-Mitte unter der Leitung von Michael Witt, an der Orgel Christian Schlicke.
Das Eingangslied "All Morgen ist ganz frisch" sangen wir im Wechsel mit der Gemeinde im Satz von M. Witt. Es folgte die Motette von Heinrich Schütz "Herr, auf Dich traue ich" und das "Kyrie" aus der "Missa simplex" (2010) von Hans Haselböck.
Das Wochenlied "Wenn wir in höchsten Nöten" im Bachschen Satz führte das Predigtthema ein, die schrecklichen Katastrophen der Gegenwart, wo man nur noch Gott um Hilfe und Barmherzigkeit bitten kann und abschließend nur sagt: "Ich steh vor Dir mit leeren Händen" (Satz: Jan Vermulst). Als Segensgebet für Andrea Kuhla, die als Vikarin an diesem Tag eingeführt wurde, stimmte die Gemeinde - im Wechsel mit dem Chor (Satz: J.S. Bach) - "O Heilger Geist kehr bei uns ein" an. Nach dem "Agnus Dei" aus dem Ordinarium von H. Haselböck begleitete die Schütz-Kantate: "Das ist je gewißlich wahr" das Abendmahl.
Zum Ausklang spielte Ch. Schlicke eine Komposition aus dem Bachschen Umfeld.
Es war ein - trotz Fastenzeit - festlicher Gottesdienst, der lang entbehrte Sonnenschein durchflutete die wunderschöne schlichte und doch so ergreifende Architektur der Kirche ebenso wie die dazu passende Musik.

Ostern 2011 in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche

Der feierliche Ostersonntagsgottesdienst wurde musikalisch von der Ökumenischen Seniorenkantorei gestaltet. Mozarts Orgelmesse KV 259 erklang mit den Solisten Katherina Müller (Sopran), Judith Utke (Alt), Niels Badenhop (Tenor) und Tobias Hammer (Bass) und dem hochkarätig besetzten Collegium Musicum unter der Leitung von Michael Witt, an der Orgel Wolfgang Seifen.

Osterlieder wurden im Wechsel mit der Gemeinde gesungen. Die Austeilung des Abendmahls begleitete Mozarts Kirchensonate KV 278 mit nachfolgendem Orgelspiel im Mozart-Stil. Der jubelnde Abschluss war Mozarts "Regina coeli", KV 276. Danach konnte man noch der wunderbaren Orgelimprovisation des Organisten lauschen.

Der mehrfache Beifall der Gemeinde in der gut besuchten Kirche für alle musikalisch Beteiligten hat auch uns erfreut.

Ostermontag dann fand abends eine Chor- und Orgelvesper statt. Die Solisten waren Susanne Hammer (Sopren) und Rudolf Schmitz (Tenor). Die Violinen spielten Ansgard Strugies und Monika Peter. 12 Osterlieder erklangen in Sätzen von Melchior Vulpius, Johann Sebastian Bach, Manfred Heinig, Johann Crüger, Johann Georg Ebeling, Michael Prätorius und Johanna Schell - solistisch unterbrochen und dann wieder den Chorgesang untermalend durch Orgelimprovisationen von Wolfgang Seifen. Gregorianik - die Ostersequenz "Victimae paschalis laudes" und das Osteralleluja, Barock und Kompositionen aus dem 20. und 21. Jahrhundert verbanden sich zu einem feierlich österlichen Lob- und Jubelklang. Bei einigen Liedern war die Gemeinde eingeladen, mitzusingen.

Zum Abschluss erklang eine Orgelfantasie über das Osteralleluja mit gesungenem Choral.

Festliche Orgelklänge beendeten die Vesper, ein wahrhaft österliches musikalisches Erlebnis, wie man es selten zu hören bekommt.
Dank sei allen Mitwirkenden und der Gemeinde ausgesprochen, die das ermöglicht haben.

4. Sonntag nach Ostern in der St. Hedwigs-Kathedrale

Am 4. Sonntag der Osterzeit, traditionsgemäß 'Sonntag vom Guten Hirten' genannt, gestalteten wir in der St. Hedwigs-Kathedrale mit einem kleinen Bläserensemble das Hochamt mit der "Missa Dixit Maria" von Hans Leo Hassler (1564-1612), Continuo und Leitung Michael Witt, den Gemeindegesang begleitete Thomas Sauer.
Das Eingangslied "Nun jauchzt dem Herren alle Welt" erklang im Wechsel mit der Gemeinde im Satz von Michael Witt, ebenso zum Credo "Wir glauben Gott im höchsten Thron" im Satz von Christian Lahusen. Zum Offertorium sang der Chor eine Vertonung des 23. Psalms von Heinrich Schütz "Der Herr ist mein getreuer Hirt", nach der Kommunion mit der Gemeinde "Christus ist auferstanden" im Satz von Johanna Schell. Der chorische Abschluss war das "Regina coeli" von Gregor Aichinger (1564-1628).
Thomas Sauer beendete das festliche Hochamt mit Marcel Dupré, Präludium und Fuge H-Dur, op. 7/1.
Es war ein anspruchsvolles harmonisches Programm, sich dem Motto 'Sonntag vom Guten Hirten' musikalisch voll anpassend. Die Gemeinde bedankte sich mit freudigem Applaus - ein schöner Ausklang.
Anschließend konnte man sich an dem schönen sonnigen Maientag noch beim 'Treff nach Elf' bei Kaffee oder Saft plaudernd austauschen, Rückschau halten, sich an positiven Reaktionen erfreuen, insgesamt ein gelungener Sonntagsgottesdienst.

Christi Himmelfahrt in St. Matthäus

Zum Hochfest Christi Himmelfahrt wurde der hora-Gottesdienst von der Ökumenischen Seniorenkantorei zusammen mit einem Bläserquartett musikalisch gestaltet, die Gesamtleitung hatte Michael Witt, an der Orgel Lothar Knappe.
Das Ordinarium war die "Missa dominicalis" von Wolfgang Menschick (1937-2010).
Zu Beginn erklang "Omnes gentes plaudite" von Philipp Dulicius (1562-1631).
Im Wechsel mit der Gemeinde sang der Chor "Gen Himmel aufgefahren ist" im Satz von Melchior Franck; "Wir danken dir, Herr Jesu Christ" im Satz von Johann Sebastian Bach; "Wir glauben Gott im höchsten Thron" im Satz von Christian Lahusen; "Christus herrscht als König" im Satz von Michael Witt und "Ihr werdet dir Kraft des Heiligen Geistes empfangen" im Satz von Paul Ernst Ruppert.
Aus den "Vier geistlichen Festgesängen" von Petr Eben (1929-2007) schloss sich "Halleluja, sei gepriesen" an die Predigt an. Orgelspiel. Das Adagio Nr. VI aus Petr Ebens "Momento d'organo" begleitete die Austeilung des Abendmahls. Den Abschluss bildete "Alles, was atmet, lobe den Herrn", ebenfalls von Petr Eben.
Es war ein schöner, durch die kraftvolle Musik feierlicher Himmelfahrtsgottesdienst.
Pfarrer Heinz-Hermann Wittrowsky dankte uns mit bewegenden Worten und lud zu einem 'Da capo' ein, eine Einladung, der wir gern Folge leisten werden, denn es ist wirklich eine Freude, in dieser so schlichten, lichtdurchfluteten Kirche zum Lobe Gottes zu singen.

Pfingsten in Kloster Neuzelle

Am Pfingstsonntag war in Neuzelle eine Rundfunkübertragung des Gottesdienstes angesagt.
Nun Pfingsten und Neuzelle, das war bei uns schon Tradition, aber immer Pfingstmontag, da sonntags einige Mitglieder der Seniorenkantorei noch in anderen Chören mitsingen, wo dann der Sonntag angesagt ist. Aber dieses Jahr machten wir alle eine Ausnahme, nicht nur, um bei der Rundfunkübertragung dabei zu sein. Nein, es gab noch einen anderen, tieferen Grund.
Unser Chorleiter, Michael Witt, hatte uns schon im Herbst des Vorjahres erzählt, dass er sich im Kloster Neuzelle um die Räumlichkeiten hinter der Orgelempore kümmerte und in einem großen alten Schrank auf handschriftliche Noten aus dem Ende des 18. Jhdts. gestoßen war. Beim Sichten des Vorgefundenen fiel dabei eine Messkomposition eines unbekannten Komponisten Josephus Leiffer.
Sorgfältige Recherchen - Google zeigte sich unergiebig - machten es möglich, den uns bisher Unbekannten seiner Anonymität zu entreißen. Joseph Leiffer stammte aus Schlesien, wurde 1712/13 in Sagan geboren und trat 1732 ins Kloster Neuzelle ein, wo er vom Subkantor zum Kantor aufstieg. Er starb dort 1764 als Subprior. Diese Messe nach ca. 250jährigem Schweigen wieder in Neuzelle zum Erklingen zu bringen, das war unser aller Anliegen.
Es ist eine frühklassische Komposition, die an den jungen Mozart erinnert, heiter, fröhlich, beschwingt, besetzt mit Solisten, Chor, Streichern und Basso continuo. Wir hatten das Glück, im 'Ensemble für Alte Musik' die entsprechenden Spezialisten mit alten Instrumenten zur Mitarbeit gewinnen zu können. An der Prozessionsorgel spielte Wolfgang Flügel. Als Solisten standen Christine Wolff (Sopran), Dörthe Haring (Alt), Kai Rotherberg (Tenor) und Georg Witt (Bass) zur Verfügung. Die Gesamtleitung hatte Michael Witt.
Das Eingangslied war "Komm, Schöpfer Geist", dann als Ordinarium die "Missa ex G" von Josephus Leiffer.
Im Wechsel von Schola und Gemeinde sangen wir die gregorianische Pfingssequenz "Veni Sancte Spiritus". Zur Gabenbereitung erklang der "Hymnus de Sancte Spiritu" von Amorcelli, dessen Komposition ebenfalls in dem Notenbestand von Neuzelle gefunden wurde, Zu seiner Person ist nichts weiter bekannt, außer dass in Krakow noch eine Komposition unter seinem Namen aufbewahrt wird. Aus Zeitgründen (Rundfunkübertragungen müssen mit der Stoppuhr gemessen werden, damit der Zeitrahmen im Sender eingehalten werden kann) begleitete das "Benedictus" den Kommuniongang. "Der Geist des Herrn erfüllt das All" war das Abschlusslied gefolgt von pfingstlichen Orgelklängen, die Wolfgang Flügel auf der großen Orgel, gebaut von Wilhelm Sauer, musizierte.
Pfingsten 2011, das werden wir wohl alle nicht vergessen, angefangen von dem prickelnden Gefühl, wie wird diese Messe, nie vorher gehört, klingen? Können wir das, was wir erarbeitet haben, so minutiös terminiert, rüberbringen? Der Heilige Geist hat wohl geholfen. Wie ich von Hörern in Neuzelle als auch von Rundfunkhörern erfuhr, war es ein gelungenes Unterfangen. Dank sei wieder einmal Pfarrer Florian gesagt, der uns ganz herzlich empfing und sich nach vollbrachter Tat wortreich und tatkräftig mit Grillwürstchen und erfrischenden Getränken bei uns bedankte.

Saisonabschluss

Das Saisonende gestaltete sich noch einmal arbeitsreicher als geplant. Da die Sommerferien schon am 28.6. begannen, konnte der Schulchor, der zur Seniorenwallfahrt singen sollte, nicht zum Einsatz kommen, und wir wurden gebeten, einzuspringen. Es gelang uns, genügend Sängerinnen und Sänger zu mobilisieren, so dass wir am Fest 'Peter und Paul' den Gottesdienst in Alt-Buchhorst gestalten konnten. Unter der Leitung von Michael Witt sangen wir die "Paulus-Messe" im Satz des Dirigenten, am E-Piano Martin Ludwig, dazu Chorsätze aus Joseph Haydns "Geistlichen Liedern", "Mein Gott, wie schön ist deine Welt", "Der Herr ist mein getreuer Hirt", "Das Auge sieht sich niemals satt" und zum Abschluss "Gott hat das erste ... und letzte Wort". Das Wetter war herrlich, sonnig, aber nicht heiß, als Dankeschön konnten wir uns anschließend mit einem schmackhaften Mittagessen stärken.
Am 3. Juli feierten wir dann traditionsgemäß den Saisonabschluss in St. Michael mit dem Hochamt. Begleitet von einem Instrumentalensemble sangen wir die Messe "Dixit Maria" von Hans Leo Hassler. Zum Credo erklang im Wechsel mit der Gemeinde das Glaubenslied im Satz von Christian Lahusen, die Gabenbereitung wurde von "Herr Christe tu mir geben, was ich nicht nehmen kann" von Johann Eccard und die Kommunion vom "Ave Maria" von William Byrd begleitet. Das Schlusslied war "Dank sei dir, Vater" im Satz von Johann Drüger.
Ein schöner Saisonabschluss, der durch das sich anschließende Sommerfest im schönen Ruinengarten zusammen mit der Gemeinde gekrönt werden sollte. Es war zwar schon feucht, aber es gelang Werner mit Unterstützung vieler Freiwilliger trotz einiger Schwierigkeiten doch noch, den Grill zum Glühen zu bringen und bei all den von den Chormitgliedern vorbereiteten kulinarischen Köstlichkeiten konnte man schon vor den Steaks und den Bratwürsten schwelgen. Barbara erheiterte uns mal wieder mit ihrer Reportage vom Chorleben der Senioren, Reinhard und Johanna bereicherten das 'kulturelle' Programm. Der starke Regen setzte zum Glück erst ein, als wir im Aufbruch waren und fast alles wieder verstaut und aufgeräumt war. Dank an alle, die sich so bereitwillig eingebracht haben und Dank an Michael Witt, der derjenige ist, der diese Gemeinschaft ins Leben gerufen hat und durch seinen ständigen Einsatz alle, die daran teilnehmen, so schön bereichert.

21. August 2011 in der Zionskirche

21. August Gottesdienst in der Zionskirche
Die Zionskirche, ein Backstein-Terrakotta-Bau im Stil der Neoromanik, steht auf dem alten Weinberg, auf einer Anhöhe von 52 Metern, einem der höchsten Punkte des damaligen Berlin, eine mögliche Erklärung für die Namensgebung der Kirche und der Gemeinde - der Berg Zion, der Ort, wo Gott wohnt.
König Wilhelm I. stiftete 10.000 Reichstaler für den Bau der Kirche aus Dankbarkeit, einem Attentat entgangen zu sein. Sie wurde am 2. März 1873 feierlich eingeweiht.
In den Jahren 1931/32 arbeitete dort einer der bedeutendsten evangelischen Theologen, Dietrich Bonhoeffer. Er, der aus dem Professoren-Milieu im Grunewald stammte, machte dort nachhaltige Erfahrungen mit dem sozialen Elend im Norden Berlins, wie er 1931 einem Freund schrieb: "Das ist so ungefähr die tollste Gegend von Berlin mit den schwierigsten sozialen und politischen Verhältnissen".
Im 2. Weltkrieg wurde die Kirche stark zerstört. Doch nicht nur die Bomben im November 1943 sorgten dafür, dass die Kirche in den kalten Nachkriegswintern zusätzlichen Schaden nahm. Die Zahl der Einbrüche wurde schnell zum unhaltbaren Zustand, denn auf der Suche nach Brennholz machten einige Berliner auch vor den Kirchenbänken nicht halt. So entschied die Gemeinde im Jahr 1946, die unteren Fenster zu vermauern. Bis 1953 wurde die Kirche notdürftig wieder hergestellt, aber in den 60er und 70er Jahren setzte der Verfall wieder ein. Erst nach der Wiedervereinigung und denkmalpflegerischen Untersuchungen der ursprünglichen Innenausmalung im Altarbereich 1992 begann eine vollständige Turm- und Dachsanierung und Restaurierung der Außenfassade. 2002 wurden die vermauerten Fenster wieder geöffnet und seit 2009 wird der Innenraum schrittweise renoviert.
Ich habe mich so ausführlich mit der traditionsreichen Geschichte der Kirche beschäftigt, da ihre äußere majestätische Ansicht so wenig mit den so schönen Proportionen des Innenraumes harmoniert, und die Wände sichtlich nach Restaurierung schreien. Trotzdem strahlt der gesamte Bau Harmonie aus, ein Gotteshaus, in dem man gern betet und singt.
Wir gestalteten den Gottesdienst am 21. August gemeinsam mit der Gemeinde. Es erklangen jeweils im Wechsel mit der Gemeinde die Lieder "All Morgen ist ganz frisch und neu" im Satz von Michael Witt, "Ich weiß, mein Gott, dass all mein Tun" im Satz von Johann Hermann Schein und "Wer nur den lieben Gott läßt walten" im Satz von Johann Sebastian Bach,
Das Kyrie stammte aus der "Missa ne timeas Maria" von Giovanni Giacomo Gastoldi (1550-1622), als Motette sang der Chor "Cantate Domino" von Johann Crüger und abschließend den Kanon "Da pacem Domine" von Melchior Franck.
Die Predigt von Pfarrer Lohenner zu Mt 7,24-27, 'Wer diese Worte hört und danach handelt, ist wie ein kluger Mann, der sein Haus auf Fels baute', war eindringlich, führte zu neuen Denkanstößen.
Die Gemeinde war zahlreich erschienen und machte einen jugendlich lebendigen Eindruck. Zum Abschluss spielte Martin Klemenz eine Fuge von Felix Mendelssohn-Bartholdy - ein insgesamt sehr schöner erinnerungswerter Gottesdienst.

Chorfahrt nach Schwerin und Ludwigslust

6. Chorfahrt Am Samstag, dem 17. September, trafen wir uns - wie üblich - Holzmarktstr. und bestiegen unseren Bus nach Schwerin. Mit von der Partie waren auch fast alle Solisten und Musiker, Susanne und Tobias Hammer (Sopran und Bass), Dörte Haring (Alt), Susanne Hentschel und Monika Peter (Violine) und Michael Thöne (Orgel). Der Tenorsolist, Hannes Böhm, stieß in Schwerin dazu. Ausnahmsweise reisten wir mal mit musikalisch leichtem Gepäck (was die Zahl der notwendigen Noten betrifft), Johann Ernst Eberlins 4-stimmige "Missa secundi toni" und Tomaso Albinonis "Magnificat". Bei der Messe in der Schweriner St. Anna-Kirche gesellten sich dann noch zwei Liedsätze dazu, "Wer unterm Schutz des Höchsten steht" im Satz von Adolf Lohmann und "O wunderbare Speise" im Satz von Heinrich Isaac.
Die wohltuend kurze Busfahrt, unterbrochen von einer kurzen Pause zum Mittagessen, brachte uns pünktlich nach Schwerin, wo uns in der St. Anna-Kirche schon Hannes Böhme und der Organist der Gemeinde erwarteten. Und sofort ging es ans Proben. Die Empore gewährte nur wenig Raum für den Chor, die Solisten und die Instrumentalisten, sodass es einige Kontaktschwierigkeiten gab.
In Schwerin feierte man ein Ökumenisches Stadtfest, mehrere Konzerte waren angesagt, auf dem Marktplatz wurden alle zu Rostbratwürstchen und Getränken eingeladen, im Dom war für das abendliche Konzert schon alles aufgebaut - kurzum, wir fürchteten, in einer fast leeren Kirche singen zu müssen. Dann aber ging es erst mal in unser Quartier. Das Hotel lag in einer Art Trabantenstadt von Schwerin, mitten in einem Einkaufszentrum, aber die Zimmer waren alle schön groß, gut eingerichtet, durchdacht kombiniert mit Ankleidebereich, Bad etc., man konnte sich wohlfühlen. Ich nutzte die zweistündige Pause bis zum neuen Start wie viele zum Ausruhen auf dem Bett, Umkleiden und anschließendem Espresso in der Bar.
Der Bus brachte uns wieder zur Kirche und, unsere Befürchtungen, was den Besuch der Messe an betraf, erwiesen sich als haltlos. Die Kirche war überfüllt. Das beflügelt immer. Und die abschließenden Dankesworte und die Kommentare der Gemeindemitglieder am Ausgang zeigten uns, dass wir einem dankbaren Publikum Freude bereitet hatten.
Wieder im Hotel angekommen, erwartete uns ein wahrhaft köstliches Abendessen. Allein die Fischplatte verdient Auszeichnung, ganz zu schweigen von Käse, Obst, Salaten, Nachtischvariationen. Wir waren alle sehr zufrieden.
Schade war nur, dass wir keinen eigenen Raum für uns hatten, sondern mit anderen Gästen zusammen im Restaurant saßen, so dass sich unsere ansonsten anschließenden ernsthaften und lustigen Beiträgen in Grenzen hielten. Herr Witt rettete die Situation, indem er uns seine diversen Kanonvariationen, die auch nicht nur zum Singen, sondern auch zum Bewegen und manchmal auch zum Konzentrieren einladen, beibrachte, zum allgemeinen Gaudium u.a. 'Guter Mond' in allen möglichen sing- und schweigbaren Variationen, schweigend als Adagio bis zum rauschenden (eben nicht hörbaren) Presto. Das Restaurant wollte Schluss machen, es war gerade mal 22.00 Uhr, da kam dann das böse Erwachen nach all dem Ruhm, den wir gemeinsam dem köstlichen Buffett gespendet hatten. Die Getränkerechnung (1 großes Bier 5,80 ?, 1 Flasche Wasser 6,40 ? Euro) ließ uns aufstöhnen und verbot es geradezu, noch an der Bar zu sitzen. Aber um 22.00 Uhr schlafen gehen? Das gefiel einigen nun wirklich nicht. Da erwies es sich als sehr gut, dass das Hotel direkt an einer Tankstelle lag - die Devise hieß: nichts wie hin zur Tankstelle, Getränke besorgen und es sich in den schönen großen Zimmern gemütlich machen. So verlief der Abend doch noch erfreulich.
Am nächsten Morgen (Zimmer räumen, Chorkleidung) ging es dann nach Ludwigslust, wo wir in der berühmten Stadtkirche den Gottesdienst gestalteten. Wir wurden herzlich empfangen, musikalisch lief alle sehr gut und die Predigt der Pfarrerin war so reich an Nachdenkenswertem, dass schon dadurch jedem, der dabei war, diese Reise unvergesslich sein wird. Ich will nur einen Gedanken wiedergeben. Anknüpfend an das Evangelium des Tages (Matth. 12,48) Wer ist Deine Mutter? Wer ist Dein Bruder? Wer ist Deine Familie? Nicht die Blutsbande sind entscheidend, entscheidend sind die Menschen, mit denen Du zusammen bist, das ist Deine Familie. Die Kirche in Ludwigslust ist ein einmaliges Bauwerk, Spätbarock, die kostbaren Leuchter sind aus Pappmaschee, wie so Vieles in dieser Kirche, wo man Stein oder Marmor vermutet, entpuppt sich das Material als Holz. Aber wer sich dafür interessiert, der informiere sich im Internet.
Auch in Ludwigslust war dieser Sonntag etwas Besonderes - es war der Friedhofssonntag. Neben dem schönen, gepflegten Friedhof waren Zelte aufgebaut, und wir wurden mit Kaffee und selbstgebackenen Köstlichkeiten bewirtet. Wer noch Lust auf die nach außen verborgenen Geheimnisse der Orgel hinter dem gewaltigen Himmelszelt, was die Kirche über dem Altarraum schmückte, wurde dann von Frau Böhm, Kantorin der Gemeinde, in die hinter dem Altar sich erstreckenden Räumlichkeiten geführt, um das Wunder der 'spähenden Augen' im Himmelszelt zu ergründen.
Anschließend - das Wetter, das uns bisher noch gnädig gesonnen war, zeigte Anzeichen der Verschlechterung - wurde kurzerhand beschlossen, den Abfahrtstermin vorzuverlegen, sodass wir bei den ersten Regentropfen aus einem mittlerweile düsteren Himmel die Heimfahrt antraten und schon - jeden Stau umfahrend - um 17.00 Uhr in Berlin eintrafen.
Dank an alle Mitfahrenden. Reinhards Motto machte sich wieder einmal wohltuend bemerkbar: 'Disziplin ist eine Wohltat für Alle', Dank an Werner, der umsichtig und ruhig Notwendiges erledigte, und Dank vor allem an Michael Witt, der trotz widriger Umstände diese Chorfahrt ermöglicht hat.

22. September, 23.00 Uhr, Ave Maria in der St. Hedwigskathedrale

Anlässlich des Papstbesuches erklang in der St. Hedwigs-Kathefrale nach 22.00 Uhr ein Non-Stop-Programm: Musik und Andacht - Gebet und Sammlung.
Die ökumenische Seniorenkantorei, begleitet von Wolfgang Seiffen an der Orgel, Wolfgang Flügel am Continuo und Susanne Wilsdorf, Sopran gestaltete das Programm mit Musik unter dem Motto: 'Ave Maria'.
Eingangs erklang "Ave maris stella" im gregorianischen Ton alternatim mit Monteverdi, gefolgt von Giachino Rossinis "Ave Maria" mit Orgelbegleitung. Das "Kyrie2 aus der "Missa ne timeas Maria" von Giovanni Giacomo Gastoldi schloss sich an. Johann Pachelbels "Magnificat" ging dem Klagegesang Marias "Stabat mater" voraus. Das gregorianische "Stabat mater" wurde abwechselnd vom Tenor und der Solosopranistin gesungen, unterbrochen von interpretierenden Orgelimprovisationen. Den Abschluss bildete, sozusagen Marias Leben krönend, das "Regina coeli" von Johann Valentin Rathgeber.
Zu dieser mitternächtlichen Stunde hatten sich doch einige Zuhörer eingefunden, die unserem kleinen Konzert dankbar lauschten.

16. Oktober, Pontifikalamt in der St. Hedwigskathedrale

Pontifikalamt in der St. Hedwigs-Kathedrale am 16.10.2011 Zum Fest der Heiligen Hedwig, der Patronin der Bischofskirche unserer Stadt Berlin, sang die Ökumenische Seniorenkantorei, begleitet von Musikern des Ensemble für Alte Musik und Herrn Wolfgang Flügel an der Orgel unter der Leitung von DKM i. R. Michael Witt, noch einmal die 'Missa in G' des unbekannten Komponisten Josephus Leiffer. Als Solisten brachten diesmal Christine Wolff (Sopran), Dörthe Haring (Alt), Volker Arndt (Tenor) und Georg Witt (Bass) diese wunderschöne frühklassische Komposition zum Strahlen.
Das Pontifikalamt wurde von unserem neuen Erzbischof Dr. Rainer Maria Woelki gemeinsam mit anderen Priestern zelebriert.
Die "Missa in G" haben wir erstmalig am Pfingstsonntag in Neuzelle gesungen, nachdem Herr Witt die handschriftlichen Noten aus dem Ende des 18. Jahrhunderts, wie schon früher berichtet, beim Sichten vorhandener musikalischer Werke in den Räumlichkeiten hinter der Orgelempore im Kloster Neuzelle gefunden hatte.
Dieses Werk nach 250jährigem Vergessen nur einmal erklingen zu lassen, konnten wir nicht über's Herz bringen und so schien uns das Fest der Heiligen Hedwig der passende Termin für eine Wiederholung dieser Messe.
Domorganist Thomas Sauer begleitete die Gemeindelieder und erfreute uns am Schluss des Gottesdienstes mit einer Orgelmusik, die uns fröhlich in den Sonntag gehen ließ.
Brigitte Herrfurth

31. Oktober 2011, Abendmahlsgottesdienst in der Reformationskirche

Am Reformationstag begleiteten wir musikalisch den Abendgottesdienst der Gemeinde der Reformationskirche, an der Orgel Reinhard Eggers. Nach dem festlichen Orgelvorspiel sangen wir - abwechselnd mit der Gemeinde in Sätzen von Johann Crüger und Melchior Vulpuis :"Eine fest Burg ist unser Gott". Das Kyrie war der "Missa ne timeas Maria" von Giovanni Giacomo Gastoldi (1550-1622) entnommen, zum Gloria erklang im Satz von Johann Crüger "Allein Gott in der Höh sei Ehr". Auf die Lesung folgte "Herr Christe tu mir geben, was ich nicht nehmen kann" von Johann Eccard. Die Predigt wurde von Klavierklängen - Denkpausen - unterbrochen. "Amazing Grace" - "Oh Gnade Gottes, wunderbar hast Du errettet mich" reflektierte die Predigt- und Lesungsgedanken. Die Fürbitten wurden durch "Herr, auf Dich traue ich" von Heinrich Schütz intensiviert. Das Schlusslied nach dem Abendmahl war abwechselnd mit der Gemeinde: "Vertraut den neuen Wegen", der Chorsatz von Michael Witt. Es war ein würdiger Reformationsgottesdienst, der seinen schönen vertrauensvollen und hoffnungsvollen Ausdruck in dem großen gemeinsamen Abendmahlskreis fand, der sich um den Altar einfand. Das war auch der Tenor von Gemeindemitgliedern, die sich für unseren musikalischen Einsatz bedankten.

20. November 2011, Konzert zum Abschluss des Kirchenjahres

Am 20. 11. 2011 gestaltete die 'Ökumenische Seniorenkantorei' ein Konzert in der St. Marien-Kirche in Reinickendorf zum Ende des Kirchenjahres. Der im protestantischen Bereich 'Ewigkeitssonntag' genannte Sonntag trifft sich im katholischen 'Christkönigsfest' in dem Gedanken an die 'Letzten Dinge'.
Da ist ein Werk wie Dietrich Buxtehudes "Das Jüngste Gericht" für alle Interessierten ein bedenkenswertes, nachvollziehbares musikalisches Erlebnis, das man selten hören kann.
Buxtehude wirkte seit 1657 an der Marienkirche in Helsingborg, 1660 bis 1668 an der Marienkirche (auch Deutsche Kirche) in Helsingør. Am 11. April 1668 wurde er Nachfolger Franz Tunders an St. Marien in Lübeck, dessen jüngste Tochter Anna Margaretha er am 3. August desselben Jahres heiratete; dort übernahm er als "Werckmeister" auch Verwaltungsaufgaben und die Rechnungsführung. Er führte die von seinem Schwiegervater begründete, seit 1673 Abendmusiken genannte Reihe adventlicher geistlicher Konzerte fort, die ihn als Komponisten und virtuosen Organisten bekannt und berühmt machte. Schon 1669 ließen die Kirchenvorsteher der Marienkirche Seitenemporen anbringen, die es ermöglichten, von dort zusammen mit der großen Orgel zu musizieren. 1705 legte Johann Sebastian Bach die mehr als 400 Kilometer von Arnstadt (Thüringen) nach Lübeck zu Fuß zurück, um sein musikalisches Vorbild Buxtehude zu hören, und nahm vermutlich auch Unterricht bei ihm.
'Das Jüngste Gericht', dessen barocke deutschen Texte, frei gedichtet, zunächst schwer verständlich sind, für das Publikum nachvollziehbar zu machen, ist schon allein eine Leistung. Hier gelang es dankenswerter Weise durch ein vorzügliches Solistensextett. Susanne Hammer, Susanne Wilsdorf, Judith Utke (Sopran), Alexander Schneider (Altus), Stephan Gähler (Tenor) und Tobias Hammer (Bass). Sie boten dem Publikum ein nicht nur sängerisch, sondern auch darstellerisches Szenario, um auch inhaltlich folgen zu können. Der Chor begleitete und unterstrich durch seine interpretatorischen Einsätze die imposante Komposition.
Ganz besonderen Dank können wir den uns begleitenden Instrumentalisten aussprechen:
Dietrich Knappe und Anne Kaun (Violine), Hans-Martin Meckel (Altgambe), Cornelia Witt (Tenorgambe), Annette Rheinfurth (Violone), Hans-Werner Apel (Chitarrone) und Wolfgang Flügel (Orgel) sowie unserem Leiter, Michael Witt.
Als besonderes Lob habe ich noch im Ohr: 'Bitte, singt das doch nochmal'.

11. Dezember 2011, Gaudete in St. Ludwig

Am 3. Adventssonntag - Gaudete - gestalteten wir musikalisch den 12.00 Uhr Gottesdienst unter der Leitung von Michael Witt, an der Orgel Norbert Gembatzka.
Das Einganslied "Wir sagen euch an den lieben Advent" erklang im Satz von Johanna Schell.
Das Ordinarium war die "Missa Ne timeas Maria" von Giovanni Giacomo Gastoldi (1550-1622), zunächst Kapellmeister in Mantua und von 1609 bis zu seinem Tod Kapellmeister am Mailänder Dom. Der Ausgangspunkt seiner Komposition ist die gregorianische Antiphon. Zum Offertorium sangen wir "O komm, o komm, Emanuel" (Satz: Michael Witt).
Den Kommuniongang begleiteten die Motetten "Und unser lieben Frauen" (Satz: Helmut Bräutigem) und "Übers Gebirg Maria geht" (Satz: Johann Eccard).
Das die Erwartung auf das Weihnachtsfest jubelnd ausdrückende Schlusslied war Georg Friedrich Händels "Tochter Zion, freue dich".
Bachs Orgelchoral "Kommst du, o Heiland, vom Himmel" beendete den festlichen Gaudete-Gottesdienst.
Die zahlreich anwesende Gemeinde belohnte die Musiker mit anhaltendem Beifall.

1. Weihnachtsfeiertag 2011 in St. Marien, Alexanderplatz

Am 1. Weihnachtsfeiertag wurde der festliche Gottesdienst musikalisch von der Ökumenischen Seniorenkantorei gestaltet unter Mitwirkung eines Instrumentalensembles und den Solisten Susanne Hammer, Dörthe Haring (Alt), Kai Rotherberg (Tenor) und Georg Witt (Bass). Leitung Michael Witt, an der Orgel Martina Kürschner.
Das Eingangslied "Lobt Gott, ihr Christen allegleich" im Satz von Michael Praetorius erklang im Wechsel mit der Gemeinde.
Das Ordinarium war die "Missa secundi toni" von Johann Ernst Eberlin.
Zur Einstimmung auf die Predigt sang die Gemeinde, abwechselnd mit dem Chor, "Gelobet seist du, Jesu Christ" im Bachschen Satz.
Es folgte der Quempas von Michael Praetorius gemeinsam mit der Gemeinde.
Das Abendmahl begleitete die Kantate von Heinrich Schütz "Ein Kind ist uns geboren".
Das Abschlusslied "O du fröhliche" mit Chor und Gemeinde und eine feierliche Orgelimprovisation von Martina Kürschner beendeten den schönen Weihnachtsgottesdienst.


 
Berichte 2010   (Seitenanfang)

31. Januar - Abendmahlsgottesdienst in der Evangelischen Luisenkirche, Charlottenburg

Musica sacra - unter diesem Motto stand der Sonntag Septuagesimae in der evangelischen Luisenkirche in Charlottenburg.
Die Ökumenische Seniorenkantorei Berlin sang mit den Solisten Susanne Wilsdorf (Sopran), Dörthe Haring (Alt) und Christian Burmester (Tenor), begleitet vom Collegium musicum unter der Leitung von Michael Witt, an der Orgel Gerhard Oppelt, der mit Bachschen Klängen zu 'Komm, Heiliger Geist, Herre Gott' (BWV 651) die Gemeinde auf den Abendmahlsgottesdienst einstimmte.
Das Eingangslied war "Wer nur den lieben Gott läßt walten" im Satz von J. S. Bach, das Gloria "Allein Gott in der Höh sei Ehr" im Satz von J. Crüger - beides im Wechsel mit der Gemeinde.
Entsprechend dem Evangelium (Mt. 20) erklang die Bachkantate BWV 144 "Nimm, was dein ist und gehe hin" - die das Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg thematisiert. Der erste Teil der Kantate wurde wie wohl zu Bachs Zeiten vor der Predigt gesungen; der zweite beschloss den Kreis "Genügsamkeit ist ein Schatz in diesem Leben" und "Was mein Gott will, das g'scheh allzeit" - inhaltlich korrespondierend zum Eingangslied.
Zum "Agnus Dei" kam diese Komposition aus W. A. Mozart's d-moll Messe, KV 65 zum Klingen.
Das Abschlusslied "Nun laßt uns Gott dem Herren Dank sagen" sangen wir im Wechsel mit der Gemeinde in den Sätzen von J. Crüger und J. S. Bach.
Das Orgelnachspiel über "Wir glauben all an einen Gott" (BWV 680) empfand ich für unseren 'ökumenischen' Chor als Zeichen der dankbaren Zustimmung. Die Kirche (Baubeginn 1712, durch Karl Friedrich Schinkel umgebaut und zu Ehren der 1810 verstorbenen Königin Luise umbenannt) ist eine zweigeschossige Emporenkirche, die durch ihre helle Schlichtheit Ruhe ausströmt und sich dem musizierenden Gotteslob wohltuend öffnet. Es war schön, dort singen zu dürfen und der Dank von Pfarrer Kunkel und der Gemeinde war uns eine Freude.

28. Februar - Hochamt in der St. Hedwigs-Kathedrale

Am Sonntag Reminiscere sang ein außergewöhnliches Chorensemble in der St. Hedwigs-Kathedrale. Mehr als 100 Sänger drängten sich unter der Orgel - der Chor der Ökumenischen Seniorenkantorei trat zusammen mit Sängerinnen und Sängern des Chores der St. Hedwigs-Kathedrale und der Jugendkantorei auf, verstärkt noch von ehemaligen Chormitgliedern und Freunden unseres Chorleiters, die es sich nehmen lassen wollten, zu seinem 70. Geburtstag diesen Gottesdienst musikalisch mitzugestalten, ebenso war das Instrumentalensemble hochkarätig besetzt. Die Solisten waren Susanne Wilsdorf und Susanne Hammer (Sopran), DKM Harald Schmitt (Tenor) und Georg Witt (Bass), Dr. Wolfgang Flügel (Continuo) und Thomas Sauer (Orgel).
Das Ordinarium war - der Fastenzeit geschuldet ohne Gloria - die Missa brevis in d-moll von W.A. Mozart (KV 65). Das Eingangslied "Erhör, o Gott, mein Flehen" im Satz von Michael Witt entsprach mit den abschließenden Worten der letzten Strophe: "So will dein Lied ich singen, wie ich es dir versprach, mein Lobesopfer bringen von neuem Tag um Tag" durchaus dem Lebensmotto des Komponisten.
Zur Kommunion erklang das "Confitebor" aus Mozarts "Vesperae solennes de Dominica" (KV 321) und zum Dank nach der Kommunion "Nun singe Lob, du Christenheit" im Satz von Johann Crüger, dessen letzte Strophe "Herr, mache uns im Glauben treu und in der Wahrheit frei, daß unsre Liebe immer neu der Einheit Zeugnis sei" der Hoffnung Ausdruck verleiht, dass 'Ökumene' nicht nur ein schöner Traum sein möge.
Es war bewegend, zu diesem Anlass in diesem großen Musikensemble mitwirken zu dürfen.
Die sich anschließende Geburtstagsfeier (ca. 150 Gratulanten hatten sich eingefunden) war gespickt mit kulinarischen Genüssen, Gratulationsreden, Gesangsdarbietungen und höchst unterhaltsamen Theateraufführungen (6 Streiche von 'Max und Moritz', zauberhaft dargeboten von Kindern und Kindeskindern des Jubilars) - eine Feier, an die man sich gern erinnern wird.

27. März- Passionskonzert in St. Augustinus

Am Samstag, dem 27. März 2010 fand das diesjährige Passionskonzert der Ökumenischen Seniorenkantorei in der kath. Kirche St. Augustinus statt.
Auf dem Programm standen "Lacrimae tristes" für Gamben und Continuo von John Dowland (1563-1626), die "Matthäus-Passion" von Heinrich Schütz (1585-1672) und "Fürwahr, er trug unsere Krankheit", eine Passionskantate von Dietrich Buxtehude (1637-1707).
Die Ausführenden waren Susanne Hammer, Susanne Wilsdorf (Sopran), Christoph Burmester, Horst Heuter (Tenor), Frederic Meylan (Altus), Tobias Hammer, Michael Witt (Bass), Shuho Hoshi-Berg (Violine), Dietrich Knappe (Violine und Gambe), Waltraud Gumz, Sarah Perl, Cornelia Witt (Gambe), Wolfgang Flügel (Continuo-Orgel), die Leitung hatte Michael Witt.
Die "Lacrimaer tristes" von Dowland, der zu seiner Zeit in England durch Gamben- und Lautenkompositionen einen hervorragenden Ruf genoss, stimmte musikalisch auf die sich anschließende Passion ein.
Die "Historia des Leidens und Sterbens unseres Herrn und Heiland Jesu Christi nach dem Evangelisten Matthäus" stammt aus dem Jahr 1666, Schütz war 81 Jahre alt. Sie hatte in der Dresdener Schlosskirche ihren festen Platz am Sonntag Judica, dem 5. Sonntag der Passionszeit, wurde aber nach dem Tod von Schütz fast über 200 Jahre nicht mehr aufgeführt. Erst Arnold Mendelssohn führte sie in den 1880er Jahren wieder in Bonn auf. Schütz vertont den Passionsbericht des Matthäus-Evangeliums a cappella ohne Arien oder Choräle. Die Erzählung des Evangelisten und die von Chor und Solostimmen eingefügten wörtlichen Reden folgen direkt aufeinander. Die Einwürfe des Chores, der Jünger, Hohepriester etc. sind meist nur kurz und erfolgen oft plötzlich nach langen Soloabschnitten, sind aber ausdrucksstarke, kunstvolle und sehr verschiedenartige kontrapunktische Kompositionen, die - wie überhaupt das gesamt Werk - präzise Wortwiedergabe und -interpretation erfordert. Der Schlusschor, "Ehre sei dir, Christe" verweist mit "Hilf uns armen Sündern zu der Seligkeit" auf Auferstehung und Erlösung.
Zum Ausklang des Passionskonzertes erklang die Kantate "Fürwahr, er trug unsere Krankheit" von Dietrich Buxtehude, eine Komposition für Soli, gemischten Chor, Streicher und Basso continuo, die im Wechsel zwischen Instrumentalisten, Solisten, kleinem und großem Chor vielfältig den Inhalt überträgt, der sich inhaltlich direkt an den Schlusschor von Schütz anschließt: "durch deine Wunden sind wir geheilet".
Die Kirche St. Augustinus wurde von Josef Bachem, einem expressionistischem Architekten errichtet. Kirche, Pfarrhaus und anschließende kirchliche Gebäude sind in spätexpressionistischem Stil in den klaren Formen des Dessauer Bauhauses errichtet, eine für die Zeit (Grundsteinlegung 1927) offene Herausforderung.
Die Musik, die hier erklang, passte zu der klaren, aber auch eher kühlen Atmosphäre des Innenraumes.
Die Zuhörer zeigten sich gefangen - erst nach einiger Zeit der Besinnung erklang Beifall.
Dank sei der Gemeinde gesagt, die uns nach der Generalprobe so liebevoll mit Kaffee und Bienenstich verwöhnte und damit auch zum Ausdruck brachte, dass sie solch musikalischen Einsatz zu schätzen weiß.

5. April - Ostermontag in St. Marien

Am Ostermontag sang die Ökumenische Seniorenkantorei Berlin in der St. Marien-Kirche in Berlin-Mitte zum festlichen Ostermontagsgottesdienst.
Solisten waren Niniane Reinfurth (Sopran), Judith Utke (Alt), Kai Roterberg (Tenor) und Martin Backhaus (Bass), es spielte das Collegium musicum, an der Orgel KMD Christian Schlicke, die Leitung hatte DKM i.R. Michael Witt.
Nach dem Orgelvorspiel sang die Gemeinde im Wechsel mit dem Chor "Gelobt sei Gott im höchsten Thron" im Satz von Melchior Vulpius, vom selben Komponisten war das Predigtlied "Erstanden ist der heilig Christ", das zusätzlich in einigen Strophen von den Solisten interpretiert wurde.
Als Ordinarium erklang die "Messe in C" von Johann Ernst Eberlin, eine festliche Komposition für vierstimmigen gemischten Chor, Violinen, Trompeten, Pauken, Kontrabaß und Orgel. Eberlin (1702-1762) studierte zuerst Jura, brach aber das Studium bald ab, um sich ganz der Musik zu widmen. Er wurde Organist des Erzbischofs von Salzburg, Franz Anton von Harrach, und avancierte unter dessen Nachfolger, Jakob von Dietrichstein zum Hoforganisten. Kurzzeitig war er Lehrer von Wolfgang Amadeus Mozart. Mit seinem Werk verband Eberlin geschickt die Traditionen des Spätbarock mit einem neuen Stil. Er stand damit künstlerisch zwischen Heinrich Ignaz Franz Biber und Joseph Haydn.
"Christ lag in Todesbanden2 (Satz: J.S. Bach) war das Lied zum Graduale und "Wir wollen alle fröhlich sein" (Satz: Michael Praetorius) wurde nach der Epistel gesungen. Zum Ausklang spielte Christian Schlicke eine Komposition von Joseph Ahrens (1904-1997).
Es war ein sehr schöner festlicher Gottesdienst, der sowohl der Gemeinde wie auch den Musikanten Freude bereitete, für uns ein schönes Erlebnis, endlich wieder von der frisch restaurierten Empore aus singen zu können - der Klang erfreut nicht nur das Ohr der Gemeinde, auch den Chor und die Instrumentalisten hat er beflügelt.

Christi Himmelfahrt in St. Elisabeth

Trüber Himmel, feuchte Kälte - nicht unbedingt das, was man sich an Christi Himmelfahrt wünscht. Das Szenario war einladend - vor der St. Elisabeth-Kirche, Invalidenstraße der grüne Rasen, die Kerzen der Kastanien, Flieder in Weiß und Violett, Mauersegler, ja, selbst eine Nachtigall will ein Chorsänger gehört haben - nur, die Wärme, die Sonne, der blaue Himmel fehlten. Das fehlende Blau des Himmels aber wurde durch die innerliche Verbindung: 'Ökumenischer Kirchentag beginnt heute in München' - 'Ökumenische Seniorenkantorei Berlin singt heute in St. Elisabeth' aufgelöst - möge es doch mehr solcher vereinenden Anzeichen geben. Es war ein gelungener und sehr schöner, lebendiger Abendmahlsgottesdienst, erfreulich die doch recht zahlreichen jungen Familien mit ihren Kindern. Zum Beginn erklang Arnold Mendelssohns Vertonung des 150. Psalms "Lobet den Herrn in seinem Heiligtum", dem im Wechsel mit der Gemeinde "Gen Himmel aufgefahren ist" im Satz von Melchior Franck folgte. Als Ordinarium sangen wir die "'Missa parochialis in honorem St. Mauritii" von Wolfram Menschick (* 1937) für 4stimmigen Chor und Bläser, eine der Gregorianik nahestehende Komposition. "Wir danken dir, Herr Jesu Christ" im Satz von J.S. Bach, als Credo Christian Lahusens Satz von "Wir glauben Gott im höchsten Thron" und "Jesus Christus herrscht als König" (Satz Michael Witt) bereiteten auf die folgende Predigt vor. Die Fürbitten wurden auf Zettel geschrieben, die an den bereitgestellten Luftballons in den Himmel über Berlin stiegen, begleitet von Orgelimprovisationen und der Motette von Philipp Dulichius "Omnes gentes plaudite manibus".

Pfingstmontag, Hochamt in der Klosterkirche Neuzelle

Zum 4. Mal seit unserem Bestehen starteten die Mitglieder der Ökumenischen Seniorenkantorei Berlin, das Collegium musicum und die Solisten (Susanne Wilsdorf - Sopran, Roksolana Chraniuk - Alt, Christoph Burmester - Tenor und Georg Witt - Bass) zu früher Stunde von Berlin aus in die Niederlausitz zum Kloster Neuzelle.
Diese aus dem 13. Jahrhundert stammende Zisterzienserabtei, ursprünglich in reiner Backsteingotik erbaut, überstand als einziges Kloster dieser Region die Reformation und war sozusagen eine katholische Insel im ansonsten protestantischen Umfeld. Nach den Zerstörungen im 30jährigen Krieg wurde sie im 17. Jhdt. konsequent im Stil des süddeutschen Barocks umgestaltet, nur an den Spitzbögen erkennt man heute noch die gotischen Wurzeln. Jetzt präsentiert sich die Klosteranlage nach umfangreichen Baumaßnahmen in neuem alten Glanz. Sie gilt heute als eine der wenigen vollständig erhaltenen Klosteranlagen Deutschlands und Europas. Neben den beiden Barockkirchen und dem spätgotischen Kreuzgang ist der wiederhergestellte barocke Klostergarten ein besonderer Anziehungspunkt.
Dort auf der Empore zu stehen und zu musizieren, ist für jeden - sei er Chorsänger, sei er Solist, sei er Instrumentalist - ein ganz besonderes Erlebnis, ein Geschenk. Allein das Chorgestühl, für 38 Sänger eingerichtet (40 Mönche haben das Kloster in seiner Blütezeit bewohnt), inspiriert und die Balustrade über der Empore, ein herrlicher Standpunkt für die Solisten, beflügelt jeden, seine Stimme erklingen zu lassen und die wunderbare Akustik in dieser schönen Kirche zu erfühlen.
"Komm, Heiliger Geist" im Satz von J.S. Bach im Wechsel mit der Gemeinde war das Eingangslied, an der Orgel Wolfgang Flügel, das Dirigat hatte Michael Witt.
Als Ordinarium erklang die "Messe in C" von Johann Ernst Eberlin (1702-1762), eine festlich-fröhliche Komposition für vierstimmigen gemischten Chor, Violinen, Trompeten, Pauken und Continuo, die zum Pfingstfest in dieser barocken Kirche trefflich passte. Zum Offertorium sangen wir Johann Nepomuk Davids Chor-Motette "Nun bitten wir den Heiligen Geist" aus dem Jahre 1935. David (1796-1977) begann als Sängerknabe, studierte in Linz und Wien, wo er persönlichen Kontakt zu Arnold Schönberg hatte und war von 1934 bis 1945 in Leipzig als Lehrer für Theorie und Komposition tätig. Nach dem Krieg arbeitete er als Leiter des Salzburger Mozarteums und anschließend in Stuttgart als Professor für Komposition sowie als Dirigent des Stuttgarter Barockorchesters. Er hinterließ zahlreiche Chor-, Orgel- und Orchesterwerke.
Die Kirchensonate von W.A. Mozart in C begleitete die Kommunion und zum Ausklang sangen wir - abwechselnd mit der Gemeinde "Der Geist des Herrn erfüllt das All" im Satz von Melchior Vulpius. Zum Auszug spielte Wolfgang Flügel die Fantasia für Orgel über "Komm heiliger Geist" von J. S. Bach.

Im Anschluß an das festliche Hochamt wurde - wie jedes Jahr, diesmal wegen drohender Wolkenbrüche, nicht im Garten - gegrillt und die trockenen Kehlen angenehm befeuchtet. Wir besichtigen noch den im vorigen Jahr fertig restaurierten Klosterkreuzgang, begleitet von den ausführlichen Erläuterungen von Pfarrer Florian und verabschiedeten uns nach einem belebenden Kaffee dankbar bis zum Jahr 2011 - ein wirklich erfüllter Pfingstmontag.

20. Juni, Gottesdienst in St. Bartholomäi

Am 20. Juni gestaltete die Ökumenische Seniorenkantorei, unterstützt von drei Streichern, musikalisch den Gottesdienst in der St. Barthomoläus-Kirche in Berlin-Stadtmitte, die Leitung hatte Michael Witt, an der Orgel Florian Wilcke.
Das Eingangslied "Nun lob, mein Seel, den Herren" erklang im Wechsel zwischen Chor und Gemeinde im Satz von Seth Calvisius (1556-1615), ebenso wie das Predigtlied "Allein zu dir, Herr Jesu Christ" (im Satz von Heinrich Grimm, 1593-1637). Kyrie und Gloria waren der "Missa tertia" aus dem Jahr 1944 von Lajos Bárdos entnommen.
Das Credolied "Wir glauben Gott im höchsten Thron2 (Satz: Christian Lahusen) und das Abschlusslied "Herr, gib uns die Einheit wieder" (Satz: Michael Witt) betonten unser Anliegen: Ökumene. Mendelssohnsche Orgelklänge beendeten den Gottesdienst in dieser bemerkenswerten, leider nur spärlich besuchten Kirche.
Auf dem früheren Weinberg am Königstor, östlich des Alexanderplatzes in den Jahren 1854-1868 erbaute Kirche - König Friedrich Wilhelm IV. persönlich übernahm das Patronat zum Bau und stiftete eine ansehnliche Geldsumme - entstand nach Plänen der Architekten Friedrich August Stüler und Friedrich Adler ein neugotischer, dreischiffigen Bau. Schon 1905 waren Renovierungen notwenig, schwere Kriegsschäden folgten im 2. Weltkrieg, in den Jahren 1994-2000 gab es eine grundlegende Instandsetzung und Restaurierung - besonders hervorzuheben ist die Orgel, ein Werk von Hans Joachim Schuke aus dem Jahre 1965.

11. Juli - Hochamt in der St. Hedwigs-Kathedrale

Am Sonntag sangen wir in der St. Hedwigs-Kathedrale die "Messe in C" von Johann Ernst Eberlin (1702-1762) für vierstimmigen gemischten Chor, Solisten, Violinen, Trompeten, Pauken und Continuo - eine fröhlich-festliche Komposition, die bei den hochsommerlichen Temperaturen, die am Sonntag Berlin beherrschten, auch noch musikalisch jubilieren kann.
Die Ausführenden waren: Niniane Rheinfuth (Sopran), Judith Utke (Alt), Christoph Burmester (Tenor) und Georg Witt (Bass), die Ökumenische Seniorenkantorei, das Collegium musicum, am Continuo Wolfgang Flügel: die Leitung hatte Michael Witt.
Zur Gabenbereitung erklang im Wechsel mit der Gemeinde "Herr, wir bringen in Brot und Wein" im Satz von J. Offerler aus dem Jahre 1973 und zur Kommunion die Kirchensonate von W. A. Mozart in C.
Im Anschluss war ein kleiner Saisonabschluss angesagt: 'Max und Moritz' - fünf Streiche, herrlich dargeboten vom 'Witt-Clan' und danach Würstchen, Brot und Getränke, die Würstchen vom Grillmeister Werner Schmitt wieder köstlich zubereitet. Die zunehmende Hitze hat uns jedoch nicht daran gehindert, Würstchen und Getränke zu genießen. Nun ist ein kleiner Chorurlaub angesagt - nächste Probe: 5. August. Bis dahin allen Chormitgliedern 'Gute Erholung'!

29. August - Hochamt in St. Michael

Am 29. August sagen wir, wie jedes Jahr zum sommerlichen Abschuss, in der St. Michael-kirche. Auf dem Programm stand die "Deutsche Messe" (Originaltitel: "Gesänge zur Feier des heiliges Opfers der Messe", D 872), von Franz Schubert aus dem Jahre 1826, eine im Norden Deutschlands selten aufgeführte, aber trotzdem geliebte Komposition.
Diese Messe war eine Auftragskomposition eines Wiener Professors (Johann Philipp Neumann), der entgegen dem lateinisch-katholischen Ritus nicht den Lobpreis Gottes in den Mittelpunkt stellt, sondern den Menschen mit seinen irdischen Sorgen und Nöten.
Der Name 'Deutsche Messe' - und das im Jahre 1826 - war eine Provokation. Die Verwendung der Landessprache im Gottesdienst, dazu noch in der freien, assoziativen und romantisierenden Übertragung und Interpretation des liturgischen Textes, führte natürlich zur Ablehnung durch das Wiener Erzbischöfliche Konsistorium. Die Popularität jedoch, die die Messkomposition schon bald erlangte, führte zu ihrer Akzeptanz.
Musikalisch ist die Deutsche Messe von schlicht-eingängig und gleichmäßiger Rhythmik, Komplikationen werden weitgehend vermieden, wodurch sie für jedermann leicht singbar ist. Ihre acht strophisch gehaltenen und homophon gesetzten Teile erinnern in ihrer Deklamation an den Gemeindegesang, was wir am 29. August durch wechselseitiges Singen - Chor und Gemeinde - zelebrierten. Der stimmliche Einsatz der fast vollbesetzten Michaelskirche, die Bereitschaft, sich auf diese Musik und ihre Texte einzulassen, das war eine Freude für alle, die dabei waren.
Dompropst Stefan Dybowsky sprach in seiner Predigt viele Akzente des täglichen Lebens an, ich will nur an das Gebet erinnern: Sprechen mit Gott als Erwachsener, Danken, aber auch Bitten.
Zum Ausklang spielte der Organist der Gemeinde, Joachim Cisielski, der uns bei der Messe begleitet hatte, "Dixit Domine" des französischen Komponisten Leon Boëllmann (1862-1897).
Anschließend war für uns unser Sommerfest angesagt, das zwar durch viel Wasser von oben gesegnet wurde, was uns aber nicht davon abhielt, zunächst die vom Singen trockenen Kehlen mit anderen Säften zu befeuchten und dann bei Grillwurst und -fleisch, den von den Chormitgliedern beigesteuerten köstlichen Salaten, Kuchen und Desserts, sowie den wie immer spöttischen Wortbeiträgen und Spielen etliche Stunden gemeinsam zu verbringen. Dank sei allen Mitwirkenden gesagt, Dank allen Spendern und Helfern und - last but not least - Dank unserem Chorleiter, ohne dessen persönlichen Einsatz das Alles gar nicht möglich wäre.

Chorfahrt 2010

Pünktlich um 9.00 Uhr starteten wir wie in den Vorjahren von der Holzmarktstrasse zu unserer 4. Chorreise. Diesmal ging es in den Harz, die Huysburg und Halberstadt war unser Ziel und wieder war uns der Wettergott gnädig, zwar war es manchmal bewölkt, aber die Sonne verwöhnte uns zuweilen doch noch.
Auf dem Weg zur Huysburg machten wir einen kurzen Abstecher nach Hamersleben. Abseits der Hauptverkehrsstrassen, in einem kleinen Dorf in der Börde, liegt ein romanisches Baudenikmal aus dem 12. Jahrhundert, das in seiner edlen, schlichten Architektur zutiefst beeindruckt, sozusagen ein Geheimtip für Liebhaber der Romanik. Pfarrer Kemming, der dort seit den 60erJahren lebt, führte uns in die Geschichte der Stiftskirche ein, und man spürte seine tiefe Liebe und innige Verbundenheit mit 'seiner' Kirche.
Die Gründung, Baubeginn 1111, wurde durch die hochadligen Damen Thiietburg und ihre Tochter Mathilde veranlasst.
Sieben Sandsteinsäulen bestimmen das Innere des Langhauses, deren Kapitelle mit ihrer Ornamentik von hoher bildhauerische Qualität zeugt, dargestellt sind Kampfszenen, Tiere, Masken und Pflanzen. Mit dem Apostelkollegium und dem Altar von 1687 ist die hervorragende barocke Ausstattung erhalten geblieben. Aus gotischer Zeit ist die lebensgroße Madonna auf der Mondsichel überliefert. Hoch über der romanischen Doppelarkade füllt die Orgel von 1680 das Innere des Westgiebels, deren Klangfülle uns Dr. Wolfgang Flügel wunderbar hörbar machte. Weiter ging es zur Huysburg.
Zur Zeit Karls des Großen war die Huysburg eine militärische Befestigung zur Grenzsicherung gegen die Slawen. Als sie ihre strategische Bedeutung verlor, schenkte Kaiser Otto III. im Jahre 997 die Hoheitsrechte dem Bistum Halberstadt, dessen Bischof Burchard I. auf dem Huy (Hügel) eine kleine Kirche zu Ehren der Gottesmutter errichten ließ.
Schon bald ließen sich hier Einsiedlerinnen nieder, Pia und Ida von Quedlinburg und Adelheid aus Gandersheim. Bischof Burchard II beauftragte Ekkehard aus Halberstadt mit der Betreuung der Bewohner des Huys. Es ließen sich immer mehr Männer und Frauen auf dem Huy nieder. Daraufhin gründete Ekkehard im Jahre 1080 das Doppelkloster Huysburg (Männer- und Frauenkonvent) und wurde von den Benediktinermönchen zum ersten Abt gewählt. Die Geschichte der Huysburg ist ein Spiegel der jeweiligen Epochen deutscher Vergangenheit. Während des Bauernkrieges (1525) und im Dreißigjährigen Krieg wurde das Kloster mehrfach zerstört, geplündert und wieder aufgebaut. Mit der Säkularisation wurde die Abtei 1804 durch das Königreich Preußen aufgehoben, es entstand die Pfarrei Huysburg. Der Benediktiner-Konvent, der sich heute wieder in den Mauern der Huysburg befindet, entstand 1972 mit Hilfe der Benediktinerabtei Tyrnic bei Krakau Es war damit das einzige Benediktinerkloster in der DDR.
Heute ist die Huysburg ist einer der zentralen Wallfahrtsorte im Bistum Magdeburg.
Als wir ziemlich durchgefroren - die Kirche in Hamersleben war recht kalt - an unserem Ziel eintrafen, erwartete uns ein wärmende Suppe mit Halberstädter Würstchen (je nach Belieben) und belebte uns wieder. Es blieb gerade noch Zeit, sich umzuziehen, die Noten zu sortieren und einen Kaffee in der wärmenden Sonne zu genießen, dann ging es schon ab nach Halberstadt, wo wir in der St. Andreaskirche den Vorabendgottesdienst musikalisch gestalteten: Kompositionen von Lohmann, Bardos, Witt, Eben und Isaac erklangen in der Messe, begleitet von Dr. Wolfgang Flügel an der Orgel, anschließend sangen wir ein Kurzkonzert mit Werken von Schubert, Rossini und Rutter. Die Gemeinde bedankte sich mit anhaltendem Beifall.
Zurück auf der Huysburg genossen wir ein vorzügliches Abendessen, um uns dann dem gemütlichen Teil des Abends in den tieferliegenden Gewölben des Klosters zuzuwenden.
Es ist immer wieder beeindruckend, wie viel schauspielerische und deklamatorische Talente bei uns zu entdecken sind. Barbaras Rundfunkinterviews sind ja schon allseits bekannt und immer wieder neu, Reinhards Wortreichtum ebenso, Monika, Johanna und Herbert brachten sich köstlich ein, nicht zu vergessen Herrn Witts köstliches Sächsisch, aber mich hat Adelhard total umgeschmissen mit seiner in rheinischem (hier: Düsseldorf) Dialekt vorgetragenen Beschreibung eines kleinen evangelischen Buben, der erstmals eine katholische Messe besucht: De Käppke! 'Käppke, wo bist du', 'Dominus vobiscum' wird uns sicher noch lange begleiten.
Das Ordinarium am Sonntag auf der Huysburg war ähnlich wie in Halberstadt, hinzu kam noch das 'Magnificat' von Pachelbel. Der anschließende Kaffee tat uns allen gut, und dann begann schon die Heimreise.
In Halberstadt hatten wir genug Zeit, um, je nach Gusto, zu essen oder nicht, den Dom und den Domschatz zu besichtigen, das war jedem freigestellt. Die Liebfrauenkirche aber war ein 'Muss', um es nicht mit unserem Chorleiter zu verscherzen: 'Wer sich nicht die Madonna mit den Zöpfen anschaut, der ist nicht mehr mein Freund', so seine Worte. Liebfrauenkirche, Dom und Domschatz (wirklich überwältigend, eine Reise durchs Mittelalter, wie man es sich besser nicht vorstellen kann) machten Kaffeedurst, und wieder konnten wir im hellen Sonnenschein die letzten Minuten in Halberstadt genießen.
Dank an Reinhard, der sich die Mühe gemacht hatte, uns mit kurz zusammengestellten Einführungen auf die Orte vorbereitete, die wir besuchten und die notwendige Übersicht bei allen Ortswechseln (alle da? wer fehlt? etc.) behielt. Dank an alle Mitreisenden, es war eine harmonische, schöne Fahrt. Besonderer Dank natürlich an Herrn Witt, der wieder einmal alles perfekt vorbereitet und organisiert hat. Wir freuen uns schon auf 2011, dann geht es nach Schwerin.

3. Oktober 2010 in der St. Hedwigs-Kathedrale

3. Oktober 2010 - Gottesdienst in der St. Hedwigs-Kathedrale Tag der deutschen Einheit, vorgezogenes Fest der Hl. Hedwig, Gemeindefest - die Anlässe zu diesem 3. Oktober waren vielfältig.
Den 12.00 Uhr-Gottesdienst gestalteten wir musikalisch festlich. Unter der Leitung von DKM i.R. Michael Witt sang die "Ökumenische Seniorenkantorei Berlin", Monika Peter spielte Geige und an der Orgel begleitet uns Dr. Florian Wilkes.
Das Ordinarium war die 'Missa Simplex' für vierstimmigen Chor und Orgel von Hans Haselböck (*1928) aus dem Jahre 2010. Haselböck besuchte das Gymnasium in Krems in Österreich. Ab 1947 studierte er an der Musikhochschule Wien Kirchenmusik und an der Universität Wien Altphilologie und Germanistik und promovierte 1953. Seit 1949 war er Organist an der Dominikanerkirche in Wien. 1960 bekam er einen Lehrauftrag für Orgel und Improvisation an der Musikhochschule Wien. Durch zahlreiche Konzerte im In- und Ausland wurde er international bekannt. Durch zahlreiche Konzerte im In- und Ausland wurde er international bekannt. Durch zahlreiche Konzerte im In- und Ausland wurde er international bekannt. Die Messekomposition ist melodisch- schlicht - meditativ.

Zum Eingang sagen wir abwechselnd mit der Gemeinde im Satz von Heinrich Schütz 'Wohl denen, die da wandeln vor Gott in Heiligkeit'. Zur Kommunion erklang 'Alles, was atmet, lobe den Herrn' aus den geistlichen Festgesängen des tschechischen Komponisten Petr Eben (1929-2007) und zum Ausklang 'Herr, gib uns die Einheit wieder' im Satz von Michael Witt - diesmal 'Einheit' bezogen auf die Bitte um Einheit im Glauben, ein wunderschöner Text, entstanden im Bund für ev.-kath. Wiedervereinigung.
Im Anschluss an den Gottesdienst wurde zu einem Gemeindefest eingeladen mit Bayerischen Spezialitäten (sprich: Weißwürstl, Gulaschsuppe und Andechser Bier), die Einladung wurde so zahlreich angenommen, dass ich mir mit einer Chorfreundin gerade noch eine Weißwurst teilen konnte. Immerhin habe ich noch ein Andechse Bier genießen können. Dann musste der Kuchen zur Sättigung herhalten.

31. Oktober 2010 in St. Thomas

Dieser Gottesdienst zum Reformationsfest 2010 wir wohl allen Gläubigen in ganz besonderer Erinnerung bleiben - es war ein im rechten Sinn 'Ökumenischer' Gottesdienst, nicht nur dadurch, dass die Ökumenische Seniorenkantorei unter der Leitung von DKM i.R. Michael Witt die musikalische Gestaltung übernommen hatte, das hervorstechende und alle mit Dankbarkeit und gemeinschaftlicher Freude erfüllende 'ökumenische Merkmal' war, dass Dr. Klaus Mertes SJ, zur Predigt über die acht Seligkeiten (Mt. 5,1-10) eingeladen worden war und mit seiner Botschaft 'Widerstand aus Loyalität' alle Anwesenden erreichte. Es wäre vermessen, seine Worte hier wiederzugeben, nur so viel zu unserer aller Erinnerung: Luther wollte Erneuerung, nicht Spaltung, Schweigen über Missstände ist tödlich, das Wort von Christus: 'ich bin nicht gekommen, den Frieden zu bringen, sondern das Schwert' (Mt 10, 34) erwartet von Allen Stellungnahme und führt unweigerlich zu Spaltung, die zu überwinden unser aller Aufgabe ist.
Der Gottesdienst wurde musikalisch eingerahmt von der Kantate 'Ein feste Burg ist unser Gott' von Franz Tunder (1614-1667) für 4stimmigen Chor, Solisten und einem Kammerensemble und schloss ab mit Dietrich Buxtehudes (1637-1707) Kantate in derselben Besetzung 'Alles, was ihr tut mit Worten oder mit Werken'.
Im Wechsel mit der Gemeinde erklangen noch die Gemeindelieder 'Allein Gott in der Höh sei Ehr' im Satz von Johann Crüger (1598-1662), 'Wir loben Gott im höchsten Thron' im Satz von Christian Lahusen (1886-1975) und 'Herr, gib uns die Einheit wieder' im Satz von Michael Witt.
Die zahlreich Anwesenden waren erfreulich sangesfreudig bei den Gemeindeliedern und anschließend beim dankenden Beifall für den musikalischen Einsatz. Pfarrer Christian Müller drückte mehrfach seinen Dank für die musikalische Gestaltung aus und in spontanen Gesprächen mit Anwesenden kam sogar Neugier auf unseren Chor und seinen Leiter auf, der durch sein Dirigat aufmerksamen Hörern und Zuschauern ganz offensichtlich einen intensiveren Zugang zur Musik vermittelt hat.
St. Thomas ist uns allen ein guter, wohltuender Ort der ökumenischen Begegnung, wir waren dieses Jahr zum 5. Mal dort und haben alle nur hoffnungsvolle Gedanken mitgenommen: Nur gemeinsam können wir in dieser Gesellschaft überleben und positive Änderungen erreichen - und wir haben so viel Gemeinsamkeiten. Es wäre wunderbar, wenn 'Widerspruch aus Loyalität' als Motto über neuen Gespräche stehen würde.

14. November 2010 in St. Mauritius

Hochamt in St. Mauritius am 14. November 2010 Am 14. November gestaltete die Ökumenische Seniorenkantorei unter der Leitung von Michael Witt das Hochamt in der St. Mauritius-Kirche in Lichtenberg, an der Orgel Wolfgang Flügel. Die Kirche im neugotischen Stil (Grundsteinlegung 1891) konnte schon 1892 geweiht werden. Katholiken aus ganz Deutschland hatten durch ihre Spenden den Bau ermöglicht.
Im Jahre 1900 wurde eine Sakristei angebaut, die mit vier farbigen Bogenfenstern gestaltet und später als Taufkapelle genutzt wurde.
Bereits 1905-06 musste der Kirchbau erweitert werden, die Zahl der Gemeindemitglieder hatte sich verdreifacht. Auch dieser Erweiterungsbau wurde durch zahlreiche Spenden realisiert.
Das Kirchenschiff wird durch fünf Joche gestützt und endet in einem dreiseitigen Chorschluss, das Innere wird von Kreuzrippen überwölbt. Bei dem Erweiterungsbau wurde die ursprüngliche Apsis mit der Empore zu einem neuen Haupteingang umgestaltet, der frühere Eingangsbereich mit einem querschiffartigen beidseitig polygonal geschlossenen Anbau wurde nun der neue großzügige Chorraum. Über der so entstandenen Vierung wurde dann der Glockenturm errichtet. Ein kleines rundes Fenster über dem Haupteingang mit der Darstellung des "Lamm Gottes" weist auf den ersten Standort des Altars vor der Erweiterung hin.
Als Ordinarium erklang die 'Missa Simplex' (2010) von Hans Haselböck, als Responsorium Petr Ebens 'Alles was atmet, lobe den Herrn' aus den 'Vier geistlichen Festgesängen', zur Communio Johann Sebastian Bans 'Jesus bleibet meine Freude' (BWV 147) und zum Abschluss John Rutter 'The Lord bless you and keep you'.
Die vollbesetzte Kirche zeigt, dass hier ein reges Gemeindeleben herrscht und der Erweiterungsbau im letzten Jahrhundert nicht vergebens war.

12. Dezember2010, Adventskonzert in St. Ansgar

Am 12. Dezember fand unser 5. Adventskonzert in der Kirche St. Ansgar im Hansaviertel statt.
Auf dem Programm standen Kompositionen von Johann Ludwig Bach (1677-1731), Johann Sebastian Bach (1685-1750) und Johann Christoph Pepusch (1667-1752), also insgesamt alles Künstler einer Epoche.
Wir musizierten zusammen mit Melinda Parsons (Sopran), Frederic Meylan (Altus), Niels Badenhop (Tenor), Georg Witt (Bass) und dem Ensemble für Alte Musik unter der Gesamtleitung von Michael Witt.
Zu Beginn erklang die Kantate 'Mache dich auf, werde Licht' von Johann Ludwig Bach. Johann Ludwig Bach, auch der 'Meininger Bach' genannt, war ein Cousin zweiten Grades von Johann Sebastian, der ihn sehr geschätzt hat. "Harmonischer Wohlklang", so kann man seinen Kompositionsstil bezeichnen.
Es folgte 'Nun komm, der Heiden Heiland' von Johann Sebastian, BWV 62, erwartungsvolle eindringliche und lobpreisende adventliche Klänge.
Den Abschluss bildete das 'Magnificat' von Johann Christoph Pepusch.
Pepusch, 1667 in Berlin geboren, begann hier auch seine künstlerische Ausbildung, ging dann nach Amsterdam und übersiedelte 1704 nach London, wo er zuerst als Bratschist wirkte, aber schon bald als Komponist, Theaterdirektor, Musiktheoretiker und Organist bekannt und geschätzt war. 1710 war er Mitbegründer der "Academy of Ancient Music" und der "Madrigal Society", die sich der Erforschung und Aufführung der Musik vergangener Epochen, insbesondere des Elisabethanischen Zeitalters, widmete. 1728 feierte dann Pepusch als Komponist und John Gay als Librettist einen grandiosen Erfolg mit ihrer 'The Beggar's Opera', einem Werk, dass normale Menschen in der Volkssprache auf die Bühne stellt, was u.a. die Ära Händels, Opern im italienischen Stil von der Bühne verdrängte, die bis dahin die Londoner Musikszene dominiert hatte. Sein 'Magnificat' - den Lobgesang Marias, selber schon wissend, dass sie die Mutter des Gottessohnes ist, trifft sie bei ihrer schwangeren Base Elisabeth ein und erlebt, dass diese erkennt, wer da zu ihr, Elisabeth, kommt - 'die Mutter meines Herrn' - ist klangvoll freudig interpretierender Gesang.
Diese Adventskonzert können wir als 'Sternstunde' unserer chorischen Aktivitäten verbuchen. Die Solisten brillierten ebenso wie die Instrumentalisten, und der Chor ließ sich mitreißen - beflügelt wurden natürlich alle durch unseren einfühlenden und anfeuernden Dirigenten. Danke. Danke sagen wir auch der Gemeinde St. Ansgar. Sie hatte ganz offensichtlich auch gute Reklame für uns gemacht; die Kirche war fast voll, und das bei dem Überangebot von Weihnachtskonzerten am 12. Dezember. Das Echo der Zuhörer war überschwänglich, es reichte von 'toll', 'wundervoll' bis zu 'Lichtblick in dieser dunklen Zeit'.
Das war dann das I-Tüpfelchen, das zu unser sich anschließenden Adventsfeier gerade noch gefehlt hat. Schön, dass sich auch Instrumentalisten und Solisten dazu gesellten. Nach so einer gelungenen Arbeit feiert man doch gerne zusammen.

25. Dezember 2010, Weihnachtsgottesdienst in St. Marien (Mitte)

Am 1. Weihnachtsfeiertag gestalteten wir musikalisch den Abendmahlsgottesdienst in St. Marien (Mitte).
Mit uns musizierten Niniane Rheinfurth (Sopran), Dörte Haring (Alt), Kai Roterberg (Tenor), Georg Witt (Bass), ein Instrumentalensemble, an der Orgel (weihnachtliche Improvisationen und Gemeindegesang) Martina Kürschner, beim Ordinarium Jacob Schröter, die Gesamtleitung hatte Michael Witt.
Es erklang die 'Missa brevis G-Dur' KV 140 von W.A. Mozart, die im Stil einer Pastoralmesse gut in die Weihnachtszeit passt.
Im Wechsel mit der Gemeinde sangen wir weihnachtliche Lieder in Sätzen von Michael Praetorius ('Quempas' und 'Lobt Gott, ihr Christen alle gleich'), J. S. Bach ('Vom Himmel kam der Engel Schar' und 'Gelobet seist du, Jesus Christ' sowie als Abschlusslied 'O du fröhliche' im Satz von Michael Witt. Dabei wäre ein Teil des Chores, der zum Abendmahl ging, beinahe nicht mehr zum Mitsingen gekommen, denn die Tür zur Chorempore war zugefallen, so dass wir - nachdem endlich ein guter Geist mit dem Schlüssel auftauchte - noch im Hinaufsteigen auf der Treppe in den Gesang einfallen konnte.
Es war ein dem Weihnachtstag angemessener feierlicher Gottesdienst, der durch die froh-festliche Musik sein besonderes Gepräge erhielt.



 
Berichte 2009   (Seitenanfang)

25. Januar - Samariter-Kirche

Zum 3. Sonntag nach Epiphanias wurde der Gottesdienst in der Samariter-Kirche musikalisch gestaltet von der Ökumenischen Seniorenkantorei gemeinsam mit Instrumentalisten und den Solisten Heike Peetz (Sopran), Dörthe Haring (Alt), Kai Rotherberg (Tenor) und Georg Witt (Bass), an der Orgel Ulrike Blume: die Leitung hatte Michael Witt.
Das Eingangslied war "Lobt Gott, den Herrn" im Satz von Melchior Vulpius, gefolgt von J.S. Bachs "Gloria in excelsis Deo". Im Wechsel mit der Gemeinde sangen wir "O Jesu Christe, wahres Licht", vertont von Leo Reichert (1978).
Die Predigt bezog sich auf die anschließende Kantate von J.S. Bach (BWV 111) "Was mein Gott will, das g'scheh allzeit", die er zum 3. Sonntag nach Epiphanias 1725 komponiert hatte - eine interpretierende Einführung zur barocken Musik und zum geistigen Gehalt der Komposition - gegenwartsbezogen eine Mahnung, Mut, Demut, Gottvertrauen nicht zu verlieren: "Wer das begehrt, dem wird's gewährt, drauf sprech ich fröhlich: Amen".
Die Worte der Predigt sind auch bei den Ausführenden angekommen, die Solisten intonierten sowohl das "Entsetzte dich , mein Herze, nicht" und das Duett "So geh ich mit beherzten Schritten" hörbar - vokal und instrumental eindrucksvoll nachvollziehbar.
Zum Abschluss erklang "Nun laßt uns Gott dem Herren Dank sagen" (J. Crüger, J.S. Bach) abwechselnd mit der Gemeinde.
Die Gemeinde bedankte sich mit viel Beifall für unseren Gesang - das erfreut und gibt Auftrieb fürs Weitermachen.

22. Februar, St. Marien - Reinickendorf

22. Februar 2009 - Hochamt in St. Marien (Reinickendorf) "Singt dem Herrn ein neues Lied, niemand soll's euch wehren" - das Eingangslied zum Hochamt in St. Marien endet: "Darum laßt uns Lob und Preis vor sein Antlitz bringen und auf seines Worts Geheiß neue Lieder singen. Allsoweit die Sonne sieht, singt dem Herrn ein neues Lied".
Unter diesem Motto sang die "Ökumenische Seniorenkantorei" als Ordinarium am 22. Februar unter der Leitung von Michael Witt (DKM i.R.) die Messe von Joseph Gabriel Rheinberger für Orgel und 4-stimmigen Chor in f-Moll, an der Orgel: Martin Rathmann.
Das Danklied nach der Kommunion ließ trotz der schönen gemeinsamen Feier Traurigkeit aufkommen: "Du bist das Licht, schenkst uns das Leben, du holst die Welt aus ihrem Tod, gibst deinen Sohn in unsre Hände. Er ist das Brot, das uns vereint." Wie gerne würden wir das auch gemeinsam zelebrieren dürfen.
Das herzerfrischende Orgelnachspiel, sehr passend zum Faschingssonntag "Suonata" von Vincenzo Antonio Petrali (geb. in Crema 1832, gest. in Bergamo A889) ließ uns dann doch beschwingt den schönen Gottesdienst verlassen. Der Pfarrer und die Gemeinde bedankten sich nicht nur durch Applaus und dem Wunsch, uns wiederzuhören, sondern auch durch eine Kollekte für unsere Arbeit.
Zum Weiterdenken in der nächsten Woche ein Satz aus der Predigt von Michael Silvers (Pfarrer, Konsistorialrat): "Gib Deine Hand dem Aussätzigen, dem aus der Gemeinschaft Aus-Gesetzten".

Einführung in das Passionskonzert am 22. März

Am Sonntag, dem 22. März 2009 um 19.30 Uhr, erklingt in der Kath. Pfarrkirche "Ss. Corpus Christi" (Conrad-Blenkle-Str. 64, nahe S-Bahn Landsberger Allee) das erste von Georg Friedrich Händel komponierte Oratorium: Die "Johannespassion" für Soli, Chor und Orchester unter der Leitung von DKM i.R. Michael Witt.
Die Passion entstand 1704, Händel war gerade 19 Jahre alt. Die Uraufführung fand im Entstehungsjahr in Hamburg statt - Händels damaliger Wirkungsstätte.
Die Urheberschaft wird unter Musikwissenschaftlern zwar immer noch diskutiert; jedoch allein die Tatsache, dass Johann Mattheson, der zu Händels Zeiten berühmteste Theoretiker und Musikschriftsteller, in seinem Werk dieser Passion eine 50 Seiten lange negative Kritik widmet, legt es nahe, dass dieses Werk wirklich von Händel stammt - die Rivalität zwischen Mattheson als Komponist und Händel war bekannt.
Der Text der Passion wurde von dem Advokaten Ch.H. Postel zusammengestellt, der sich eng an den Originaltext des Johannes-Evangeliums hält, lediglich kleine Einschübe erläuternden Charakters hinzufügt.
Dieses Jugendwerk Händels verrät schon sein sicheres dramatisches Gespür, die rasche Abfolge von Orchester-Ritornellen, Rezitativen, Arien und Chören ermöglichen eine realistische und effektvolle Darstellung des Geschehens.
Der Aufführungsort - Ss. Corpus Christi - , diese zunächst unscheinbar in einer Häuserzeile eingebettete Kirche, die dann, wenn man sie betritt, jeden durch ihre überwältigende Größe im neogotischen Stil beeindruckt, hat einen erinnernden und verbindenden Effekt: Im Jahre 1973 hat hier Michael Witt diese Passion in ökumenischer Zusammenarbeit mit dem Chor der Corpus-Christi-Kirche und Sängerinnen und Sängern aus seinem damaligen Wirkungsbereich aufgeführt. Zu DDR-Zeiten wurden hier die großen Chorkonzerte des Domchores von St. Hedwig aufgeführt, für die die Kathedrale nicht genug Platz bot, so z.B. Verdis "Requiem", Dvoraks "Stabat mater" und Mendelssohns "Elias". Der ausführende Chor ist diesmal die "Ökumenische Seniorenkantorei Berlin".
Es wäre verwegen, zu erwarten, dass die Kirche bei unserem Auftritt voll sein wird - 800 Zuhörer, das schafft heute kaum ein Chor mehr - aber über eine rege Zuhörerschaft würden wir uns doch freuen.

Passionskonzert am 22. März

Zum 3. Passionskonzert der Ökumenischen Seniorenkantorei 2009 erklang in der Kirche Ss. Corpus Christi die Johannes-Passion von Georg Friedrich Händel aus dem Jahre 1704 für Soli, Chor und Orchester.
Die Solisten der Aufführung waren Susanne Hammer und Susanne Wilsdorf (Sopran), Frederic Meylan (Altus), Christoph Burmester und Christoph Leonhard (Tenor) sowie Georg Witt (Bass), das Orchester das Ensemble für Alte Musik: Gesamtleitung: DKM i.R. Michael Witt.
Dieses erste Oratorium von Georg Friedrich Händel komponierte er mit 19 Jahren. Die Uraufführung fand am Karfreitag des Jahres 1704 in Hamburg statt - Händels damaliger Wirkungsstätte.
Die Urheberschaft wird unter Musikwissenschaftlern zwar immer noch diskutiert, jedoch allein die Tatsache, dass Johann Mattheson, der zu Händels Zeiten berühmteste Theoretiker und Musikschriftsteller, in seinem Werk dieser Passion eine 50 Seiten lange negative Kritik widmet, legt es nahe, dass dieses Werk wirklich von Händel stammt. So kritisiert Mattheson u.a., dass Händel mit ungewöhnlich starken Ausdrucksaffekten in den Evangelistenrezitativen arbeitet, z.B. gleich am Anfang, als er den Evangelisten die Geißelung geradezu darstellen lässt, was aus heutiger Sicht gerade zu den positiven Momenten des Werks gehört. Nun, die Rivalität zwischen Mattheson als Komponist und Händel war bekannt.
Der Text der Passion wurde von dem Advokaten Ch.H. Postel zusammengestellt, der sich eng an den Originaltext des Johannes-Evangeliums hält. Er beschränkt sich - abgesehen von 12 Arien oder Duetten, die das Geschehen innehaltend betrachten - auf das 19. Kapitel des Johannesevangeliums, den ersten Teil des Passionsberichte lässt er weg. Dadurch entsteht eine im Umfang angemessene gottesdienstliche Karfreitagsmusik.
Dieses Jugendwerk Händels verrät schon sein sicheres dramatisches Gespür, die rasche Abfolge von Orchester-Ritornellen, Rezitativen, Arien und Chören ermöglichen eine realistische und effektvolle Darstellung des Geschehens. Das Werk fasziniert heute durch seine Natürlichkeit und jugendlich frischer Tonsprache.
Die Zuhörer in der Kirche Ss. Corpus Christi spendeten unserer Aufführung impulsiv regen Applaus. Wir sollten doch bitte öfter dort singen.

Festgottesdienst am Ostermontag in St. Dominikus

Am Ostermontag wurde die Festmesse musikalisch gestaltet von der Ökumenischen Seniorenkantorei. Die Solisten waren Christine Wolff (Sopran), Dörte Haring (Alt), Matthias Bleidorn (Tenor) und Martin Backhaus (Bass), an der Orgel: Wolfgang Flügel; die Gesamtleitung hatte DKM i.R. Michael Witt.
Das Eingangslied "Gelobt sei Gott im höchsten Thron" im Satz von Melchior Vulpius sang der Chor gemeinsam mit der Gemeinde.
Es folgte als Ordinarium die Dominicusmesse KV 66 von W. A. Mozart für Soli Chor und Orchester.
Die "Dominicusmesse" entstand 1769 in Salzburg - Mozart war gerade 13 Jahre alt. Er komponierte sie zur Primiz Cajetan Hagenauers, dem Sohn des Besitzers von Mozarts Geburtshaus, mit dem ihn eine enge Freundschaft verband. Hagenauer trat 1764 in das Benediktinerkloster St. Peter ein und wählte als Ordensbruder den Namen Dominikus. Zu Ehren seiner Priesterweihe wurde die Dominicusmesse 1769 in St. Peter uraufgeführt. Es ist eine "feierliche Messe" mit großer, auch Blechbläser und Holzbläser heranziehenden Besetzung, wie sie zu kirchlichen Hochfesten und anderen besonders repräsentativen geistlichen Anlässen zelebriert wurde. Die langsame Einleitung des "Kyrie" und die ausführlichen Fugen am Ende von "Gloria" und "Credo" (letzteres wurde am Ostermonat aus Zeitgründen nicht gesungen) betonen diesen solemnen Charakter.
Zur Gabenbereitung erklang "Christ ist auferstanden" im Satz von Johanna Schell im Wechsel zwischen Chor und Gemeinde und nach der Kommunion als Danklied "Preis dem Todesüberwinder" im Satz von Michael Witt.
Christus ist bei uns - so möchte ich einen Predigtgedanken beschreiben - auch wenn wir, wie die zwei Jünger auf dem Weg nach Emmaus, uns zunächst auf einem Irrweg befinden. Er begleitet uns auch dann.
Zur Kommunionausteilung spielte das Orchester die Kirchensonate C-Dur KV 329.
Den österlich frohen Abschluss bildete das "Regina coeli" von Mozart, KV 127. Der herrlich strahlende Sopran von Christine Wolff mit ihrer Interpretation des "Freu dich, Königin des Himmels, Halleluja - er ist auferstanden!" entzündete in jedem Zuhörer nachvollziehbar wahren Osterjubel.
Schon der Empfang, der uns in der St. Dominikus-Kirche bereitet wurde, zeigte, dass wir willkommen waren, der mehrfache Beifall und die wiederholt dankenden Worte für unseren Einsatz berührten auch uns freudig und anfeuernd - wie schön, so viel Freude weitergeben zu können.

Konfirmation in der Apostel-Paulus-Kirche in Schöneberg am 26. April

Der feierliche Konfirmationsgottesdienst in der Apostel-Paulus-Kirche wurde musikalisch von drei unterschiedlichen Ensembles gestaltet: dem Posaunenchor Berlin-Friedenau unter der Leitung von Hille Schulz, der Singegruppe der Gemeinde und der Ökumenischen Seniorenkantorei unter der Leitung von DKM i.R. Michael Witt; die Orgel spielte Harald Berghausen.
Der Posaunenchor spielte Werke von Traugott Fünfgeld im Stil von Georg Friedrich Händel, Felix Mendelssohn-Bartholdy, Heinrich Schütz und Gottfried Heinrich Stoelzels.
Die Singegruppe, Leitung Martin Hoffmann, intonierte Lieder aus dem EG, die sich inhaltlich auf die von den Konfirmandinnen und Konfirmanden erarbeiteten Glaubensfragen bezogen, die Ökumenische Seniorenkantorei betonte den Akzent der Glaubenssicherheit mit dem aus dem 23. Psalm vertonten Satz von Josef Haydn: "Der Herr ist mein getreuer Hirt".
Anschließend erklang das "Kyrie" und "Gloria" aus Josef Rheinbergers f-moll-Messe.
Der Predigttext, bezogen auf Jakobs Traumgesicht der Himmelleiter und dem Versprechen Gottes, ihn und seine zahlreiche Nachkommenschaft zu segnen, ermunterte die Konfirmandinnen und Konfirmanden zu neuen Wegen und mutigen Entscheidungen. Die Lieder "Vertraut den neuen Wegen, die der Herr uns weist", "Der Himmel, der ist, ist nicht der Himmel, der kommt" unterstrichen diese Aufforderung.
Bei der Austeilung des Abendsmahls sang die Ökumenische Seniorenkantorei die Einsetzungsworte in der Vertonung von Heinrich Schütz.
"Kommt mit Gaben und Lobgesang, jubelt laut und sagt fröhlich Dank" - das Gemeindelied zum Abschluss betonte nochmals die freudige Stimmung dieses schönen Gottesdienstes. Gottfried Heinrich Stoelzels Satz von "Ich freue mich im Herrn", gespielt vom Posaunenchor, begleitete den festlichen Auszug.
Die volle Kirche, die Mitfeier und -freude der Gemeinde, die Engagiertheit aller Beteiligten, verspricht nur Gutes für die Zukunft der Apostel-Paulus-Kirche.

Dankgottesdienst in Heilige Familie, Pankow

Am 15. Mai fand in der Gemeinde "Heilige Familie" ein Dankgottesdienst zum 30jährigen Bestehen der Seniorenbegegnungsstätte statt.
Die musikalische Gestaltung hatte die "Ökumenische Seniorenkantorei" unter Leitung von DKM i.R. Michael Witt übernommen, an der Orgel Sebastian Sommer.
Das Ordinarium war die "Missa tertia" von Lajos Bárdos aus dem Jahre 1944. Der ungarische Komponist (1899-1986) verbindet in ihr Puszta-Klänge seiner Heimat mit Gregorianik in schlichter, doch volltönender anrührender Musik.
Zusätzlich zu den Gemeindeliedern erklang zur Gabenbereitung "Gelobt sei Gott im höchsten Thron" im Satz von Melchior Vulpius und den Kommuniongang begleitete das "Regina coeli, laetare" von Johann Valentin Rathgeber (1682-1750). Rathgeber studierte in Würzburg zunächst Theologie, arbeitet dann Schulmeister und Organist, bis er 1707 in das Benediktinerkloster Banz eintrat und dort als Prediger und Regens chori wirkte. 1729 bat er um ein Studienjahr, um sich kompositorisch weiterbilden zu können. Das wurde ihm verwehrt, so dass er das Kloster ohne Erlaubnis verließ, 1738 aber zurückkehrte, mittlerweile als Komponist anerkannt und zu seiner Zeit hochgeachtet. Er selbst charakterisierte seinen Kompositionsstil folgendermaßen: 'Nicht ein außergewöhnliches Kunstwerk habe ich mir vorgestellt, sondern ein Werk voll lieblicher Harmonie, die dem Zuhörer ja sowieso meist besser gefällt, als eine kunstvolle handwerkliche Arbeit.'
Dompropst Stefan Dybowski stellte seine Predigt unter das Thema "Dankeschön" und "Liebe", Dank für die so blühende Arbeit der Seniorenbegegnungsstätte und Gedanken zur Liebe auch im Seniorenalter und was jüngere Menschen daraus lernen können - Widerspiegelung von Innen und Außen, Mut zur Entscheidung, denn Liebe verlangt Entscheidung und Erlebnis der barmherzigen, verwöhnenden Liebe, die ein Spiegel der göttlichen Liebe ist.
Zum Ausklang spielte Sebastian Sommer eine Improvisation zum Lied "Befiehl du meine Wege".
Es war uns eine Freude, an diesem schönen Dankgottesdienst teilnehmen zu dürfen.

Christi Himmelfahrt in St. Marien, Mitte

Am 21. Mai - Christi Himmelfahrt 2009 - musizierte die Ökumenische Seniorenkantorei zusammen mit einem Bläserensemble unter der Leitung von Johann Plietzsch im Abendmahlsgottesdienst in der St. Marienkirche, Berlin Mitte, an der Orgel Martina Kürschner, die Gesamtleitung hatte DKM i.R. Michael Witt.
Nach dem Eingangslied "Gen Himmel aufgefahren ist" - alternierend im Satz von Melchior Franck gesungen - erklang die Motette über den 150. Psalm für Chor und Bläser von Arnold Mendelssohn.
Das Wochenlied "Wir danken dir, Herr Jesu Christ" sang Gemeinde und Chor abwechselnd im Satz von Johann Sebastian Bach.
Das Ordinarium war die "Missa dominicalis" von Wolfram Menschick, DKM i.R. in Eichstätt.
Superintendent i.R. Joachim Koppehl formulierte in seiner Predigt den "Himmel" nicht als Ort, sondern als Zustand, nicht oben - innerlich ist der "Himmel" erfahrbar. Die Überlieferung in den Evangelien sind keine historischen Dokumente, sondern "Poesie des Glaubens". Seine vehement geäußerte Enttäuschung über den Ausgang der "Pro Reli"-Wahl war gleichzeitig ein Appell an alle Christen, nicht untätig zu sein und sich mehr zu engagieren.
Das Abendmahl wurde begleitet mit der doppelchörigen Motette "Omnes gentes plaudite manibus" von Philipp Dulichius. Trotz eingerüsteter Kirche und Orgel konnte man sich an den inspirierten Improvisationen von Martina Kürschner erfreuen.
Die Gemeinde bedankte sich bei uns mit viel Beifall.

Pfingstmontag in Neuzelle

Am Pfingstmontag - nun schon zum dritten Mal - sang die Ökumenische Seniorenkantorei in der Stiftskirche Neuzelle. Wir gestalteten musikalisch das Hochamt, zusammen mit einem jungen kleinen Streicherensemble, den beiden Sopranistinnen Niniane Rheinfurth und Renée Pietsch, an der Orgel KMD Christian Schlicke, die Gesamtleitung hatte DKM i.R. Michael Witt.
Das Eingangslied war "Komm, Heiliger Geist" im Satz von Johann Sebastian Bach wechselnd mit der Gemeinde.
Als Ordinarium wurde die "Missa brevis in F", eine der sog. Jugendmessen von Joseph Haydn für 2 Violinen, Basso continuo und 2 Sopransolisten gesungen. Er schrieb sie wahrscheinlich 1749, als er noch Sängerknabe in Wien war und vom Domkapellmeister Georg Reutter im Komponieren unterrichtet wurde. Chor und Solisten wechseln sich ständig ab, der Messtext ist oft auf die einzelnen Stimmen verteilt, so dass 'brevis' absolut stimmig ist. Die Annahme, dass Haydn die Messe für sich und seinen Bruder Michael komponierte, ist nicht von der Hand zu weisen, beide waren zu dieser Zeit Wiener Sängerknaben.
Zur Gabenbereitung erklang die Antiphon "Regina coeli, laetare" von Johann Valentin Rathgeber, die Kommunion begleitete die Kirchensonate in F KV 224 von Wolfgang Amadeus Mozart.
Mit dem Gemeindelied "Der Geist des Herrn erfüllt das All" wurde nochmals dem Pfingstgeschehen Preis, Dank und Lob gesungen.
Die abschließende Orgelmusik von Felix Mendelssohn-Bartholdy unterstrich den festlichen Charakter des Hochamtes.
Ein besonderer Dank gilt Pfarrer Florian, der uns wieder mit einem anschließenden Grillimbiss und Getränken freundlich versorgte, das Wetter (bei der Anreise musste man Sorge haben, ob ein Aufenthalt im Garten möglich sein würde) hatte ein Einsehen, die Sonne schien sogar richtig warm. Ein sehr schöner Pfingstmontag, der uns in froher Erinnerung bleiben wird.

21. Juni, 1. Juli, 4. Juli

Die Daten allein beweisen, wie arbeitsreich die letzen Wochen für die Ökumenische Seniorenkantorei unter der Leitung von DKM i.R. Michael Witt war. Am 21. Juni sangen wir zum Fête de la musique in der St. Hedwigs-Kathedrale die f-moll Orgelmesse von Josef Rheinberger, an der Orgel Dr. Wolfgang Flügel. Leider muss gesagt werden, dass es nicht eine unserer besten Leistungen war - aber Selbstkritik ist vielleicht, nach der eigenen Enttäuschung, ein Ansporn für die Zukunft.

Am 1. Juli gestalteten wir die Messe bei der Seniorenwallfahrt des Erzbistums Berlin nach Alt-Buchhorst, an der Orgel Martin Ludwig. Das Eingangslied wurde im Wechsel mit der Gemeinde im Satz von Seth Calvisius gesungen. Das Ordinarium war die "Paulus-Messe" (Chorsatz Michael Witt), zur Gabenbereitung und zum Kommuniongang erklangen Chorsätze von Josef Haydn (Psalm 23, Der Herr ist mein getreuer Hirt, Mein Gott, wie schön ist diene Welt und Gott hat das erste Wort).
Bei strahlendem Sommerwetter waren die (nicht nur) Senioren so zahlreich erschienen, dass man darum bangte, dass auch alle nach der Messe gesättigt werden konnten - die Sorge war unnötig. Wenn denn die Zahlen der angemeldeten (500) und dann gekommenen Wallfahrer (1100) richtig waren, haben wir eine wunderbare Reisvermehrung erlebt. Und der Chorklang - unter freiem Himmel und mit Mikrofonanlage - war erfreulich und wurde von den Veranstaltern und dem Kardinal mit Dank, von den Anwesenden mit viel Beifall bedacht.

Zum zweiten Male luden die Berliner Kirchen ein zum ökumenischen Fest der Kirchen zwischen Alexanderplatz, Marienkirche und Rotem Rathaus. Und wir nahmen auch zum 2. Mal daran Teil. Vor drei Jahren sangen wir Petr Ebens "Marien-Vesper", dieses Jahr unter dem Motto "Magnificat", begleitet vom Collegium Musicum die "Vesperae solennes de Dominica" von W. A. Mozart (KV 321). Die Solisten waren Christine Wolff (Sopran), Judith Utke (Alt), Ralph Eschrig (Tenor) und Matthias Weichert (Bass), Continuo (Dr. Wolfgang Flügel). Eingeleitet wurde die Vesper mit der Kirchensonate von W.A. Mozart C-Dur (KV 263).
Die Marienkirche war sehr gut besetzt und trotz eines Patzers im Chor bedankten sich die Zuhörer lautstark für unseren musikalischen Beitrag.

19. Juli 2009 in St. Michael

Zum Abschluss der Chorsaison 2008/2009 sang die Ökumenische Seniorenkantorei nun schon traditionell in der St. Michaelskirche in Mitte. Die Ausführenden waren Niniane Rheinfurth und Renée Pietsch (Sopran), ein kleines Streicherensemble und an der Orgel Deborah Hödtke (14 Jahre alt), die Gesamtleitung hatte DKM i.R. Michael Witt.
Als Eingangslied erklang im Wechsel mit der Gemeinde "Nun jauchzt dem Herren alle Welt" im Satz von Michael Witt.
Das Ordinarium war die Jugendmesse von Josef Haydn, "Missa brevis in F" für 2 Violinen, Basso continuo und 2 Sopranstimmen eine fröhliche, beschwingte Messe, so recht passend zu dieser sommerlichen, Urlaub und Entspannung verheißende Zeit, die oft unter dem Motto begonnen wird: ab jetzt wird alles anders.
So war auch der Tenor der Predigt darauf abgestimmt: "Gib, dass wir die Gewohnheiten des alten Menschen ablegen und als neue Menschen leben".
Einige Irritationen gab es im Vorfeld, eine Sopranistin erschien erst zum Beginn der Messe (man kann nur sagen: bloß gut, dass sie dann kam und auch stimmlich nicht irritiert war), die zweite Panne: die 2. Violine erschien gar nicht. Aber trotzdem gelang es, der Messfeier einen wohlklingenden, freudigen Rahmen zu geben, was auch die mitfeiernde Gemeinde mit Beifall, der Dompropst Stefan Dybowski mit dankenden Worten belohnte.
Das Orgelnachspiel, eine Komposition von Charles Tournemire, einem Schüler von César Franck und Charles-Marie Widor, wurde von der jungen Organistin bravourös musiziert - eine Wohltat, diesen Klängen zu lauschen.
Nach dem Gottesdienst feierten wir - nun schon zum vierten Mal - im lauschigen Ruinengarten der Kirche unser Sommerfest mit kulinarischen und kulturellen Genüssen; so gab es u.a. eine Uraufführung. Herr Thöne machte uns das Geschenk eines für die Ökumenische Seniorenkantorei komponierten Kanons: "Wir sind die Jüngsten nicht, können nicht mehr springen, doch eines können wir: Singen!", eine ganz reizende Geste, die wir dankend als "Opus 1" in unsere Chronik aufnehmen (obwohl "Opus 1" wohl nicht ganz stimmt, wenn man an die zahlreichen Sätze für den Chor von Michael Witt denkt, da haben wir nicht aufgepasst und nicht mitgezählt).
Petrus hatte uns nicht im Stich gelassen, die wenigen Tropfen, die mal vom Himmel fielen, konnten uns nicht verdrießen und - obwohl schon etwas zusammengeschmolzen, was die Anzahl der Chorsänger anbetraf - sangen wir doch noch einige Volkslieder in vierstimmigen Sätzen, schließlich war es ein Chorsommerfest.
Wenn man an das vorige Jahr zurückdenkt, wo unser Chorleiter uns nach schwerer Operation das erste Mal wieder dirigierte, können wir nur sagen: "Deo gratias!" und hoffen, dass wir noch viele Sommerfeste so fröhlich gemeinsam feiern können.

Goldene Konfirmation in der Gethsemane-Kirche am 30. August 2009

Am 30. August diesen Jahres feierte die Gemeinde der Gethsemanekirche Goldene Konfirmation. Zwölf Jubilare waren der Einladung zu dieser Feier gefolgt. Die Kirchenmusikerin, Frau Elisabeth Kaiser, hatte die Verbindung zu unserem Dirigenten, Herrn Michael Witt, aufgenommen, sodass unser Chor den Gottesdienst unter seiner Leitung musikalisch begleiteten konnte.
Nach dem Glockengeläut der berühmten Kirche und unter den Klängen eines Andante für Orgel von Felix-Mendelsohn-Bartholdy zogen die Konfirmanden, geleitet von Pfarrer Christian Zeiske und begleitet vom Gemeindekirchenrat, feierlich in die Kirche ein. Die Gemeinde hatte sich erhoben und ehrte so die Wiederholung der Konfirmation durch zwölf ihrer Gemeindeglieder. Das Eingangslied "Lobe den Herren" sang die Gemeinde im Wechsel mit dem Chor in einem Satz von Johann Sebastian Bach.
Die Psalmvertonung des 23.Psalms von Joseph Haydn, aufgeführt als Introitus, und der Choral "Nun danket alle Gott" als Kyrie und Gloria, wieder im Wechsel mit der Gemeinde gesungen, führte das Thema Loben und Danken fort, das diesen Gottesdienst und auch die Predigt kennzeichnete.
Als Graduale erklang eines der zwanzig von Max Reger 1914 komponierten Responsorien, nämlich "Dein Wort, Herr, bleibet ewig", womit die eigentliche Amtshandlung eingeleitet wurde.
Nach der Predigt sang der Chor wieder ein Werk von Josef Haydn: "Gott hat das erste und letzte Wort". Währen der Austeilung des Abendmahls erklang das "Ave verum.." von William Byrd.
In diesem Gottesdienst konnte man sich als Chorsänger zur Gemeinde gehörig fühlen, so herzlich und dankbar wurden wir begrüßt und einbezogen, und so fröhlich wurden wir Zeugen des Geschehens. Mehrmals wurde von der 'Ehre' gesprochen, die unser Auftreten für die Gemeinde sei- das haben wir denn doch nur leicht schmunzelnd akzeptiert.
Reinhard Luschert

Abendmahlsgottesdienst am 6. September in St. Marien




Vor exakt 50 Jahren übernahm Michael Witt als Theologiestudent der Humboldt-Universität die Leitung seines ersten Chores - die Kurrende der evangelischen Studentengemeinde. Aus diesem Anlass lud er zu einem Jubiläumstreffen ein, bei dem natürlich gesungen werden sollte, und zwar in St. Marien (Mitte). Auf dem Programm standen Kompositionen von Bach, Schütz und Crüger, für erfahrene Chorsänger nicht kompliziert, aber gewagt war dieses Unternehmen für ein Wochenende doch schon.
Es kamen viele, aber waren die damaligen Mitglieder noch bei Stimme? Sicherheitshalber wurde die (bisher) letzte Chorgründung von Michael Witt 'dienstverpflichtet', die "Ökumenische Seniorenkantorei", die sich gerne bereit fand, sich bei diesem "50-jährigen Sängertreffen" einbinden zu lassen. Es erwies sich sehr bald, dass die 'Ehemaligen' aus der Kurrende nicht nur noch bei Stimme waren und darüber hinaus auch über die notwendige Flexibilität verfügten, ihrem ehemaligen Chorleiter zu folgen - schlichtweg, ein gemeinsamer Chorklang kam auf, der nur einmal wieder beweist, dass der Chorleiter eben doch seine prägende Wirkung auf die Chorsängerinnen und -sänger hat. Und das über die Zeit von 50 Jahren.

Der Abendmahlsgottesdienst in der St. Marienkirche wurde von Martina Kürschner an der Orgel mit Bachschen Klängen (Präludium und Fuge in C), hinführend auf die folgende Musik, eingeleitet.
Das Eingangslied "Wohl denen, die da wandeln" erklang im Wechsel mit der Gemeinde im Satz von Heinrich Schütz, gefolgt von Johann Crügers "Allein Gott in der Höh".
Das Predigtlied, die Bachkantate 137 "Lobe den Herren", Eingangschor, Altarie und Duett leitete die Predigt ein, die sich inhaltlich interpretierend auf den Kantatentext bezog und die emotionale und betende Rolle der Musik für "Andacht und Segen" betonte. Das "Amen" als Predigtausklang überließ Pfarrer Johannes Krug der Tenorarie sowie dem Schlusschor der Bachkantate: "Lobe den Herren, der deinen Stand sichtbar gesegnet" sowie dem machtvollen Choral "Lobe den Herren, was in mir ist lobe den Namen". Heike Peetz (Sopran), Judith Uke (Alt), Christoph Leonhard (Tenor) und Georg Witt (Bass) waren die solistischen Interpreten.
Das Abendmahl begleitete das Wochenlied "Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ" und zum Ausklang als Danklied sangen wieder Chor und Gemeinde im Wechsel "Nun danket alle Gott", beides im Satz von J.S. Bach.
Ein besonderer Dank sei der "Domkapelle" geschuldet, u.a. Mitglieder der Staatskapelle, die ihre Souveränität in diesem Gottesdienst "Gott zu Ehren" voll einbrachten ebenso wie Dr. Wolfgang Flügel am Continuo.
Frau Kürschner improvisierte als Nachspiel noch einmal "Lobe den Herren" im Bachschen Nachsinnen.
Die Marienkirche war gut besetzt, es war ein würdiger, auch anrührender Gottesdienst, der dem Anlass entsprach.

Chorreise nach Stralsund



Klarer wolkenloser blauer Himmel, eitel Sonnenschein - bei diesem herrlichen Frühherbstwetter starteten wir unsere Busreise von Berlin nach Stralsund und trafen pünktlich in unserem Quartier, dem Hotel 'Unter den Linden' ein.
Wir konnten uns unverzüglich an den gedeckten Tisch setzen und die beiden wohlschmeckenden Eintopfgerichte, Kartoffelsuppe mit Würstchen sowie Gulaschsuppe genießen. Auch die Vegetarier kamen nicht zu kurz, sie konnten sich an einem Nudelgericht satt essen.
Bald nach dem Bezug der sehr gepflegten, großen Zimmer (es gab sogar Raucherzimmer für die Unbelehrbaren) ging es nach Stralsund zur Generalprobe in die St. Marienkirche. St. Marien, eine der drei majestätischen Kirchen in Bachsteingotik, die die Silhouette der Stadt prägen, beeindruckt jeden, der sie betritt, durch ihre enorme Größe, schaut man nach oben, hat man den Eindruck, unendlich klein zu sein, denn allein ihre Höhe ist schwindelerregend. Ein etwas banges Gefühl stellte sich ein - wie wird die Akustik sein? Wird man uns hier überhaupt hören können?
Wir wurden sehr herzlich vom Organisten der Gemeinde, Martin Rost empfangen, der unsere Befürchtungen zu ahnen schien, seine Worte beruhigten uns denn auch etwas.
Aber es war wirklich schwierig, anfangs hatte man den Eindruck, in Watte zu singen, lediglich der Nebenmann war deutlich hörbar. Aber als ich dann beim solistischen "Cantate Domino" nach hinten ging, um dem Klang zu lauschen, war ich erstaunt, wie klar und voll die immerhin kleine Besetzung rüberkam, das Collegium Musicum, die Solisten Susanne Hammer und Susanne Wilsdorf (Sopran), Georg Witt (Bass) sowie Wolfgang Flügel (Orgel).
In der 'Geistlichen Abendmusik' musizierten wir dann Werke von Dietrich Buxtehude, der ja dieser Gegend sehr verbunden war, Werke von Wolfgang A. Mozart und dem Haydn-Gedenken geschuldet seine "Missa brevis in F-Dur".
Leider waren nur wenige Zuhörer anwesend, aber wir wurden anschließend durch die herrlichen Klänge der Stellwagen-Orgel (auf der Dietrich Buxtehude selber gespielt hatte) entschädigt. Die Restaurierung der Orgel durch Wegscheider war 2008 abgeschlossen und Martin Rost ließ sie in ihrer Vielfalt für uns, die wir nur andächtig lauschen konnten, erklingen - danke.



In unser gastliches Hotel zurückgekehrt, erwartet uns schon ein so vielfältiges, üppiges Buffet, optisch genauso ansprechend wie wohlschmeckend, dass ich nur traurig war, nicht alles probieren zu können, der Magen ist nicht groß genug.
Das sich anschließende gesellige Beisammensein wurde durch Barbaras Beitrag über ihre Interneterfahrungen hinsichtlich 'Musik' und 'Humor' wesentlich bereichert, weil sich Herr Witt dadurch inspiriert fühlte, uns an einigem aus seinem Kanonreichtum in dieser Hinsicht teilnehmen zu lassen und brachte uns dazu, so ausgefallene Texte wie z.B. 'Sprechen mehr als hundertzehn auf einmal, so wirst Du sehen, ist der 111. nicht mehr deutlich zu verstehen' im Kanon zu singen.
Am Sonntag nach dem Frühstück (ich brauch es wohl nicht zu wiederholen, wieder vielfältig, schmackhaft und überreichlich) hieß es, mit Gepäck in die kath. Kirche "Heilig Geist".



Wir sangen im 10.00 Uhr Gottesdienst zur Eröffnung im Wechsel mit der Gemeinde "Wer unterm Schutz des Höchsten steht" im Satz von Adolf Lohmann, als Ordinarium die Haydn-Messe in F-Dur und "Laudate pueri" aus den "Vesperae solennes de Dominica" von W.A. Mozart als Responsorium.
Zur Gabenbereitung erklang im Wechsel zwischen Solisten und Gemeinde mit Chor "Das Weizenkorn muss sterben" im dreistimmigen Satz von Michael Witt, während den Kommuniongang das "Lauda Sion Salvatorem" von Dietrich Buxtehude begleitete. Das Danklied war "O wunderbare Speise" nach Heinrich Isaac. Zum Ausklang spielte das kleine Instrumentalensemble Mozarts Kirchensonate KV 244.
Es war wohltuend, in einem vollbesetzten Gotteshaus zu singen, einer Gemeinde Freude zu bringen, die das so überzeugend als schönes Geschenk empfand. Die Dankesworte des Pfarrers, seine Bitte, doch wiederzukommen, die so ehrlich begeisterten Kommentare von Gemeindemitgliedern (einschließlich unseres Gastgebers, der es sich nicht hatte nehmen lassen, sowohl in St, Marien, als auch in Heilig Geist dabei zu sein) ermutigen und freuen uns natürlich. Für die trockenen Kehlen gab es anschließend reichlich Kaffee u.ä., sowie köstliche hausgemachte Kuchen in reicher Fülle.
Jetzt hatten wir noch über 3 Stunden Zeit, Stralsund auf eigene Faust zu erkunden. Nach einem Hafenspaziergang entschlossen sich einige zu einer Hafenrundfahrt, die sich wirklich gelohnt hat, nicht nur, dass das Wetter eine herrlich Sicht bot (man konnte sogar den Leuchtturm auf Hiddensee erkennen), die ausführlichen Erklärungen ermüdeten nicht, sie kamen so frisch und lebendig rüber, dass ich zuerst dachte, es käme nicht vom Tonband, es war doch so, tat dem Eindruck aber keinen Abbruch. Nach einem Mittagessen (gebratene Flunder mit Bratkartoffeln, schließlich war man an der Ostsee) ging es noch mal in die Stadt, St. Jacobi mit der Hundertwasserausstellung war das erste Ziel, aber die Zeit war einfach zu kurz, um die Ausstellung genießen zu können, also ab nach St. Nicolai und dann war es auch schon Zeit, den Weg zum Bus zu nehmen. Unterwegs sahen wir in einer kleinen Boudique im Schaufenster eine schwarze, lange Gewandung, die mich lachend veranlasste, zu sagen: guckt mal, unsere neue Chorgarderobe. Es war ein ganz exquisites, dezentes mit Spitzen besetztes Kleid, dass seinen etwas gewagten Charme durch ein mit Bändern dekoriertes Dekollté erzeugte, schade, dass wir es nicht fotografiert haben. Der ganze Chor hätte sich amüsiert.
Einige von uns hatten wohl dem Busfahrer gegenüber die Frage gestellt, ob wir nicht einen kleinen Umweg machen könnten und über den neuen Rügendamm kurz nach Rügen und über den alten zurück in Richtung Berlin fahren könnten. Nun - alle freuten sich darauf und der Busfahrer ließ sich dazu überreden, so dass wir nun alle sagen können: 'Wir waren auch auf Rügen'.
Der Rest der Fahrt - alle hatten müde Beine - stellte uns dann doch noch auf eine Geduldsprobe. Wegen eines angesagten Staus auf der Autobahn von 5 km Länge zogen wir es vor, durch das Brandenburger Land zu fahren. Dem Lotsen des Busfahrers, dem Autopiloten, war das gar nicht recht. Immer wieder stiftete er Verwirrung, indem er uns auf die Autobahn zurückdirigieren wollte. Und die 109 ließ er einfach enden, wenn eine Autobahnauffahrt in die Nähe kam. Wir aber blieben standhaft. Rehe, ein Hirsch, Kraniche waren zu erspähen, die wunderschönen Baumalleen Brandenburgs beginnen, sich herbstlich zu verfärben - alles zusammen bewirkte, dass, erst leise von wenigen, dann doch allgemein der im Gedächtnis schlummernde Schatz an Volksliedern erwachte und wir leise singend in den späten Abend fuhren. Nach einem Irrweg, der uns doch etwas Zeit kostete, übernahm dann unser Reiseleiter chorischerseits, Werner Schmidt, die Navigation. Da er die Gegend wie seine Westentasche kennt, erreichten wir dann - zwar verspätet, aber wohlbehalten - Berlin. Der Stau auf der Autobahn hatte mittlerweile eine Länge von 20 km erreicht. Als wir auf einer Brücke kurz vor Berlin die Autobahn überquerten, sahen wir die dahinschleichenden Schlange derjenigen, die zu spät reagiert hatten und gratulierten uns zu unserer Entscheidung für die Landstraße.
Reinhard Luschert, unser bisheriger 'Mann mit der Mütze' bei Reisen, war aus familiären Gründen diesmal verhindert, aber Werner Schmidt hat ihn freundlich, qualifiziert und sicher ersetzt. Danke Werner!
Der Hauptdank aber gilt unserem Chorleiter. Herr Witt hat uns mal wieder durch seine sorgfältige Vorbereitung bis ins Kleinste eine gelungene Chorfahrt geschenkt, einschließlich des bestellten Wetters, eitel Sonnenschein. Wie viele Kilometer er für Ortstermine gefahren ist, wie viele Telefonate er dafür führen musste, wie viel Zeit er dafür aufbrachte - ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass sein Kommentar heute war: 'Nun kann ich die nächste Reise planen'. DANKE!

Hochamt in St. Joseph (Wedding)

Am 11.10. gestaltete die Ökumenische Seniorenkantorei unter der Leitung von DKM i.R. Michael Witt musikalisch das Hochamt in St. Joseph in Wedding, an der Orgel Joachim Smolka. Die neuromanische Kirche - zum Namenspatron wählte man Joseph, da im Bezirk Wedding hauptsächlich Arbeiter lebten - feiert in diesem Jahr ihr 100. Bestehen. Die in der Straßenfront eingebaute Kirche wird gerade renoviert, die beiden Seitenschiffe, die schon im alten Glanz erstrahlen, sind vielversprechend, was die Vollendung betrifft. Das Ordinarium war Joseph Gabriel Rheinbergers "Messe in f-moll". Zur Gabenbereitung sang der Chor im Wechsel mit der Gemeinde das Lied "Ich steh vor dir mit leeren Händen, Herr" (Text Huub Oosterhuis, Satz Jan Vermulst [1925-1994], beide in Holland gebürtig), das echt und ehrlich, ohne jede falsche Frömmelei, und doch zutiefst fromm, die Situation eines gläubig suchenden Menschen zeigt. Die im Evangelium (Mk 10. 17-30) von Christus zum selben Thema gegebene Antwort: "Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in das Reich Gottes gelangt" verstört bis heute, die Worte, die Oosterhuis findet, drücken eine zutiefst demütige Haltung aus, die auf die Gnade Gottes hofft: "Sei du mein täglich Brot, so wahr du lebst. Du bist mein Atem, wenn ich zu dir bete". Zum Abschluss erklang eine Orgelimprovisation von J. Smolka. Ein schönes Hochamt, der Pfarrer der Gemeinde bedankte sich bei uns und lud ganz herzlich zum Kaffee ins Gemeindehaus ein, was wir gerne annahmen.

Reformationsfest 2009 in St. Thomas und 1. November 2009 in St. Marien

Die Ökumenische Seniorenkantorei hat seit ihrem Bestehen den Reformationsgottesdienst in St. Thomas, Mariannenplatz musikalisch gestaltet. So war es auch für 2009 abgesprochen. Pfarrer Müller hatte uns seinen Dank für die vorherigen Beiträge mit einem Geschenk in Form von wohlmundendem Rotwein überbracht und dabei seinem Wunsch Ausdruck verliehen, dass wir auch dieses Jahr wieder singen würden, was wir gerne bestätigten.
Dann aber begann es, im Hintergrund zu brodeln. Die Gestaltung des Reformationsgottesdienstes 2009 in St. Thomas stände gar nicht in der Hand der Gemeinde und nach und nach bekamen wir mit, dass dieser Gottesdienst als letzter Reformationsgottesdienst mit Bischof Dr. Wolfgang Huber gefeiert werden sollte.
Als wir dann in der St. Thomas-Kirche waren, wurde uns erst bewusst, dass wir an einer Art Staatsakt teilnahmen, den wir - die Seniorenkantorei - musikalisch gestalteten.
Bundespräsident Horst Köhler mit seiner Frau waren anwesend, Staatssekretärin Monika Helbig (Berlin) und Staatssekretär Dr. Johann Komusiewicz (Brandenburg), Kardinal Sterzinsky, Bundestagsabgeordnete etc., eine erlauchte Gesellschaft. Im Anschluss an die vielen Abschiedsworte an Bischof Huber hielt Prof. Dr. Richard Schröder ein Referat zum Thema "Die Bedeutung einer Kirche der Freiheit für politische Freiheit"
Dr. Gunnar Kennel (Landeskirchenmusikdirektor) spielte an der Orgel zur Einleitung und zum Ausklang Stücke aus der Sonate I op. 65/1 von Felix Mendelssohn-Bartholdy. Als Eingangslied erklang "Ein feste Burg ist unser Gott" im Wechsel mit Chor und Gemeinde - und zum Gloria "Allein Gott in der Höh sei Ehr", beides im Satz von Johann Crüger. Zur Vorbereitung auf die Predigt sangen wir "Allein auf Gottes Wort will ich mein Grund und Glauben bauen" von Johann Walter und vor dem Segen, den Hautgedanken des Gottesdienstes zusammenfassend: "Verleih uns Frieden" im Satz von Heinrich Schütz. Die Erinnerung an 1989, den Fall der Mauer, die Dankbarkeit für dieses von uns allen in dieser Jetztzeit erlebte Wunder, prägten diesen Gottesdienst ebenso wie der Dank an Bischof Huber, der in der Folgezeit behutsam leitend die weitere Entwicklung auf Seiten der evangelischen Kirche beeinflusste.

Ähnlich unwissend sind wir in den Gottesdienst in St. Marien am 1. November geraten.
Herr Witt stellte die Frage in den Raum, wer denn nach dem Gottesdienst in St. Thomas doch vielleicht noch am 1. November in St. Marien mitsingen würde. Frau Edda Straakholder hätte ihn gefragt, ob sie mit Chormitgliedern aus der Seniorenkantorei rechnen könne. Ich persönlich war ablehnend, denn Allerheiligen war für mich das Pontifikalamt in St. Hedwig angesagt, "Krönungsmesse". Aber das war morgens - also 15.00 Uhr, das müsste machbar sein. Aber was genau in St. Marien ablaufen würde, dass wusste auch keiner von uns. Wir trafen uns zum Einsingen um 13.00 Uhr in der Waisenstrasse und gingen dann hinüber zur Marienkirche.
Dort eingetroffen, erfuhren wir aus dem Ablaufplan, dass der Gottesdienst zur Einführung von Pfarrer Dr. Bertold Höcker in das Amt des Superintendenten im Kirchenkreis Berlin Stadtmitte abgehalten wurde. Also wieder eine Art von kirchlichem Staatsakt.
Der Einzug der Geistlichkeit erinnerte mich stark an das Pontifikalamt in St. Hedwig, an dem ich ja morgens mitgesungen hatte. Es fehlte eigentlich nur das Kreuz, das in St. Hedwig vorangetragen wird und die weihrauchfässerschwingenden Ministranten. Die vorangehende Choralschola aus Köln erinnerte in ihren Kutten an Mönche. Der lateinisch gesungene Introitus und das Graduale, ebenfalls lateinisch, trugen zusätzlich dazu bei.
Unser Projektchor, beim Einsingen schon von Frau Marie-Luise Schneider auf Homogenität vorzüglich eingeschworen (bei so kurzer Zeit ist natürlich keine Perfektion möglich), sang Mendelssohns "Jauchzet dem Herrn alle Welt" und "Verleih uns Frieden gnädiglich". Nach der Predigt, im Wechsel mit der Gemeinde, erklang im Satz von Adam Gumpelzhaimer "Lob Gott getrost mit Singen".
Es waren Gottesdienste, die neue Erfahrungen brachten, erinnerungsschwer, aber auch frohmachend für eine neue, hoffentlich fruchtbringende Zukunft.

Ökumenischer Gottesdienst in der St. Hedwigs-Kathedrale am 9. November 2009

Anlässlich des 20. Jahrestages des Falls der Berliner Mauer fand in der St. Hedwigs-Kathedrale auf Initiative der Rotarier hin ein Ökumenischer Gottesdienst statt, den die Ökumenische Seniorenkantorei musikalisch gestaltete. Thomas Sauer leitete mit seinem Vorspiel "In dir ist Freude" von J.S. Bach den Gottesdienst festlich ein.
Der Grundgedanke: Lob Gottes, Freude, tiefer Dank und Bitte um Frieden.
Die Gedanken, die sich in den geistlichen Dialogen und in der Predigt festmachten, manifestierten die gegenwärtige Unsicherheit, forderten die ständige Bereitschaft zum Dialog und mahnten in den gegebenen Beispielen ständigen persönlichen Mut zum Bekenntnis an, der dann auch Erfolg (selbst zu DDR-Zeiten) bringt, "Vertrau den neuen Wegen, auf die der Herr uns weist".
Die ausgewählten Liedtexte (im Wechsel mit der Gemeinde) unterstrichen die Intention: Eingangslied: "Nun jauchzt dem Herren alle Welt" (im Satz von Michael Witt), "Ich will, so lang ich lebe, rühmen den Herren mein" (im Satz von Heinrich Schütz), "Cantate Domino" von Johann Crüger, "Lobt Gott getrost mit Singen" von Adam Gumpelzhaimer und vor dem Segen "Verleih uns Frieden gnädiglich" im Satz von Felix Mendelssohn-Bartholdy. Zum Ausklang, vor dem Orgelnachspiel von Thomas Sauer, sang die Gemeinde das einzige zu diesem Tag passende Lied, wie es Richard Schröder formuliert hatte: "Nun danket alle Gott mit Herzen. Mund und Händen".
Es war kein Jubelgottesdienst, es war eine Stunde der Rückbesinnung und der Mahnung, sich dem Zukünftigen zu stellen, ohne die Vergangenheit zu vergessen.

Gottesdienst am Ewigkeitssonntag 2009 in St. Jacobi-Luksenstadt

Am Ewigkeitssonntag gestalteten wir unter der Leitung von Michael Witt den Gottesdienst in der St. Jacobi-Kirche, an der Orgel Oliver Lüsch, der zur Einleitung - unserem Chorprogramm angepasst - eine Komposition von Nicolaus Bruhns (1665-1697), einem Lieblingsschüler von Dietrich Buxtehude, spielte.
Als Introitus erklang die 5stimmige Motette von Heinrich Schütz "Herr, auf dich traue ich" aus der "Geistlichen Chormusik von 1648", gefolgt vom Lied "Es ist gewißlich an der Zeit" im Wechsel mit der Gemeinde im Satz von Michael Praetorius.
Seit der Entwicklung des Kirchenjahres im Mittelalter wurden mit den letzten Sonntagen liturgische Lesungen zu den "Letzten Dingen" verbunden, zum Totensonntag oder Ewigkeitssonntag die Thematik "Jüngstes Gericht". Heinrich Schütz hat dieser Tradition entsprechend eine 5stimmige Motette für diesen Sonntag komponiert: "So fahr ich hin zu Jesu Christ", die vor dem kleinen Theaterstück "Schuster Martin", das den Evangeliumstext interpretierend darstellte, gesungen wurde. "Wahrlich ich sage euch: Was ihr dem Geringsten meiner Brüder getan habt, das habt ihr mir getan." - so das Motto der Martinsgeschichte und der Predigt, die von dem Lied "So jemand spricht: Ich liebe Gott" von der Gemeinde eingerahmt wurde.
Das Wochenlied "Wachet auf, ruft uns die Stimme" erklang im Wechsel zwischen Chor und Gemeinde im Satz von Johann Sebastian Bach und abschließend, nach dem Segen die Schütz-Motette "Verleih uns Frieden genädiglich".
Die St. Jacobi-Kirche, im Stil einer italienisch-frühromanischen Basilika von Friedrich August Stüler konzipiert (Einweihung 1845 im Beisein von König Friedrich Wilhelm IV), wurde 1945 bei einem Luftangriff zerstört, ab 1953 begann der Wiederaufbau, 1957 fand die erneute Weihe der wiederhergestellten Kirche statt - der Innenraum wurde stark vereinfacht, aber in der unzerstörten Apsis ist die Mosaikdarstellung des segnenden Christus erhalten geblieben und strahlt ganz besonders durch die Gold- und Rottöne in der neuen Helligkeit der Kirche.
Die Gemeinde, die Wärme und Herzlichkeit ausstrahlt, bedankte sich bei uns mit Beifall und der Einladung zum anschließenden Kaffee und Spekulatius. Da sagen auch wir gerne: Danke!

2. Adventssonntag in Herz-Jesu, Charlottenburg

Am 2. Adventssonntag haben wir in "Herz-Jesu" Charlottenburg die Messe musikalisch gestaltet, an der Orgel Martin Ludwig, der wegen seiner doppelten Dienstverpflichtung erst kurz vor Beginn des Gottesdienstes eintraf - das hat aber zu keinem Missklang geführt, auch ohne vorherige gemeinsame Probe waren Chor und Orgel harmonisch aufeinander eingestimmt.
"Wachet auf, ruft uns die Stimme" - Chor und Gemeinde im Wechsel im Satz von J.S. Bach - bereitete auf die Thematik des Sonntags vor - wachet auf, um den Ruf zu vernehmen, Bereitet dem Herrn den Weg! Ebnet ihm die Straßen!
Als Ordinarium erklang die "Missa tertia" von Lajos Bárdos aus dem Jahre 1944 - ungarische Gregorianik, die (kurz vor Ende des Krieges) leise eindringlich, flehentlich, zu Herzen gehend die Bitte intoniert "dona nobis pacem". Den Evangelientext interpretierte das Lied "Mit Ernst, o Menschenkinder" (Satz: Leo Hassler aus dem Jahr 1608) wieder abwechselnd mit Chor und Gemeinde.
Die Predigt machte deutlich, dass wir nicht ein vergangenes Ereignis feiern, sondern dass wir im Heute dem Herrn den Weg in unsere Herzen ebnen sollen, dass Johannes der Täufer mit seinem Appell aktuell ist und bleiben wird.
Zur Kommunion sang der Chor "Übers Gebirg Maria ging" im 5stimmigen Satz von Johannes Eccard und als Danklied danach "Macht hoch die Tür" (4stimmiger Chorsatz aus dem Halleschen Gesangbuch 1704).
Das Abschlusslied der Gemeinde war "Ecce dominus veniet".

Weihnachten 2009

Weihnachten 2009 Am 1. Weihnachtsfeiertag gestalteten wir den Abendmahlsgottesdienst in St. Marien gemeinsam mit einem kleinen Instrumentalensemble unter der Leitung von DKM i.R. Michael Witt, an der Orgel Martina Kürschner.
Als Eingangslied sang der Chor im Wechsel mit der Gemeinde "Lobt Gott, ihr Christen alle gleich" im Satz von Michael Praetorius, ebenso als Wechselgesang "Gelobet seist du, Jesu Christ", "Herbei, o ihr Gläubigen" und als Schlusslied "O du fröhliche" im Satz von Michael Witt.
"Gloria in excelsis Deo" (J.S. Bach), "Quem pastores" (M. Praetorius), "Fröhlich soll mein Herze springen" (Johann Crüger) und Buxtehudes 3stimmige Kantate "In dulci jubilo" erfüllten die vollbesetzte Marienkirche mit volltönendem Wohlklang.
Es war ein festlicher Weihnachtsgottesdienst und für uns eine Freude, in der nun fast vollständig renovierten Marienkirche musizieren zu dürfen.

Dem diesjährigen Kalender gedankt, konnten wir am 27.12.2009 ein Weihnachtskonzert geben. In unserem schönen Probendomizil, dem St. Petri-Gemeindesaal in der Neuen Grünstr. haben wir eingeladen zum 'Weihnachtsliedersingen - zum Mitmachen'.
Das Programm begann mit 'Alten deutschen Weihnachtsliedern' (Michael Praetorius, Dietrich Buxtehude, Johann Crüger und Erhard Bodenschatz), es folgten 'Europäische Weihnachtslieder' aus Italien, England, Ungarn, Polen, Russland und Tschechien. Bach-Choräle und Hirtenlieder schlossen sich an und zum Schluss erklang "O du fröhliche".
Mit uns musizierte ein Instrumentalensemble (Blockflöten, Oboe, Violine, Viola, Kontrabass und Orgel) sowie Susanne Hammer (Sopran) und Georg Witt (Bass) - nicht zu verschweigen die Zuhörer, die vielfach aufgefordert waren, mitzusingen.
Es war für uns eine Freude, zu hören, wie sich die recht zahlreiche Gemeinde stimmlich einbrachte. Wie mir meine 4jährige Enkelin erzählte, hätte meine Tochter mit Tränen in den Augen lautstark mitgesungen - sie war bestimmt nicht die einzige, denn es hat wirklich allen gefallen, den gesamten Kirchensaal mit jubelnden Klängen zu erfüllen, eben auch mit der eigenen Stimme. Ich glaube, dieses Weihnachtskonzert war nicht nur für uns Chorsänger, sondern auch für die Zuhörer ein besonderes Weihnachtsgeschenk.
Der sich anschließenden Weihnachtsfeier werde ich im Jahresrückblick demnächst noch einige Worte widmen.


Berichte 2008   (Seitenanfang)

Epiphanias 2008

Zum Fest der Erscheinung des Herrn wurde das Pontifikalamt unter der Leitung von DKM i.R. Michael Witt musikalisch gestaltet von der Ökumenische Seniorenkantorei Berlin zusammen mit Mitgliedern des Chores der St. Hedwigs-Kathedrale, an der Orgel Domorganist Thomas Sauer.
Als Ordinarium erklang Josef Gabriel Rheinbergers Messe f-moll für gemischten Chor und Orgel. Diese Messe ist der frühromantischen Tradition verpflichtet und beispielhaft für Rheinbergers melodische, harmonisch-behutsame Behandlung der Meßtexte, die er durch die Musik interpretierend unterstreicht und somit inhaltlich ausgewogen zum Klingen bringt. Keine vordergründigen Effekte stören den liturgischen Sinngehalt, keine unnötigen Wiederholungen beeinflussen den Ablauf der sakralen Handlung; Wiederholungen heben lediglich die Kernaussagen eindringlich hervor; so im SANCTUS den Jubelruf des "Osanna" und im AGNUS DEI die weich melodiös formulierte Bitte des "dona nobis pacem". Rheinberger stellt die Musik ganz in den Dienst der Liturgie, ist selber als Komponist Diener des Gottes-Dienstes
Festliche Lieder wie "Sieh, dein Licht will kommen" und "O du fröhliche", beides gemeinsam mit der Gemeinde im vierstimmigen Satz von M. Witt, "Hört, es singt und klingt mit Schalle" und "Der Morgenstern ist aufgegangen" von M. Praetorius und "Wie schön leuchtet der Morgenstern" nach J.S. Bach ließen den weihnachtlichen Festkreis noch einmal voll zum Erstrahlen bringen. Der zum Abschluss von Domvikar Martin Kalinowski vorgetragene Cisianus machte deutlich, dass die Passionszeit in diesem Jahr besonders nah an Weihnachten heranrückt.
Die Witterungsbedingungen am 6. Januar 2008 - spiegelglatte Straßen und Wege - machte es nicht nur für die Senioren beschwerlich, ja gefährlich, pünktlich zum Gottesdienst zu kommen. Um so erfreulicher, dass alle die Mühsal auf sich genommen haben, so konnten wir doch in der schönen Chorgemeinschaft zusammen volltönend singen. Und auch die Kathedrale war nicht etwa leer. Bedenkt man diese Extrembedingungen, dann waren wahrlich nur wenige Plätze leer.
Der Kardinal dankte beiden Chören, äußerte seine Freude über die Kooperation des Chores der St. Hedwigs-Kathedrale, über die Senioren, die nicht aufhören wollten, zu singen und DKM M. Witt - zwar im Ruhestand, aber eben immer in Rufnähe - für ihren Einsatz.

hOra-Gottesdienst am 17. Februar

hOra-Gottesdienst am 17. Februar (Reminiscere) in der St. Matthäus-Kirche um Kulturforum Der Abendgottesdienst am Sonntag 'Reminiscere' in der St. Matthäus-Kirche wurde musikalisch gestaltet von der Ökumenischen Seniorenkantorei, verstärkt durch Sängerinnen und Sänger des Chores der St. Hedwigs-Kathedrale, die musikalische Leitung hatte DKM i.R. Michael Witt, an der Orgel Lothar Knappe.
Zum Eingang spielte Lothar Knappe "Pari intervallo" von Arvo Pärt, eine sehr ruhige, meditative Musik.
"Kyrie", "Sanctus" und "Agnus Dei" waren der Messe f-Moll für Orgel und Chor von Josef Gabriel Rheinberger entnommen.
Die Choräle "Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ" und "Wenn wir in höchsten Nöten sein" sang die Gemeinde im Wechsel mit dem Chor in den Sätzen von J.S. Bach, den Choral "Nun laßt uns Gott dem Herrn Dank sangen" im Satz von Johann Crüger.
Die Motette von Heinrich Schütz: "Herr, auf dich traue ich" lud ein zur Reflektion nach der Predigt über Gottesglaube: Wie entsteht er? Welche Rolle spielt Vertrauen und Hoffnung im menschlichen und göttlichen Bereich?.
Zum Abendmahl erklangen die Einsetzungsworte aus den "Zwölf geistlichen Gesängen" op. 13, Nr. 4: "Unser Herr Jesus Christus in der Nacht, da er verraten ward" vom gleichen Komponisten.
Den Abschluss bildete Arvo Pärts "Trivium für Orgel".
Das eindrucksvoll schlichte Innere der Kirche (weiße, schmucklose Wände, helle Bogenfenster, warme Holzdecke) war ein wunderbarer Klangraum sowohl für die barocke, wie auch die romantische Chormusik bei diesem Abendmahlsgottesdienst.

Palmsonntag 2008 - Passionsmusik in der Kirche Heilig Kreuz

Das diesjährige Passionskonzert der Ökumenischen Seniorenkantorei fand statt in der kath. Kirche "Heilig-Kreuz" in Hohenschönhausen.
Unter der Leitung von Michael Witt sang der Chor zusammen mit den Solisten Susanne Wilsdorf, Frederic Meylan, Christoph Burmester, Helge Rowold, Horst Heuter, Herbert Klemt, Peter Strauch und Stephan Witt, Anne Kaun und Nicole Laden Thien spielten Violine, Michael Witt das Continuo.
Nach zur Passionsmusik hinführenden Worten von Pfarrer Peter Wistuba erklang von Dietrich Buxtehude (1637-1707) Präludium g-Moll, Bux WV 149; an der Orgel: Wolfgang Flügel.
Sowohl die Worte, als auch die Orgelmusik stimmten die Zuhörer ein auf die anschließende Passion von Heinrich Schütz HISTORIA des Leidens und Sterbens unseres Herrn und Heilandes Jesu Christi nach dem Evangelisten St. Lukas für Vorsänger und vierstimmigen Chor.
Heinrich Schütz (1685-1672), der große deutsche, ja europäische Meister geistlicher Musik des 17. Jahrhunderts, hat neben seinen umfangreichen Kompositionen während seiner Kapellmeistertätigkeit am Dresdner Hof ein Alterswerk von imponierendem Ausmaß hinterlassen, zu dem auch die drei Passionsmusiken nach Lukas, Johannes und Matthäus gehören. Diese Passionen waren Auftragswerke - eine neue Gottesdienstordnung war in Kraft getreten, die die Aufführung von drei verschiedenen Passionen an den Sonntagen Judika, und Palmarum und am Karfreitag vorsah.
Die Lukas-Passion (SWV 480) wird vom Evangelisten und den solistischen Partien der Passion in einem liturgischen, an die Gregorianik anknüpfenden rezitativischen sog. "Passionston" (lydische Tonart) gesungen. Sie verlangt emphatisches Deklamieren, das auf Verständnis und Nachempfinden der Leidensgeschichte hinzielt.
Die Turbae-Chöre verlangen ebenfalls neben dem sängerischen Einsatz hohe Sprachkompetenz, sind sie doch ebenso Emotionsträger des Geschehens wie die Solopartien.
Den Rahmen der Komposition bilden der Eingangs- und der Schlußchor, der mit der zuversichtlichen Hinwendung zu Gott endet: 'Wer Gottes Marter in Ehren hält und oft betracht sein bittern Tod, den will er treu bewahren wohl hier auf Erd mit seiner Gnad und dort in dem ewigen Leben'.
Es folgte die Passionsmotette in 5 Teilen aus den "Cantiones sacrae" (SWV 56-60) für 4 Singstimmen und Continuo, betrachtende Gesänge über das Ausmaß der göttlichen Liebe, eine Komposition aus der Jugendzeit von Schütz, deren Stil an seine Zeit in Venedig anknüpft.
Zum Ausklang sang der Chor im Wechsel mit den Solisten ausgewählte Teile vom Passions-Salve des heiligen Bernhardi an die Gliedmaßen des Herrn Jesu in der Nachdichtung von Paul Gerhardt und deren Vertonung durch Johann Georg Ebeling (1637-1676).
Die schlichte Kirche, deren Innenraum vom Dresdner Bildhauer Friedrich Press gestaltet wurde, war ein inspirierender Musizierraum für diese Passionsmusik, die Altarwand mit dem weißen Riß in den warmroten Klinkersteinen (die Deutung: "da zerriß der Vorhang des Tempels" ist sinnfällig), die Orgel (in Zusammenarbeit mit dem Bildhauer Wilfried Statt und dem Orgelbaumeister Friedhelm Fleiter ganz im Sinne und Stil von F. Press später eingefügt), alles lud ein zu intensivem Hören, Sehen und Mitleiden.
Pfarrer Wistubas einführende und abschließende Segensworte für den Beginn der 'Heiligen Woche' gaben dieser Passionsmusik ihren würdigen Rahmen.

Ostermontag 2008 - Hochamt in St. Dominicus

'Am Ostermontag wird im Gottesdienst um 11 Uhr ein wohl bisher erstmaliges und hoffentlich nicht einmaliges musikalisches Ereignis zu erleben sein. ... Der ehemalige Domkapellmeister Michael Witt wird mit der ökumenischen Seniorenkantorei, renommierten Solisten und einem professionellen Orchester Kirchenmusik auf höchstem Niveau erklingen lassen'.
So wurde der Festgottesdienst in St. Dominicus angekündigt, eine Erwartungshaltung, die da zur Sprache kam, die alle natürlich nur anspornte, ihr auch zu entsprechen.
Die Solisten waren Katherina Müller (Sopran), Mechthild Sauer (Alt), Kai Rotherberg (Tenor) und Georg Witt (Bass), an der Orgel Wolfgang Flügel.
Zum Einzug sang Gemeinde und Chor im Wechsel "Gelobt sei Gott im höchsten Thron" im Satz von Melchior Vulpius.
Das Ordinarium war die MISSA BREVIS C-DUR - die Piccolomini- oder Spaur-Messe (KV 258) von W.A. Mozart aus dem Jahre 1776 für vierstimmigen Chor, Solisten, Orchester und Orgel - allein schon die Besetzung deutet auf einen besonders feierlichen Aufführungsrahen hin (die Zuordnung der Messe zum Bischof Franz Joseph Graf von Spaur ist nicht eindeutig).
Die Komposition beginnt mit einem lebhaften "Kyrie" im ständigen Wechsel zwischen Chor und Soli, gefolgt vom heiter-beschwingten, frohlockend-jubelndem "Gloria". Das "Credo" ist ein fröhliches Glaubensbekenntnis, passend zum Ostererlebnis, dessen Melos nur unterbrochen wird durch das Adagio des Tenorsolos "Et incarnatus est" mit den drohend konfrontierenden "Crucifixus"-Rufen des Chorbasses, die die vorangegangene Passion aufleben lassen, um mit um so dankbarerer triumphierender Überzeugung das "Et resurrexit" folgen zu lassen. Feierlich erklingt das "Sanctus", das "Benedictus"-Quartett ungewöhnlich mit den chorischen "Benedictus"-Einschüben, schwingt im jubilierenden "Hosanna" des Chores aus. Das "Agnus-Dei" dagegen ist verhaltener, vor allem in seinem schlichten, besinnlich-bittenden, lyrischen Ausklang "Dona nobis pacem".
Die Gabenbereitung - wieder im Wechsel mit Chor und Gemeinde - wurde begleitet durch "Christus ist auferstanden" im Satz von Johanna Schell. Während der Kommunionausteilung spielte das Kammerorchester die Kirchensonate C-Dur KV 278, in der Besetzung Oboen, Trompeten mit Pauken, Streichern und Orgel passend zu den anderen Werken, und zum Dank erklang "Preis dem Todesüberwinder" im Satz von Michael Witt.
Den Abschluss bildete das "Regina coeli" KV 276 von W.A. Mozart, strahlender Jubel, der die österliche Freude nochmals klingend zum Ausdruck brachte.
Der schlichte lichtdurchflutete Rundbau der Kirche, der Altar im Mittelpunkt, um den sich die zahlreichen Gemeindemitglieder versammelt hatten, ließ ein nachhaltiges Gemeinschaftserlebnis aufkommen, was die Predigt noch verstärkte mit ihrem Nachdruck auf 'wahrhafte Gemeinschaft, die Christus gegenwärtig macht'.
Mehrfacher anhaltender Beifall - welch schöner Dank für alle Mitwirkenden.

Festgottesdienst zur Kirchweih 'Zum guten Hirten' in Friedrichsfelde

Am 27. April wurde in der Kirche "Zum guten Hirten" ein Festhochamt zur Feier der Kirchweih im Jahre 1985 gefeiert, musikalisch mitgestaltet von der Ökumenischen Seniorenkantorei und dem Jungen Kammerorchester. Die Solisten waren Anne-Katrin Schenck (Sopran), Judith Utke (Alt), Christoph Leonhardt (Tenor) und Georg Witt (Bass), an der Orgel Wolfgang Flügel. Die Gesamtleitung hatte Michael Witt.
'Die ihr nun wollet bei ihm sein, kommt, geht zu seinen Toren ein mit Loben durch der Psalmen Klang, zu seinem Hause mit Gesang.' - das kann man als Motto dieses Gottesdienstes bezeichnen, wie es im Eingangslied im Wechsel mit Gemeinde und Chor, vom Orchester sich steigernd untermalt, im Satz von Michael Witt erklang. Das Ordinarium bildete Mozarts "Spatzenmesse", KV 220, diese heitere froh-jubilierende Komposition paßte so besonders gut zu der Feier der Kirchweih in dieser österlichen Zeit.
Anton Bruckners Graduale zum Kirchweihfest "Locus iste" umrahmte die Gabenbereitung und zur Kommunion spielte das Orchester Mozarts Kirchensonate KV 263.
Abschließend sangen Chor und Gemeinde gemeinsam "Eine große Stadt ersteht" (Satz Michael Witt) und "Ein Haus voll Glorie schauet" (Satz Robert Schenk).
Der schlichte, in seiner Raumwirkung architektonisch schön gelungene Kirchraum (die Orgel in ihren Proportionen wirkt wie für diese Kirche entworfen), der trotz der hellen Fenster mit wenigen gelb und blauen Farbpunkten durch die hölzerne Decke Wärme ausstrahlt, wurde von der Musik durchflutet, denn die Gemeinde war sehr zahlreich erschienen und beteiligte sich erfreulich lautstark an den gemeinsamen Gesängen, obwohl so manches Gemeindemitglied fast 90 Minuten nur stehend mitfeiern konnte.
Nicht enden wollender Beifall nach dem Gottesdienst und die Worte mehrerer Gemeindemitglieder: 'Das war wunderschön' sind jedem mitwirkenden Musiker wohltuender Dank und ermunternder Ansporn.

Rundfunkgottesdienst zu Christi Himmelfahrt in Maria Regina Martyrum

Der Gottesdienst an Christi Himmelfahrt wurde musikalisch mitgestaltet von der Ökumenische Seniorenkantorei (Leitung: Michael Witt), begleitet vom Bläserensemble unter der Leitung von Johann Plietzsch, an der Orgel Eckhard von Garnier. Die Toccata "Christ ist erstanden" aus den "Cantiones gregorianae pro organo" von Josef Ahrens (1904-1997) und das Lied "Christ fuhr gen Himmel" stimmte die Gemeinde auf das Hochfest ein.
Das Ordinarium war Wolfram Menschicks (*1937) "Missa dominicalis" für Chor und Bläser, eine festlich-dichte, trotz der Instrumente besinnliche Komposition, die dem Wortgehalt Raum läßt.
Zum Credo erklang Christian Lahusens (1886-1975) "Wir glauben Gott im höchsten Thron" im Wechsel mit der Gemeinde und zur Kommunion Philipp Dulichius? (1562-1631) "Omnes gentes plaudite manibus" für 8-stimmigen Doppelchor (wobei die Bläser den 2. Chor übernahmen).
Nach der Kommunion als Danklied sangen Chor und Gemeinde "Gen Himmel aufgefahren" im Satz von Melchior Franck und zum Abschluss "Ihr Christen hoch erfreuet euch" - im Satz von Michael Witt.
Zum Auszug spielte das Bläserensemble zusammen mit der Orgel den festlichen 'The Prince of Denmark's March' von Jeremiah Clarke (1673-1707).
Pater Mertes gab in seiner Predigt dem Wort 'Himmelfahrt' eine neue Dimension. Er zitierte den 1945 in Plötzensee hingerichteten Helmuth James Graf von Moltke aus dessen Abschiedbrief im Angesicht des Todes an seine Frau und erklärte jeden Tod als 'Himmelfahrt' - welcher Mensch, der sich Christ nennt, kann diesen tröstlichen, die Trauer überwindenden Gedanken nicht nachvollziehen?
Maria Regina Martyrum und die in unmittelbarer Nähe gelegene evangelische Kirche sind den Opfern des Nationalsozialismus gewidmet - beide Kirchen berühren sich sozusagen mit der Hinrichtungsstätte 'Plötzensee' - ein 'Muss' für jeden Berlinbesucher, wie Pater Mertes abschließend anmahnte.
Es war ein festlicher, würdiger Himmelfahrtsgottesdienst, der nach Rückmeldung von Zuhörern am Radio auch so mitgefeiert werden konnte.

Pfingstmontag 2008: Dekanatstag in Kloster Lehnin

Zum Dekanatstag Brandenburg - Potsdam - Luckenwalde in Kloster Lehnin wurde der Festgottesdienst musikalisch zum zweiten Mal von der Ökumenischen Seniorenkantorei Berlin und dem Jungen Kammerorchester mitgestaltet. Die Solisten waren Katherina Müller (Sopran), Judith Utke (Alt), Kai Rotherberg (Tenor) und Jonathan de la Paz (Bass), an der Orgel Dr. Dietmar Hiller, die Gesamtleitung hatte DKM i.R. Michael Witt. Die Gemeindelieder begleitete Johannes Nitschke aus Brandenburg.
Das Ordinarium war Mozarts "Spatzenmesse" (KV 220), zur Kommunion sang der Chor das "Ave verum" (KV 618) und das Orchester spielte die Kirchensonate (KV 283). Die festlich-jubilierende Musik paßte so besonders gut zu diesem sonnigen Dekanatsfest.
Es war eine Freude, in der von der Architektur her so schlichten Zisterzienserkirche, die eine so wunderbare Akustik hat, betend zu musizieren, besonders, wenn so viele Dekanatsangehörige den großen Raum voll ausfüllen und anschließend ihrer Begeisterung freien Lauf lassen. Das herrliche Pfingstwetter in diesem Jahr tat ein Übriges, um den Tag unvergeßlich zu machen.

Lange Nacht der Chöre in der Gethsemanekirche

Zum dritten Mal findet im Sommer in der Berliner Gethsemanekirche in Mitte eine 'Lange Nacht der Chöre' statt.
Ca. 500 Sänger in 16 Chören aus dem Kirchenkreis Berlin-Mitte stellten sich ab 18.00 Uhr in Kurzprogrammen interessierten Zuhörern vor.
Dieses Jahr nahm die Ökumenische Seniorenkantorei Berlin als recht junges (nicht nach Lebensalter gerechnetem) Mitglied im Kirchenkreis daran teil.
Der für uns neue Auftrittsort und die (programmmäßig bedingte) Eile, in der wir uns aufstellen mußten, um sofort einsatzbereit zu sein, war nicht ganz problemlos.
Wir sangen die Motette von Heinrich Schütz op. 13, Nr. 4 aus den "Zwölf geistlichen Gesängen": "Unser Herr Jesus Christus in der Nacht, da er verraten ward", dann "Kyrie" und "Gloria" aus der Orgelmesse f-moll von Josef Gabriel Rheinberger und abschließend das "Magnificat" aus der "Marien-Vesper" von Petr Eben, sozusagen ein Streifzug aus unserem Repertoire - für Zuhörer und Sänger, die vielleicht einen Neueinstieg im chorischen Bereich erwägen, bestimmt informativ und interessant.

Konzertvesper in der Klosterkirche Neuzelle

Am 22. Juni 2008 war die 'Ökumenische Seniorenkantorei Berlin' zum zweiten Mal in der wunderschönen barocken Klosterkirche Neuzelle zu Gast, diesmal zu einer 'Festlichen Kirchenmusik', der Aufführung der "Vesperae solennes de Dominica" (KV 321) von W. A. Mozart, entstanden in Salzburg im Jahre 1779. Die von Mozart vertonten Psalmen 109, 110, 111, 112 und 116 sowie das "Magnificat" wurden eingeleitet durch ausgewählte Kirchensonaten. Das 'Ensemble für Alte Musik, Berlin' spielte auf historischen Instrumenten, die Solisten waren Christine Wolff (Sopran), Frederic Meylan (Altus), Matthias Bleidorn (Tenor) und Georg Witt (Bass), an der barocken 'Prozessionsorgel' Dr. Wolfgang Flügel. Die Gesamtleitung hatte DKM i. R. Michael Witt.
Der freudig-festliche Charakter der "Vesperae", verschmelzt den 'stilo antico' und 'modernico' seiner Zeit. Dadurch entsteht eine sehr gestraffte Komposition, die im kurzen Wechsel zwischen Chor und Solisten den Psalmentext unterstreichend und hervorhebend darstellt. Lediglich im "Laudate Dominum", der neapolitanischen Tradition folgend, gibt es ein virtuoses Sopransolo, das von Christine Wolff, die Zuhörer in den Bann schlagend, zauberhaft melodisch erklang, und das in einem architektonischen Rahmen, den man sich nicht besser dafür denken kann.
Die Kirchensonaten (KV 263, 274 224 aus der späten Salzburger Zeit, KV 68 und 144 aus der frühesten Salzburger Zeit sowie KV 336 aus der späteren Schaffensperiode) wurden ursprünglich als Epistelsonaten zu den Lesungen in der Messe gespielt - nicht oft gehörte musikalische Kleinodien, manchmal tänzerisch leicht, dann wieder schwungvoll oder gesanglich, die das Heiter-Fröhliche der "Vesperae" nur unterstreichen.
Es ist ein Geschenk, in dieser schönen Kirche vor einem so interessierten Publikum diese herrliche Musik zum Klingen bringen zu dürfen.

20. Juli 2008 - Saisonabschluss in St. Michael

Am 20. Juli 2008 feierte die Ökumenische Seniorenkantorei ihr 3. Sommerfest im Kirchgarten von St. Michael (Mitte).
Es begann mit einem durch 3 Kantaten von Dietrich Buxtehude musikalisch festlich gestalteten Gottesdienst, dem auch viele Gäste beiwohnten.
Buxtehude, 1637 im dänischen Helsingborg geboren, wirkte seit 1657 an der dortigen Marienkirche, ab 1660 an der deutschen Kirchengemeinde von Helsingborg als Organist. 1668 wurde er Nachfolger von Franz Tunder (1614-1667) an St. Marien in Lübeck, wo er Tunders Abendmusiken weiterführte.
1705 legte Johann Sebastian Bach die mehr als 400 Kilometer von Arnstadt (Thüringen) nach Lübeck zu Fuß zurück, um sein musikalisches Vorbild Buxtehude zu hören. Der Aufenthalt in Lübeck bedeutete Bach so viel, dass er diesen 'Bildungsurlaub' eigenmächtig erheblich verlängerte.
1707 starb Buxtehude und wurde in der Marienkirche in Lübeck beigesetzt.
Seine zahlreichen Kantaten waren für den Gottesdienst bestimmt.
Am Sonntag erklangen unter der Leitung von Michale Witt die Kantaten "Jesu, meine Freude" (BuxWV 60), "Lauda Sion Salvatorem" (BuxWV 69) und "Mein Gemüt erfreuet sich" (BuxWV 72). Streicher und Bläser begleiteten den Chor, am Continuo Dr. Dietmar Hiller, Susanne Wilsdorf (Sopran) und Martin Backhaus (Bass) waren die Solisten, an der Orgel KMD i.R. Joachim Vetter. "Dein Lob, Herr, ruft der Himmel aus" als Eingangslied und "Erfreue dich, Himmel" als Danklied entstammten dem Augsburger Gesangbuch 'Harpffen Davids' von 1669, das Kyrie "Herr Jesu, du bist unser Friede" aus dem Gotteslob, das Glorialied "Allein Gott in der Höh sei Ehr" wurde - wie auch alle anderen Lieder - im Wechsel von Gemeinde und Chor im Satz von Johann Crüger (1662-1649) gesungen - ebenso das Glaubenslied "Wir glauben Gott im höchsten Thron" im Satz von Christian Lahusen (1886-1975) und zum Sanctus "Heilig, heilig, heilig Gott" als dreistimmiger Kanon von Paul Damjakob (*1979).
Das sich anschließende Sommerfest im stimmungsvollen Ruinengarten von St. Michael war ein gelungener, abwechslungsreicher Ausklang der 3. Seniorenkantoreisaison, eine kleine Husche, Weihwasser von oben, störte nur unwesentlich. Kulinarische Köstlichkeiten, ebenso einfallsreiche Rede- Mal- und theatralische Darbietungen konnten genossen werden und, ganz dick zu unterstreichen, DANK an alle, die durch ihre Hilfe dieses Sommerfest überhaupt ermöglicht haben.
Wir freuen uns auf die nächste Saison und wünschen für alle Mitglieder und Gäste: Gesundheit!

31. August - Abendmahlsgottesdienst in St. Marien

Am 31. August wurde der Abendmahlsgottesdienst in der St. Marien-Kirche musikalische gestaltet von der Ökumenischen Seniorenkantorei unter der Leitung von Michael Witt, an der Orgel Martina Kürschner.
Das Eingangslied "Befiehl du deine Wege" sang der Chor im Wechsel mit der Gemeinde im Satz von J.S. Bach, ebenso das auf den Predigttext einstimmende Lied "Wer nur den lieben Gott läßt walten".
Das Ordinarium erklang im Satz des ungarischen Komponisten Lajos Bárdos, seiner "Missa tertia" aus dem Jahre 1944, die Gregorianik mit ungarischer Folklore verhalten jubelnd und im "dona nobis pacem" - man bedenke das Jahr der Entstehung - innig flehend verbindet.
Die Taufe eines kleinen Mädchens, Lidia, deutsch-polnischer Abstimmung, verlieh dem Gottesdienst ein heiteres, hoffnungsvoll zukunftsorientiertes Gepräge. Der Taufspruch, den die Eltern ausgesucht hatten, wurde musikalisch von einem kleinen Chor dargeboten, "Hebe deine Augen auf" aus Felix-Mendelssohns Oratorium: 'Elias'.
Das Credo-Lied war Christian Lahusens Satz zu "Wir glauben Gott im höchsten Thron" und das Schlußlied "Danket dem Herren" im Satz von Heinrich von Herzogenberg, beides wieder als Wechselgesang zwischen Gemeinde und Chor.
Die Abendmahlsfeier wurde begleitet durch das "Magnificat" von Alan Wilson aus dem Jahr 1981, eine musikalisch schlichte, aber eindrucksvolle Komposition.
Der Denkanstoß der Predigt: 'Denkt nicht, ihr könnt nichts bewirken zur Erhaltung der Schöpfung, solche Gedanken sind Teufelswerk', sollte jeden nicht nur die Woche hindurch begleiten.

13. September 'Tag des offenen Denkmals in Berlin-Mitte'

Die St. Petri-St. Marien Gemeinde in Berlin-Mitte hat unserer Chorgemeinschaft von Anfang an in ihrem Kirchsaal eine Heimat geboten, in der wir proben, unsere geselligen Zusammenkünfte abhalten, feiern können und - das sei dankbar gesagt - wo wir uns sehr wohl fühlen. br>Deshalb war es für uns eine Selbstverständlichkeit, der Bitte von Pfarrer Reichmayr nachzukommen, am 'Tag des Denkmals' auf der Fischerinsel einen musikalischen Beitrag beizusteuern. Damit sollte zur Besichtigung neuer Ausgrabungen der Fundamente längst vergessener Bauwerke eingeladen werden. Spuren der alten Petrikirche und einer Lateinschule aus dem 14. Jh., sowie über 2000 Bestattungen sind gefunden worden.
Um 1230 lag auf einer Sandkuppe der Berliner Insel, auf der noch heute die Nikolaikirche steht, das urspr. Zentrum Berlins, auf der gleichen Insel wurde die Neustadt von Berlin mit der Marienkirche gegründet - es war der Bereich der Kaufleute. Die wendische Kernsiedlung auf der Cöllner Insel entstand ebenfalls auf einer Sandkuppe, auf der sich die Petrikirche befand - dort lebten die Fischer (daher die Namensgebung der Kirche).
Dem Anlaß entsprechend sangen wir geistliche Musik: "Lobe den Herren" im Satz von J.S. Bach, dann - passend zur Ausgrabung der Lateinschule "Cantate domino" von Johann Crüger, der ja als Kantor der Nicolai-Kirche, deren Doppeltürme in unserem Blickfeld lagen zu diesem Ort gehörte. Dann folgten - unterbrochen von den Klängen eines Bläserensembles, das die Zuhörer zum Mitsingen veranlaßte - Volkslieder: "All' mein Gedanken, die ich hab", "Ännchen von Tharau" etc. Den Abschluss bildete der Wunsch "Da pacem Domine" im kunstvollen Kanon von Melchior Franck.
Ein früher, kühler Septembermorgen, die Sonne strahlte zwar, wärmte aber nicht mehr so wie im Sommer, der Himmel von einem wundervollen Blau, wolkenlos - insgesamt ein schöner, heiterer Samstagbeginn mit überraschend vielen Zuhörern, die mit Kind und Kegel schon zu so früher Stunde den Beginn des 'Tags des offenen Denkmals' miterlebten.

14. September - Ökumenischer Gottesdienst in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche zum Weltalzheimertag



Am 14. September, dem Welt-Alzheimertag, hat die Ökumenische Seniorenkantorei unter der Leitung von Michael Witt (DKM i.R.) den ökumenischen Gottesdienst in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche, der von Superintendent Wolfgang Barthen und Dekan Rainer Lau zelebriert wurde, musikalisch mitgestaltet, an der Orgel LKMD i.R. Christian Schlicke.
Eingangs erklang das "Magnificat" von Alan Wilson (*1947 in Nottingham), das im Schlußteil - "Ehre sei dem Vater, Ehre dem Sohn" die Gemeinde zum Mitsingen einlädt.
Das Motto des Gottesdienstes 'Geh aus mein Herz und suche Freud' durchzog Predigttext, Fürbitten und natürlich die musikalische Gestaltung: im Wechsel zwischen Gemeinde und Chor (im Satz von August Harder) erklangen viele Strophen dieses herrlichen Textes von Paul Gerhardt.
Genieße das Gute, aber vergiss nicht den Dank in den guten Tagen, erinnere dich an die Freude von früher, erkenne die kleinen Schönheiten, die es auch in den schlechtesten Tagen gibt, einen Freund, ein Blick, ein Streicheln: darum "Lobe den Herren" im Satz von Hugo Distler und "Laudate omnes gentes" in der bekannten Version aus Taizé.
Spuren im Sand?: 'Wo, Herr, sind Deine Spuren, wo es in mir so Dunkel war'? Da, ja da habe ich dich getragen. Möge das jeder erfahren, dass er getragen wird.
Es war ein Gottesdienst, der sehr nachdenklich und als noch halbwegs gesunder Mensch sehr dankbar macht. Die Worte beim Ausgang: 'Danke für ihren Gesang. Nächstes Jahr kommen sie doch wieder' - sind ein besonderes Dankeschön.

Chorfahrt nach Ostritz und Görlitz



Am Samstag, den 27. September 2008, starteten wir zur 2. Chorfahrt unserer noch 'jungen' Seniorenkantorei. Wieder wie im vorigen Jahr Abfahrt: Jannowitzbrücke. Ziel unserer diesjährigen Reise waren die Städte Ostritz und Görlitz in der Lausitz.
Das Wetter in Berlin zeigte sich eigentlich recht günstig, aber als wir die Stadt verließen, da fuhren wir in eine Waschküche, der Nebel behinderte die Sicht, die Sonne kämpfte zwar, aber es war schon nach 11.00 Uhr, bis wir freie Sicht hatten. Dann aber - o Wunder - zeigte sich der Samstag, ebenso wie der Sonntag, von seiner schönsten Seite, Sonne, Sonne, Sonne.
Unser Chorleiter, DKM i.R. Michael Witt, hatte die Reise so perfekt vorbereitet, dass es unserem Reiseleiter, Reinhard Luschert, eigentlich nur noch oblag, dafür zu sorgen, dass wir, wenn wir mittags in Kloster Marienthal eintrafen, pünktlich und nicht zu zeitraubend unser Mittagessen einnehmen konnten. Die Speisekarte durchlief den Bus (aber von Laufen kann bestimmt keine Rede sein, eher von Schleichen, denn sie brauchte fast 2 Stunden, um allen Reiseteilnehmern die Qual der Wahl zu bereiten), kurz nach 11.00 Uhr wurde das Ergebnis an die Küche in der Klosterschänke Marienthal durchgegeben. Immerhin wählten 50 Reisende zwar nicht 50 verschiedene Gerichte, aber immerhin musste nachgezählt, überprüft, nachgefragt werden, damit das Ergebnis nicht wieder so ein Durcheinander wie im vorigen Jahr zeitigte. Ich weiß nicht, was dazu beigetragen hat, dass in diesem Jahr das Ergebnis einfach perfekt war. War es Reinhard, der in Höchstform war, war es Herr Witt, der die Strichliste führte? Oder einfach die Organisation in der Klosterschänke? Jedenfalls haben wir kurz nach unserer Ankunft in Marienthal bei minimaler Wartezeit (außer denjenigen, die den Sauerbraten bestellt hatten), köstlich speisen können und konnten dann noch die frisch restaurierte wunderschöne Klosteranlage des Klosterstifts St. Marienthal, des ältesten Frauenkloster der Zisterzienser in Deutschland, betrachten, das sich uns in strahlendem Sonnenschein farbenprächtig - wenigstens in der Außenansicht - darbot.
Seit seiner Gründung 1234 besteht dieses Kloster und hat alle Kriegswirren überdauert. Die heutige Klosteranlage ist nach dem großen Brand 1683 im böhmischen Barock entstanden und blieb geschlossen erhalten. In der Geschichte des Klosters spiegelt sich deutsche Geschichte. Der Säkularisierung entging das Kloster 1707 durch den verbrieften und vertraglichen Schutz des sächsischen Königshauses und blieb so eine katholische Insel in der ansonsten lutherischen Lausitz. Am Ende des 2. Weltkrieges, 1945, weigerte sich der Konvent des Klosters mit seiner Äbtissin, dem Räumungsbefehl der SS Folge zu leiste. Somit wurde die geplante Sprengung verhindert und 'nur' die Neißebrücke vernichtet. Durch die neue Grenzlinie Deutschlands zum Osten (1945) verlor das Kloster Marienthal das Eigentum jenseits der Neiße und damit ein Drittel seines Gesamtbesitzes.
Nach der friedlichen Wende in Deutschland 1989 gründen die Schwestern das 'Internationale Begegnungszentrum Marienthal', dessen wichtigste Inhalte Versöhnung, Völkerverständigung im Dreiländereck über kulturelle, konfessionelle und Landesgrenzen hinweg sind und kann augenscheinlich florieren. Sogar Weinanbau ist sichtbar.
Zeitplangerecht trafen wir dann in unserem Quartier ein - Hotel 'Neisseblick'. Eine Tafel am Eingang zur Rezeption hieß uns, die 'Ökumenische Seniorenkantorei Berlin' herzlich willkommen, eine nette Geste. Zimmer, Verpflegung, Service, man kann es nur empfehlen (einziger Meckerpunkt: auf künstliche Blumen sollte man verzichten). Wir hatten sogar noch Zeit, uns auf die Örtlichkeiten einzustellen (der Geruch in den Straßen von Ostritz am Samstagnachmittag - Bratenduft, das Sonntagessen wird vorbereitet - wird mir in Erinnerung bleiben), eine kleine Konditorei zu finden, die ein hervorragendes Kuchenangebot hatte (der Eiskaffee dort ist nur zu empfehlen) und sich in Ruhe auf die anstehende Einsingprobe vorzubereiten.
Das Ordinarium war Josef Rheinbergers Messe in f-moll, dazu Heinrich Schütz: "Unser Herr Jesus Christus in der Nacht, da er verraten ward" zur Kommunion und Alan Wilson: "Magnificat" zum Ausgang. Als ich die Kirche verließ, sprach mich ein Herr an und meinte: 'Wunderbar! Kommen Sie doch nächstes Jahr wieder.' So etwas hört man gern. Und der Dank des Pfarrers, nicht nur verbal, auch schriftlich und mit einer Kollekte versehen, erfreut nicht nur den Chorleiter.
20.00 Uhr Abendbrot - ein wirklich reichhaltiges - erwartete uns im Hotel 'Neisseblick'. Anschließend saß man gemütlich beisammen, es kam zu Stehgreifdarbietungen, die vergnüglich den Abend ausklingen ließen.
Am nächsten Morgen ging es nach Görlitz. Die evangelisch-lutherische Pfarrkirche St. Peter und Paul in Görlitz - ein dominierendes, imposantes Bauwerk, eine fünfschiffige Hallenkirche aus dem 13. Jh - erhebt sich auf einem Felsen über dem Ufer der Neiße, eine 'Grenzkirche', Polen gegenüber. Wieder eine 'Grenzsituation', wie wir sie ständig auf unserer Reise erlebten - ein Fuß in Deutschland, ein Fuß in Polen. Aber mit welch neuen Erfahrungen nach 1989, zwar noch Grenzsteine sichtbar, aber keine Grenzschranken mehr, kein Visum erforderlich, keine Kontrollen, kein Gefühl der Angst, der Fremdheit - ein neues Europa.


In dieser beeindruckenden Kirche durften wir den Abendmahlsgottesdienst musikalisch mitgestalteten. Zusätzlich zu dem Ostritzer Programm sangen wir noch das "Glaubenslied" von Lahusen und zwei Strophen von "Lobet den Herren" im Satz von Herzogenberg. Dr. Albrecht, der als Organist eingesprungen war, mußte da Einiges erdulden, fand doch ein ständiger Wechsel zwischen ihm und dem ortsansässigen Organisten, Reinhard Seeliger, statt. Anschließend ergab sich die Gelegenheit, die Orgel von Eugenio Casparini, die 1703 vollendet wurde, etwas genauer kennenzulernen. Die 'Sonnenorgel' - so genannt wegen der 17 über das gesamte Prospekt verteilten goldenen strahlenförmigen Sonnengesichter - ist 2004 restauriert und 2006 mit einem Schwellwerk versehen worden, was sie zu einem einzigartigen weltweit bekannten Instrument macht.

31. Oktober, Reformationsgottesdienst in St. Thomas, Mariannenplatz

Auch dieses Jahr wieder lag die musikalische Gestaltung des Reformationsgottesdienstes in der St. Thomas-Kirche am Mariannenplatz in der Hand von Michael Witt, dem Leiter der Ökumenischen Seniorenkantorei Berlin, an der Orgel Manfred Maibauer.
Eingangs erklang im Wechsel mit der Gemeinde "Ein feste Burg ist unser Gott" im Satz von Johann Crüger.
Es folgten "Kyrie" und "Gloria" aus der "Missa pro unitate fidei" von Joseph Ahrens (1904-1997) aus dem Jahre 1974, eine Komposition, die lateinische Gregorianik mit deutschen Luther-Chorälen im Wechsel miteinander verbindet - Ökumene im musikalischen Dialog. Ahrens arbeitete als Organist an der St. Hedwigs-Kathedrale in Berlin von 1934 bis zu ihrer Zerstörung 1943. Er gilt als einer der wichtigsten Vertreter einer erneuerten katholischen Kirchenmusik.
Das Glaubenslied erklang im Satz von Christian Lahusen: "Wir glaube Gott im höchsten Thron" im Wechsel mit der Gemeinde.
Diese musikalischen Beiträge führten hin zu den Gedanken der Predigt von Prof. Dr. von der Osten-Sacken: Luther und sein zwiespältiges Verhältnis zum Judentum und gleichzeitig zum Leitgedanken: Kirche muß ständig auf dem Weg sein, lebendige 'Reformation' ist notwendig, 'Ökumene' mit den Wurzeln - dem Judentum - ist unabdingbar.
"Dein Wort Herr, bleibet ewig, so weit der Himmel ist" im Satz von Max Reger (1873-1916) verwies auf das Gottvertrauen, dass uns alle eint - und die abschließend gesungenen Bitten: 'Herr, gib uns die Einheit wieder', 'Brich die Mauern, die uns scheiden', 'Laß ein neues Pfingsten werden' im Satz von Michael Witt vervollständigten den Gedanken der Ökumene dieses Reformationsgottesdienstes.
Pfarrer Müller dankte dem Chor mit herzlichen Worten und sprach seinen Wunsch aus, uns auch im Jahre 2009 am Reformationsfest - vielleicht auch schon früher - wieder in St. Thomas hören zu können.

9. November 2008, Tauf- und Firmungsgottesdienst in der Pfarrei 'Heilige Familie' in Pankow

Es war nicht nur ein besonderes Datum, der für Deutschland so geschichtsträchtige 9. November, 1918 Sturz der Monarchie, 1923 Hitlers Marsch zur Feldherrenhalle in München, 1933 Reichsprogromnacht, Nacht des beginnenden Schreckens und Grausens unserer Geschichte, die Folgen durchschütteln heute noch die nachfolgenden Generationen.
Aber gleichzeitig ist der 9. November im Jahre 1989 ein beglückender Tag, ein Tag, der die deutsche Geschichte - man kann nur sagen - mit Segen von oben überschüttet hat. Die Mauer fiel, eine geschichtsträchtige Fehlinterpretation hatte möglich gemacht, was keiner in dieser Zeit zu hoffen gewagt hatte.
So ist es nicht verwunderlich, dass die kleine Familie - Vater, Mutter und Sohn - das Datum für die Feier ihrer Taufe und Firmung erst zögerlich bedachten. Aber, Geschichte soll uns nie daran hindern, vorwärts zu schauen - so der Predigtgedanke - für den Neuanfang, das persönliche Leben ganz unter das Motto 'Christentum' zu stellen, die ausgestreckte Hand anzunehmen, dafür ist der 9. November ein segensreiches Datum.
Die Gemeinde bewies durch ihr zahlreiches Erscheinen und die Mitfeier der Liturgie, dass sie die neuen Mitglieder mittragen wollen.
Musikalisch gestaltet wurde der Gottesdienst durch die Ökumenische Seniorenkantorei unter der Leitung von Michael Witt, DKM i.R., an der Orgel Dr. Wolfgang Flügel.
Das Ordinarium war die Messe in f-moll von Josef Gabriel Rheinberger, zur Gabenbereitung erklang der 129. Psalm in der Vertonung von Petr Eben für vierstimmigen Chor und Orgel, die Kommunion begleiteten "Dein Wort, Herr, bleibet ewig" im Satz von Max Reger und Bachs kunstvolle Choralbearbeitung 'An Wasserflüssen Babylon'. Zum Abschluss sang der Chor das "Magnificat" von Alan Wilson. Rheinberger und Reger mit romantisch nachhallendem Ausklang der Melodik erwiesen sich als günstige Wahl für die Akustik der Kirche. Die Gemeinde bedankte sich auch mit anhaltendem Beifall für unseren Einsatz.
Das festliche Orgelnachspiel mit Felix Mendelssohn-Bartholdys Präludium und Fuge, vollendet ausgeführt, beendete einen liturgisch und musikalisch ausgewogenen, anrührenden Gottesdienst, der bei Allen, die ihm beiwohnten, in Erinnerung bleiben wird.

7.12.2008 - Adventslieder-Singen zum Mitmachen im St. Petri-Gemeindesaal

Am 2. Adventssonntag 2008 lud die Ökumenische Seniorenkantorei Berlin zu einem Adventslieder-Singen zum Mitmachen in den schönen Kirchsaal der St. Petri-Gemeinde in die Neue Grünstraße ein.
Unter der Leitung von Michael Witt musizierte der Chor gemeinsam mit Instrumentalisten und Solisten adventliche Musik unter Einbeziehung der Gemeinde.
Zum Eingangslied "Wir sagen euch an den lieben Advent" im Satz von Johanna Schell entzündete Pfarrer Peter Reichmeyer die beiden zum 2. Advent gehörenden Kerzen am Adventskranz.
"Macht hoch die Tür" im Satz von Friedrich Silcher, gerahmt vom Kanon "Machet die Tore weit" erklangen volltönig mit Chor und Gemeinde.
Auf die Kantate von Wolfram Zöllner (*1931), "Es kommt ein Schiff" folgten alle 10 Strophen von "Wie soll ich dich empfangen" im Satz von Johann Crüger und Johann Georg Ebeling.
Durch unterschiedliche Komponisten (Hans Leo Hassler, Adolf Strube und Günter Wehmer) wurde "Mit Ernst o Menschenkinder" interpretiert.
"Kündet allen in der Not" (Satz: Othmar Falustich) brachte - wie auch bei den beiden vorhergehenden Liedern - die Gemeinde zum Einsatz.
Die drei folgenden Kompositionen: "Übers Gebirg Maria ging" (Motette von Johannes Eccard), "Und unser lieben Frauen" (Choralmotette von Helmut Bräutigam) und "Maria durch ein Dornwald ging" (Satz: Hugo Distler) waren rein chorische Werke.
Johannes Petzolds Komposition "Die Nacht ist vorgedrungen" sang wieder die Gemeinde im Wechsel mit dem Chor und der Sopranistin.
Hugo Distlers (1908-1942) "Kleine Adventsmusik, op. 4 für Flöte, Oboe, Violine, Kammerchor, Orgel und Sprecher" (1932) fokussierte die inhaltliche Aussage des adventlichen Singens. Seine so schlicht wirkende Komposition ist sanglich und instrumental höchst anspruchsvoll. Pfarrer Reichmeyer deklamierte die verbindenden Worte ausdrucksvoll, so dass mit Chor, Solisten und Instrumentalisten ein harmonisches Klangbild entstand.
Nach einem gemeinsam gesprochenen 'Vater unser' und dem Segen jubilierten noch einmal alle Anwesenden in weihnachtlicher Vorfreude im händelschen Satz. "Tochter Zion, freue dich".
Es war ein gelungenes geistig und musikalisches Miteinander, das seinen schönen Ausklang in einer sich anschließenden kleinen Adventsfeier fand (nach der Arbeit ...), an der erfreulicherweise auch viele Gäste bei Kaffee, Stollen, Keksen, und anderen Köstlichkeiten teilnahmen und ihre Mitfreude an unseren Stegreifaktionen bekundeten.
Wir als Seniorenkantorei sind voll Dank, dass wir diesen schönen Gemeindesaal in der St. Petri-Gemeinde nutzen dürfen und freuen uns, wenn wir so unserer Dankbarkeit Ausdruck verleihen können.

25.12.2008 - 12.00 Uhr-Gottesdienst in der St. Hedwigs-Kathedrale

Am 1. Weihnachtsfeiertag wurde der 12.00 Uhr-Gottesdienst in der St. Hedwigs-Kathedrale musikalisch gestaltet von der Ökumenischen Seniorenkantorei gemeinsam mit den Solisten Susanne Wilsdorf (Sopran), Ulrich Weller (Altus), Christoph Burmester (Tenor) und Georg Witt (Bass), von Instrumentalisten begleitet, unter der Leitung von Michael Witt (DKM i.R).
Das Ordinarium war die "Missa Salvatoris" von Pavel Josef Vejvanovský.
Vejvanovský, (* um 1633 - ? 24. Juni 1693), ein böhmischer Komponist, musizierte unter Heinrich Ignaz Franz Biber in Kremsier in der Sommerresidenz des Olmützer Bischofs Karl Liechtenstein-Kastelkorn mit dessen Kapelle. Als Biber dann überraschend nach Salzburg berufen wurde, übernahm Vejvanovský die Nachfolge und blieb bis zu seinem Tode im Jahre 1693 der Leiter des Ensembles. Die Komposition (Bibers Einfluß ist unverkennbar) fasziniert durch ihre schlichte, frische Melodik, die durch die Instrumentalisierung dem Werk eine dem Weihnachtsfest angemessene frohe Feierlichkeit und Würde verleiht.
Das Eingangslied "Lobt Gott, ihr Christen alle gleich" erklang im Wechsel mit Gemeinde und Chor im Satz von Michael Praetorius, ebenso zur Gabenbereitung "Ich steh an deiner Krippen hier" im Satz von J.S. Bach.
Zur Kommunion spielte das Orchester "Sonata á 10" von Vejvanovský mit den Instrumenten, die auch in der Messkomposition verwendet werden: 2 Clarintrompeten und Pauken, 2 Violinen, 2 Violen da gamba, 3 Posaunen und Continuo.
Das Danklied nach der Kommunion "Quempas pastores" im Satz von M. Praetorius sangen Solisten, Chor und Gemeinde im Wechsel, um dann im Schlußlied "O du fröhliche" zusammen der Freude und Dankbarkeit über ein (wenigstens in unseren Breiten) friedliches Weihnachten Ausdruck zu geben.
Der Zelebrant dankte den Sängern und Instrumentalisten, die Gemeinde bedachte uns mit anhaltendem Beifall - das ist ein schönes Weihnachtsgeschenk für uns.

GR/MW

 
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7. Januar in der Rosenkranzbasilika

Zum Fest der Taufe des Herrn sang die Ökumenische Seniorenkantorei unter der Leitung von Michael Witt die 'Missa tertia' von Lajos Bardos (1899-1986) für 4stimmigen Chor und Orgel aus dem Jahre 1944, die Orgel spielte Thomas Reske. Beachtet man das Jahr, in dem diese Gregorianik und Pußta vereinende Musik entstand, so versteht man das zarte Piano, in dem die flehentliche Bitte um Frieden, das 'dona nobis pacem' komponiert ist, besser, das Piano intensiviert die Bitte noch eindringlicher.
Als Eingangslied erklang 'Singen wir mit Fröhlichkeit' und zum Offertorium 'Ich steh an Deiner Krippe hier' aus dem Gotteslob. Zur Kommunion sang der Chor 'Der Morgenstern ist aufgedrungen' im Satz von Michael Praetorius. Der Schlußgesang war gemeinsam mit der Gemeinde 'O du fröhliche' im vierstimmigen Satz von Michael Witt.
Es war ein festlicher Gottesdienst, dem Anlaß angemessen, denn der 7. Januar war nicht nur der Tag des Neujahrsempfangs der Gemeinde, sondern zugleich der Geburtstag von Pfarrer Dr. Karl-Heinz Hoefs. So waren im Anschluß an den Gottesdienst alle zu einem kleinen Umtrunk eingeladen. Der Chor stimmte noch als Geburtstagslied das 'Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren' im Satz von Hugo Distler an.

18. Februar 2007: Abendmahlgottesdienst im St. Petri-Kirchsaal, Berlin Mitte

Am Sonntag Estomihi (im katholischen Bereich als Sonntag Quinquagesima, 50 Tage vor Ostern benannt), sang die Ökumenische Seniorenkantorei zu früher Stunde (9.00 Uhr) zum Abendsmahlgottesdienst in ihrem Heimatdomizil. Wir dürfen es Heimat nennen nach den so herzlichen Worten von Pfarrer Peter Reichmayr, der sich schon wieder auf den Sommer freut, wenn er unsere Proben bei dann geöffneten Fenstern mitverfolgen kann (ob das immer eine Freude ist, das sei dahin gestellt). Jedenfalls weiß er um die Arbeit und Disziplin, die hinter dem dann so sicher scheinenden Ablauf steht, und dass er das erwähnt hat in diesem so fröhlichen und gleichzeitig nachdenklich machenden Gottesdienst, das sei dankend erwähnt.
Martina Kürschner intonierte an der Orgel einführend das Eingangslied "Lobet den Herrn", das der Chor im Satz von J. Krüger im Wechsel mit der Gemeinde sang. Dann folgte Psalm 31 in der Vertonung von H. Schütz ("Sei mir ein starker Hort"). Die Bitte um Erbarmen erklang im Kyrie von Orlando di Lasso aus der Missa super "Confundantur superbi" gefolgt vom Gloria im Satz von J. Crüger. Das Wochenlied "Lasset uns mit Jesus ziehen", das Glaubenslied zum Credo von Ch. Lahusen sowie das Predigtlied "Gib Frieden, Herr" nach J. S. Bach wurde im Wechsel mit der Gemeinde gesungen. Zum Abschluss erklang das Lied im Satz von M. Witt "Herr, gib uns die Einheit wieder", ein Lied, das die Intention einer 'ökumenischen' Seniorenkantorei vollinhaltlich zum Ausdruck bringt.
Bei dem Abendmahlgottesdienst wurde die Ökumenische Seniorenkantorei musikalisch so schön von den Instrumentalisten unterstützt: Astrid Meyer-Loth, Violine; Hans-Martin Meckel, Flöte; Thomas Kruse, Zink; Georg Witt, Posaune, und Michael v. Schönmark, Fagott.
Der sich anschließende Frühschoppen gab reichlich Gelegenheit, sich über die trennenden und vereinenden Aspekte der Gedanken des Schlussliedes auseinanderzusetzen. Der im Herbst angeregte Termin eines Treffens mit uns und der Kinderband der Gemeinde verspricht interessante Neuerfahrungen.

Festgottesdienst am Sonntag Oculi, 11. März 2007

Am Sonntag Oculi fand in der Paul-Gerhardt-Kirche in Berlin Pankow ein Festgottesdienst zum Gedenken an den 400. Geburtstag des Namenspatrons der Kirche am 12. März statt.
Unter der Leitung von Michael Witt musizierte die Ökumenische Seniorenkantorei mit dem Jungen Kammerorchester, die Solisten waren Susanne Hammer, Sopran, Judith Utke, Alt, Christoph Leonhardt, Tenor, Jörg Gottschick, Baß, an der Orgel Elisabeth Kaiser und Wolfgang Flügel, Continuo. Die Texte der Lieder und der Kantate waren hauptsächlich dem Werk Paul Gerhardts entnommen. Das Eingangslied "Wach auf, mein Herz" erklang abwechselnd mit Chor und Gemeinde im Satz von Johann Georg Ebeling und Johann Crüger, den beiden Komponisten, die mit Paul Gerhardt in Berlin an der Nicolai-Kirche eng zusammengearbeitet haben.
Der 57. Psalm (ein Schwerpunkt der Predigt) wurde von Schola und Chor wechselweise gesungen.
"Du meine Seele, singe" anstelle des Wochenlieds, sang die Gemeinde wiederum im Wechsel mit dem Chor nach Melodien von Crüger und Ebeling.
Die Bachkantate "Ich hab in Gottes Herz und Sinn", BWV 92, in der sich inhaltlich intensiv Paul Gerhardts Gottesbild und sein absolutes Gottvertrauen ausdrückt, bildete das Herzstück des Festgottesdienstes.
Unterstrichen wurde die wichtige Rolle der Musik in der Liturgie durch die Gedanken der Predigt von Frau Prof. Dr. Strohmaier-Wiederanders. Ihr Stellenwert im Judentum - die Psalmen sind ein einzigartiges Beispiel dafür - wurde vom Christentum übernommen. Die Musik vermag es, Klage, Trauer, Not und Angst, aber eben auch Trost - und vor allem Gotteslob und Dank bittend und befreiend vor Gott zu bringen und so den Menschen aller Generationen zu jeder Zeit Hilfe und Freude zu bringen. Paul Gerhardt hat mitten im dreißigjährigen Krieg mit seiner Dichtung davon Zeugnis abgelegt. Als Antwort auf die Predigt sang die Gemeinde das Lied "Komm in unsre stolze Welt" mit Text und Melodie aus dem 20 Jh.br> 13 Strophen von "Ich singe dir mit Herz und Mund" wurden verteilt auf die gesamte Gemeinde, auf Frauen- und Männerstimmen, Chor und Solisten. Das Lied "Befiehl du deine Wege" zum Abschluss erklang wiederum im Wechsel von Chor (im Satz von J.S. Bach) und Gemeinde.
Die im unteren Kirchenschiff voll und auf den Emporen reichlich besetzte Kirche wurde von bittenden, flehenden, freudig vertrauenden Gesängen durchflutet. Dieser wahrhaft festliche Gottesdienst war eine würdige Gedenk- und Dankfeier für Paul Gerhardt und alle Menschen, die, wie er, Worte finden, die zu Gott führen können. Der feiernde Gemeinde wird das sicher im frohen Gedächtnis bleiben.

Passionsmusik am 25. März 2007 in St. Canisius

Am 25, März 2007 fand in der St. Canisius-Kirche in Berlin-Charlottenburg ein Passionskonzert statt. Unter der Leitung von Michael Witt sang die Ökumenische Seniorenkantorei, begleitet von Ansard Benecke und Yuki Melchert (Violine), Friedemann Jörns (Viola), Sarah Perl (Violone) und Christian Schlicke (Continuo-Orgel) Werke von Jan Dismas Zelenka, Eberhard Wenzel und Johann Georg Ebeling. Die Solisten waren Susanne Wilsdorf (Sopran), Robert Schenk (Altus), Christoph Burmester (Tenor) und Martin Backhaus (Baß).
Der böhmische Komponist J.D. Zelenka (1979-1745) wurde zu seiner Zeit u.a. von J.S. Bach, G. Ph. Telemann und F. Fasch sehr geschätzt, geriet aber nach seinem Tod bald in Vergessenheit. Erst in jüngster Zeit erleben seine lediglich in Abschriften überlieferten Werke, die ihn als einen der bedeutendsten Komponisten seiner Zeit ausweisen, eine Renaissance. Seine "Lamentatio" und das dazugehörige "Reponsorium" zum Gründonnerstag, Teil der Stundengebete der 'Heiligen Woche', bildeten den Auftakt zur Passionsmusik.
Es folgte die "Markus-Passion" von Eberhard Wenzel. Wenzel (1896-1982), in Pollnow (Pommern) geboren, erhielt seine Ausbildung als Kirchenmusiker in Berlin und wurde über Görlitz 1951 Direktor und Ulrichskantor an der Kirchenmusikschule in Halle, die sich unter seiner Leitung in den folgenden Jahren zur größten Ausbildungsstätte ihrer Art in Deutschland entwickelte und eine ganze Generation von Kirchenmusikern prägte. Der Chor der Schule zählte zu den deutschen Spitzenchören. Die "Markus-Passion" steht in ihrer Schlichtheit und Dichte ganz in der Tradition von Heinrich Schütz.
Zum Abschluss - eine Reverenz an den 400. Geburtstag von Paul Gerhardt - sang der Chor abwechselnd mit den Solisten Teile aus Johann Georg Ebelings (1637-1676) "Passions-Salve des heiligen Bernhardi an die Gliedmaßen des Herrn Jesu". Überleitende Wort, gesprochen von Herbert Klemt, ermöglichten den Zuhörern den inhaltlichen Gesamteindruck der (gekürzt gesungenen) Komposition. Ebeling hat zu seiner Zeit mit Paul Gerhardt an der Berliner Nicolai-Kirche eng zusammengearbeitet und 120 Vertonungen von Paul-Gerhardt-Texten sind überliefert, aber noch nicht ediert.
Die 2002 nach dem Brand neu aufgebaute Canisius-Kirche bot in ihrer eigenartigen Schlichtheit und dem aus den Flammen geretteten bizarren Kruzifix einen würdigen Rahmen für das Passionskonzert.

Abendmahlsgottesdienst am Ostermontag
in der Kirche Zum Heiligen Kreuz

Die feierliche Liturgie am Ostermontag in der Kirche 'Zum Heiligen Kreuz' wurde musikalisch gestaltet von der Ökumenischen Seniorenkantorei mit dem Collegium musicaum unter der Leitung von Michael Witt, die Solisten waren Susanne Hammer (Sopran), Judith Utke (Alt), Kai Roterberg (Tenor) und Tobias Hammer (Baß), an der Orgel Matthias Schmelmer. Zur Eröffnung spielte das Collegium musicum die Kirchensonate von W.A. Mozart KV 263.
Als Eingangslied sangen abwechselnd Chor und Gemeinde das Lied "Auf, auf Herz mit Freuden, nimm wahr, was heut geschieht" in den Sätzen von J. Crüger und J.G. Ebeling. Das Ordinarium des Abendmahlsgottesdienstes bildete Mozarts "Spatzenmesse", KV 220, der so volkstümlichen "Missa brevis et solemnis" aus seiner Zeit als Konzertmeister am Salzburger Hof, für einen Ostergottesdienst eine wirklich festlich freudige, jubilierende Musik.
Mit der Gemeinde - abwechselnd mit dem Chor und den Solisten - wurden Osterlieder musiziert: "Erstanden ist der heilig Christ" und "Gelobt sei Gott im höchsten Thron" im Satz von M. Vulpius, "Jesus lebt, mit ihm auch ich" im Satz von J. Crüger und "Wir wollen alle fröhlich sein" im Satz von M. Praetorius. Mendelssohnsche Orgelmusik beendete den schönen Ostermontagsgottesdienst.
Die so sinnvoll restaurierte Kirche mit ihrer sehr guten Akustik war ein inspirierender Raum, der jeden Gläubigen zum Mitbeten und Mitsingen einlud.

Christi Himmelfahrt 2007 in der Kaiser-Friedrich-Gedächtniskirche im Hansaviertel

Zu Christi Himmelfahrt 2007 gestaltete der Chor der Ökumenischen Seniorenkantorei Berlin unter der Leitung von Michael Witt den Gottesdienst in der Kaiser-Friedrich-Gedächtnis-Kirche im Hansaviertel, gemeinsam mit dem Bläserensemble der St. Hedwigs-Kathedrale unter der Leitung von Johann Plietzsch, an der Orgel Dr. Ralf Lützelschwab.
Zur Eröffnung erklang die festliche doppelchörige Motette 'Omnes gentes plaudite' von Philipp Dulichius (1562-1631, Philipp Deulich), das Bläserensemble übernahm den Part des zweiten Chores.
Als "Introituspsalm" folgte der 150. Psalm in der Vertonung von Arnold Mendelsssohn (1855-1933). "Kyrie" und "Gloria" waren der "Missa antiqua" für Bläser und Chor von Wolfram Menschick entnommen. Beim Wochenlied "Wir danken dir, Herr Jesu Christ" wurden zwei Strophen des Gemeindegesangs von der Orgel begleitet, die beiden anderen Strophen im Chorsatz von J.S. Bach mit den Bläsern. Zum "Credo" sangen Chor und Gemeinde das Glaubenslied im Satz von Christian Lahusen.
Zum Ausgang spielte das Bläserensemble mit der Orgel den festlichen 'The Prince of Denmark's March' von Jeremiah Clarke (1673-1707).
Die im Jahre 1957 zur IBA erbaute schlichte, und doch so eindrucksvolle Kirche mit ihrer dunklen Mosaikwand hinter dem Altar, der hellen Fensterfront und den in kraftvollen Farben gestalteten Seitenfenstern war ein eindrucksvoller Rahmen für die Gedanken der Predigt von Pfarrerin Cordula Machoni zur Harmonie von Architektur, Kunst und Musik als wunderschöne, prachtvolle Ausdrucksmittel des göttlichen Lobes in der immer wieder neu zu erlebenden menschlichen Gemeinschaft, die aber auch immer wieder neu gesucht, gestaltet und gelebt werden muss.

Pfingstmontag in Kloster Neuzelle

Pfingstmontag 2007 starteten die Mitglieder der Ökumenischen Seniorenkantorei Berlin, das Ensemble für Alten Musik und Solisten zu früher Stunde von Berlin aus in die Niederlausitz. Das Kloster 'Nova Cella' (Neuzelle, nahe dem heutigen Eisenhüttenstadt), war das Ziel.
Diese aus dem 13. Jahrhundert stammende Zisterzienserabtei, ursprünglich in reiner Backsteingotik erbaut, überstand als einziges Kloster dieser Region die Reformation und war sozusagen eine katholische Insel im ansonsten protestantischen Umfeld. Nach den Zerstörungen im 30jährigen Krieg wurde sie im 17. Jhd. konsequent im Stil des süddeutschen Barocks umgestaltet, nur an den Spitzbögen erkennt man heute noch die gotischen Wurzeln. Die Restaurierungsarbeiten der letzten Jahre haben die gesamte Anlage - Kirche, Orangerie und barocker Klostergarten sowie Klosterbrauerei - zu einem Ausflugsziel gemacht, was auch eine knapp zweitsündige (es sollte natürlich heißen: zweistündige) Fahrt von Berlin aus lohnenswert macht.
In dieser so nördlichen barocken Kirche erklang dann zum Hochamt - passend zur Architektur - die "Missa brevis in C", die "Spatzenmesse", von W. A. Mozart. Unter der Leitung von Michael Witt musizierten als Solisten Katharina Müller ( Sopran), Gerda Weissenberg (Alt), Matthias Bleidorn (Tenor) und Jonathan de la Paz (Bass), die Ökumenische Seniorenkantorei Berlin und das Ensemble für Alte Musik, an der Orgel Wolfgang Flügel.
Zur Kommunion erklang das "Ave verum sorpus", KV 618 und zum Abschluss die Kirchsonate KV 263.
Der sich anschließende Beifall der Gemeinde war ein erster Dank für die musikalische Gottesdienstgestaltung. Das gemeinsame Grillen im Pfarrgarten, Würstchen etc., Bier und alkoholfreie Getränke waren bei herrlichem Sonnenschein ein willkommenes Dankeschön für alle - Chor, Orchestermitglieder und Solisten und die verabschiedenden Worte einer Ordensschwester 'Kommt wieder' - sozusagen ein zusätzlicher gern gehörter Lohn.

10. Juni, Hochamt in der St. Hedwigs-Kathedrale

Am 10. Sonntag im Jahreskreis wurde der Gottesdienst in der St. Hedwigs-Kathedrale musikalisch von der Ökumenischen Seniorenkantorei mitgestaltet. Begleitet von Instrumenten erklangen "Kyrie", "Gloria" und "Agnus Dei" aus der 5-stimmigen Missa super "Confundantur superbi" von Orlando di Lasso (1532-1594).
Der Zelebrant, Regens Hansjörg Günther (Domvikar), predigte über das Evangelium des Sonntags (Lk 7, 11-17), die Erweckung des Jünglings von Nain. Er zitierte Bruno Reichardt, den berühmten Herzchirurgen, der sagt: 'Ich hasse den Tod' und stellte anhand dieser Aussage das überwältigende, an keinerlei Vorbedingungen geknüpfte Liebeswunder Christi in seiner Vollendung dar.
Als "Credo" sangen Chor und Gemeinde abwechselnd das "Glaubenslied" von Rudolf Alexander Schröder in den Vertonung von Paul Ernst Ruppel und Christian Lahusen, zur Kommunion stand die Motette von Heinrich Schütz (1585-1672) "Herr, auf dich traue ich" aus der 'Geistlichen Chormusik' aus dem Jahre 1648 auf dem Programm und als Danklied nach der Kommunion - wiederum im Wechsel mit der Gemeinde - "O wunderbare Speise" im Satz von Heinrich Isaac (1450-1517).
Zum Abschluss spielte Thomas Sauer auf der Klais-Orgel Präludium und Fuge fis-Moll von Dietrich Buxtehude (1637-1707).

17. Juni - Musikalische Vesper in der Französischen Friedrichstadtkirche

Am 17. Juni musizierten die Ökumenische Seniorenkantorei und das Junge Kammerorchester unter der Leitung von Michael Witt bei einer Musikalische Vesper in dem so schlichten, wohltuend prunklosen, architektonisch anmutsvoll schönen Bau der Französischen Friedrichstadtkirche. Solisten waren Susanne Hammer (Sopran), Judith Utke (Alt), Christoph Burmester (Tenor) und Jörg Gottschick (Bass), Contiuno Kilian Nauhaus.
Eingangs erklang die Kantate BWV 92 von Johann Sebastian Bach (1685-1750) nach Worten von Paul Gerhardt "Ich hab in Gottes Herz und Sinn mein Herz und Sinn ergeben".
Danach spielte das 'Junge Kammerorchester' die Ouverture Nr. 1, BWV 1066 und zum Abschluss sangen Chor und Solisten, begleitet vom Orchester, das "Magnificat" von Tommaso Albinoni (1671-1745).
Trotz der hochsommerlichen Temperaturen hatten überraschend viele den Weg in die Kirche gewagt und es - wie der Beifall bewies - nicht bereut.
Das musikalische Miteinander der generationenübergreifenden Besetzung zu erleben, war ein harmonisch-glückliches Ereignis. Die Motivation aller Beteiligten, die überzeugende Freude, am gemeinsamen Musizieren zeigte wieder einmal, dass Musik eine in jeder Beziehung grenzaufhebende Gemeinsamkeit schaffen kann, die sich auch auf die Zuhörer überträgt.

27. Juni Hochamt Senioren-Wallfahrt nach Alt-Buchhorst

Wallfahrt mit Weltpremiere: 27. Juni 2007 in Alt-Buchhorst Alljährlich begeben sich etwa tausend Senioren im Bistum Berlin - von Rügen bis zum Fläming - auf Wallfahrt nach Alt-Buchhorst zur Schutzmantel-Madonna. 1934 wurde diese eindrucksvolle Holzplastik an der Zufluchtsstätte vor den Toren Berlins in der Kapelle auf dem Gelände des Christian-Schreiber-Hauses aufgestellt, gedacht als Kraftquelle gegen die Bedrängnisse der braunen Machthaber.
Die klassische Fußwallfahrt beginnt am Denkmal für die Gefallenen des 1. und 2. Weltkriegs in Fangschleuse, während die 'moderne' Form in Erkner in Shuttle-Bussen ihren Anfang nimmt. Beide Stränge vereinen sich dann am Vormittag im festlichen Open-air-Gottesdienst unter hohen alten Bäumen in Nachbarschaft des Beetzsees.
Diesen Zielpunkt strebte auch unsere Kantorei an, und es handelte sich dabei meines Wissens um eine Weltpremiere. Ein ökumenischer Chor, in dem entsprechend der Diaspora-Situation die Evangelischen den Mammutanteil stellen, gestaltete also eine so urtypisch katholischen Gottesdienst mit, der unter dem Motto steht: Heilige Elisabeth - berührbar für die Menschen. Dieser ungewöhnliche Umstand wird auch daran deutlich, dass unsere Kantorei im Programmheft kurzerhand als Senioren-Kantorei von St. Hedwig bezeichnet wurde (späterhin bei der offiziellen Begrüßung richtiggestellt). An dieser Stelle möchte ich den evangelischen Mitsängerinnen und -sängern danken, dass sie einen derart hohen ökumenischen Reifegrad mit Leben erfüllen.
Eine Stunde vor Beginn des Gottesdienstes, den Kardinal Sterzinsky, Weihbischof Wolfgang Weider und Domprobst Stefan Dybowski konzelebrierten, galt es, sich in der Mikrofonprobe auf die äußeren Bedingungen einzustellen. Uns zur Seite standen das Bläser-Ensemble von St. Hedwig unter Leitung von Johann Plietzsch sowie als Organistin Frau Daniela Biermann. Aus unserem Repertoire sangen wir die "Missa antiqua" von Wolfram Menschick, die in ihrer Schlichtheit leicht 'überschaubar' ist und mit Straffheit und Frische zum andächtigen Mitvollzug der heiligen Messe einlädt. Im Sanctus stimmte dann die gesamte Gemeinde mit dem "Hosanna in excelsis" in den Chorgesang ein. Sie hatte ihre bei der Mikrofonprobe gezeigte Scheu abgelegt, nachdem 'der Chef', DKM i.R. Michael Witt sie in launiger Weise animiert hatte, er wolle kräftig bewegte Münder sehen. Zur Kommunionspendung erklang mit Bläserbegleitung der 140. Psalm von Arnold Mendelssohn "Lobet Gott in seinem Heiligtum". Und da mischte sich schon mal ein Vogelstimmchen ein ...
Im Freien ist man ja mitunter auch ein bißchen mit Witterungsunbilden konfrontiert. Diesmal ging's glimpflich aus. Dräuende Wolken entluden sich erst am Nachmittag. So konnte der Kardinal in seinem Schlusswort u.a. auch das Wetter resümierend kommentieren: 'Hoffentlich sind wir immer dankbar für Sonnenschein, aber auch nicht verdrießlich, wenn es regnet. So eine Husche überstehen wir schon.' Für unsere Kantorei fand er anerkennende Worte: Da gibt es Senioren, die in ihrer Freizeit durch Berliner Kirchen wallfahren und die Gottesdienste mit ihrem Gesang bereichern. Das sie gar nicht hoch genug zu bewerten.
Also dann, liebe Freunde: Wandeln wir weiter auf diesen Spuren! Herbert Klemt

15. Juli Messe in St. Michael mit anschließendem Sommerfest

15.7.2007: Messe in der St. Michael-Kirche in Mitte Am 15.7.2007 sang die Ökumenische Seniorenkantorei in der St. Michael-Kirche und feierte damit ihren Saisonabschluss. Dabei stand Lob und Dank an Gott ganz im Vordergrund. Susanne Wilsorf (Sopran), Lothar Friedrich und Ansgar Bennecke (Violine), David Freudenberger, Kontrabaß und Wolfgang Flügel (Continuo) bereicherten die musikalische Gestaltung.
"Kyrie", "Sanctus" und "Agnus Dei" wurde gemeinsam mit der Gemeinde aus dem Gotteslob gesungen. Als Glorialied erklang "Allein Gott in der Höh sei Ehr" abwechselnd mit der Gemeinde im Satz von Johann Crüger, zum Halleluja ein Kanon mit Motiven aus dem mozartschen 'Exsultate jubilate' und - wiederum Wechsel zum "Credo" Christian Lahusens "Wir glauben Gott im höchsten Thron". Die Kantate "Lauda Sion Salvatorem" begleitete die Gabenbereitung und zur Kommunion sang Susanne Wilsdorf aus den "Kleinen geistlichen Konzerten" von Heinrich Schütz "Ich will den Herren loben allezeit". Der sich anschließende Dankgesang war Buxtehudes "Nun laßt uns Gott dem Herren Dank sagen und ihn ehren von wegen seiner Gaben, die wir empfangen haben" - eine an sich schlichte Komposition, die aber durch die Instrumentierung einen volltönenden, intensiv lobpreisenden, festlichen Charakter erhält.
Pfarrer Ackermann hatte schon eingangs seiner Freude darüber Ausdruck verliehen, das es Michael Witt, obwohl im Ruhestand, ein Bedürfnis sei, weiterhin das Lob Gottes mit seinem Seniorenchor zu verkünden, und das ganz explizit mit einem 'Ökumenischen Seniorenchor'. Deshalb sei das Schlusslied GL 929, das sich der Chorleiter gewünscht hätte, auch ganz in seinem Sinne: "Herr, gib uns die Einheit wieder. ... Führ zusammen, die dich preisen ... du nur kannst den Weg uns weisen ..." (Satz: Michael Witt 2007).
An den Gottesdienst schloß sich das Sommerfest der Seniorenkantorei an, im lauschigen Ruinengarten der St. Michael-Kirche, was an diesem hochsommerlichen Tag nur reine Freude war, denn wir hatten sowohl schattige wie sonnige Plätze, viel Freude mit den einfallsreichen Darbietungen unserer talentierten Mitglieder - von Marionettenbauern über Eisenbahnbauern, von einfallsreichen Textdichtern und hervorragenden Textinterpreten und Darstellern - insgesamt ein gelungenes Fest: nicht zu vergessen die zahlreichen kulinarischen Köstlichkeiten, die Senioren so einfach hervorzaubern. Ein Dank sei gesagt an alle, die beim Aufbau, Abbau, Tische- und Stühleschleppen, Abwaschen, Aufräumen etc. so zum Gelingen tatkräftig mit angepackt haben.

26. August, Gottesdienst in der Advent-Kirche, Prenzlauer Berg

Am 12. Sonntag nach Trinitatis feierte die Advent-Kirche (verspätet) den 400. Geburtstag von Paul Gerhardt. Die Ökumenische Seniorenkantorei unter der Leitung von Michael Witt, begleitet von einem kleinen Streicherensemble und Continuo, gestaltete den Gottesdienst musikalisch mit zwei Kantaten von Dietrich Buxtehude und Liedern nach Texten von Paul Gerhardt in verschiedenen Sätzen abwechselnd mit der Gemeinde.
Zu Beginn wurde Buxtehudes Kantate "Lobet, Christen, Euren Heiland", ein sehr festlicher Lobgesang, musiziert, dessen Solopartien von Niniane Rheinfurth und Josephine Witt gesungen wurden.
Folgende Texte von Paul Gerhardt erklangen in Kompositionen von, Bartholomäus Gesius, "Nun ruhen alle Wälder", "Ich singe dir mit Herz und Mund" nach Johann Crüger und "Ich weiß, mein Gott, daß all mein Tun und Werk in deinem Willen ruhn" nach Melodien von Johann Hermann Schein und Johann Georg Ebeling, alle abwechseln mit der Gemeinde. Letzteres war das Predigtlied. In sehr klaren, eindringlichen Worten, unter Hinzuziehung von Paul Gerhardts persönlichen widrigen Lebenserfahrungen, machte Pfarrerin Eszter Heinrichs deutlich, dass - trotz aller Proteste, Anklagen und zorniger Ausbrüche gegenüber dem 'Dein Wille geschehe' - letztlich nur das Sichergeben in seinen Willen fruchtbar und heilbringend ist und - Ruhe bringt dem, der sich frei diesem, seinem Willen, überlässt. Die Verse von Johann Gramann "Nun lob, mein Seel, den Herren" nach einer Komposition von Seth Calvius und Matthias Claudius - unsterbliches Abendlied "Der Mond ist aufgegangen" im Regerschen Satz verbanden inhaltlich und melodisch Gedanken und Musik zu einer schönen Harmonie.
Die abschließende Kantate von Buxtehude "Befiehl dem Engel, daß er komm und uns bewach, dein Eigentum" rundete Predigt und Gebet wohltuend ab.
Es war ein eigentümlich ergreifender Gottesdienst, schlicht, wohltuend in seiner Harmonie von Gemeinde, Musikanten und Zelebranten, der sicher nicht so schnell in Vergessenheit geraten wird.

28./29. September - Chorfahrt nach Bautzen

Am 29. September - dem Michaelstag, also dem Namenstag unseres Chorleiters - starteten wir zur 1. Chorfahrt nach Bautzen: Organisation 'Michael Witt', Reiseleitung 'Reinhard Luschert'.
Abfahrt 10.00 Uhr Jannowitzbrücke bei bewölktem Himmel, dann Nieselregen mit abwechselnden kräftigeren Ergüssen - insgesamt recht grau in grau.
Die erste Station zum Mittagessen in 'St. Marienstern' verlangte noch die Regenschirme, aber je südlicher wir kamen, desto mehr klarte der Himmel auf und wir fuhren durch eine so schöne Landschaft, die zum Verweilen einlud - die erste Herbstfärbung entfaltete sich prächtig Im Bischof-Benno-Haus in Schmochtitz, unserem Quartier, angekommen, konnten wir dem Regenschirm Adieu sagen und trockenen Fußes die wirklich gastlichen, angenehmen Zimmer beziehen.
Da wir in Anbetracht der etwas langwierigen Prozedur beim Bezahlen in St Marienstern in Verzug geraten waren, mussten wir nun recht schnell sowohl Zimmer beziehen, als auch Garderobe schon konzertbereit wechseln, um zeitgerecht im Bautzener Dom zur Generalprobe zu sein. Programm durchsingen, eine winzige Pause und schon war die Domvesper angesagt.
Der Bautzener Dom erwies sich für uns Chorsänger und die Instrumentalisten als geradezu schmeichelhaft. Und die intime Kenntnis seiner Akustik, seines Nachhalls, die Michael Witt natürlich für diesen Raum hat (immerhin hat er in Bautzen seine ersten musikalischen Erfahrungen als Chorsänger gemacht), kamen uns durch sein hierfür speziell ausgeformtes Dirigat entgegen, so dass die Schwingungen des Raums sich als interpretierende Komponenten einsetzen ließen. Ich habe selten ein so schönes Raum-Klangerlebnis bei einem von mir mitgesungenen Auftritt erlebt.
Zur Domvesper sangen wir eingangs "Lobet, Christen, euren Heiland" von Dietrich Buxtehude, Mozarts "Beatus vir" und "Laudate pueri" aus der Vesperae solennes de Dominica, als Tageslied, es war ja das Fest des Erzengel Michael, "Gott, aller Schöpfung heilger Herr" im Satz von Seth Calvisius, Tommaso Albinonis "Magnificat" und zum Abschluss Buxtehudes "Befiehl dem Engel, dass er komm". Dazwischen spielte das junge Kammerorchester die beiden Kirchensonaten von Mozart KV 212 und KV 224. Die Solisten waren Susanne Wilsdorf (Sopran), Dörthe Haring (Alt), Christoph Leonhardt (Tenor) und Georg Witt (Bass).
Nach der Domvesper blieben gerade mal 30 Minuten, um sich einen ersten Eindruck von Bautzen, speziell der Umgebung des Domes zu machen. Dann ging es zurück zum reichhaltigen und abwechslungsreichen Abendessen in Schmochtitz mit anschließendem geselligen Abend in der Scheune.
Am Sonntag war das Frühstück angesetzt auf 7.00 Uhr - eine wahrhaft unchristliche Zeit für einen Sonntag. Aber - die Simultankirche hat eben beschlossen, dass die Katholiken den frühen Gottesdiensttermin einnehmen müssen (Ordensleute müssen noch viel früher schon singen können). Erstaunlich, dass die Stimmen trotz der frühen Stunde doch so gut klangen. Die katholische Empore hat eine wirklich schwindelerregende Steillage für die Choristen. Nicht ganz einfach zu erklimmen, und nicht ganz einfach, einen sicheren Stand zu finden. Um so erstaunlicher, dass die Mozartmesse KV 65 für mich jedenfalls so gelöst heiter und mozarteisch klang. Zur Kommunion erklang dann noch einmal das "Laudate pueri" aus den "Vesperae" und - schließlich wurde Erntedank gefeiert - "Erfreue Dich Himmel, erfreue Dich Erde" im Satz von Seth Calvisius abwechselnd mit der Gemeinde.
Im Anschluß an den Gottesdienst gab es die Möglichkeit, den Domschatz kennenzulernen oder ein wenig von der Stadt Bautzen zu sehen. Wir trafen uns dann alle wieder im 'Mönchshof', einer Gaststätte in den alten erhaltenen Klostergewölben des ehemaligen Klosters, wo wir uns für die Rückfahrt nach Berlin stärkten.
Dann ging es heimwärts, nicht aber, ohne Göda einen Besuch abzustatten. Göda - wenn man schon mal da vorbei kommt - muß man sehen. Nicht, dass die mittlerweile 1000jährige Stiftskirche St. Peter und Paul so umwerfend ist, nein, allein wegen der Neugestaltung des Innenraums nach der Wiederentdeckung der Deckenmalerei der Kirche aus dem 16. Jahrhundert. Da beauftragte man nämlich Friedrich Press (1904-1990), den Innenraum der Kirche unter dem Motto 'Mission' neu zu gestalten, und diese Neugestaltung ist eine wahrhaft wunderschön gelungene Botschaft. Im Halbkreis um den Altar stehen die 11 Jünger (in verschiedenen Holzfarbausführungen), gezeichnet vom Leid und der Furcht des Karfreitags, charakterisiert durch all ihre guten Seiten und all ihre menschlichen Fehler, einprägsam angedeutet in schlichten, um so wirksameren Gesten. Die Orgel, die in ihrer einmaligen Gestaltung so ungewöhnlich und formschön ist - ein Segelschiff mit breitem Mast - dass man sie nicht nur klingen hören will, sondern sie auch bewundernd bildlich in sich aufnimmt. Und nicht zu vergessen die kleine Madonna mit Kind in der Nische der Ostwand. Ich bin sicher, keiner der Chormitglieder wird diese Kirche mit den Werken von Press je vergessen können.
Dann ging es stracks auf die Autobahn und nach Berlin, wo wir sicher gegen 17.30 Uhr eintrafen.
Danke für diese schöne Chorfahrt und bitte: da capo!

21. Oktober, 20. Sonntag nach Trinitatis, Gottesdienst in der St. Marien-Kirche, Berlin-Mitte

Am 21. Oktober wurde der Gottesdienst in der St. Marienkirche in Berlin Mitte musikalisch mitgestaltet von der Ökumenischen Seniorenkantorei und einem Instrumentalkreis mit alten Instrumenten unter der Leitung von Michael Witt, an der Orgel Martina Kürschner.
Als Eingangslied sang die Gemeinde im Wechsel mit dem Chor "Lobet den Herren" im Satz von Johann Crüger, dessen Vertonung von "Allein Gott in der Höh' sei Ehr" zum "Gloria" angestimmt wurde.br> "Kyrie", "Sanctus" und "Agnus Dei" erklangen aus der fünfstimmigen "Missa super Confundantur superbi" von Orlando di Lasso (1532-1594).
Schon allein die Vielseitigkeit der Namensüberlieferung (Orlando di Lasso, Rolande de Lassus, Orlandus Lassus) läßt erkennen, dass wir es mit einem europäischen Komponisten zu tun haben. Als Knabe von 12 Jahren (geboren in Mons im Hennegau) wegen seiner schönen Stimme nach Italien entführt, kam er 1555 wieder zurück in den Norden und erhielt mit 25 Jahren die Stelle eines Tenoristen an der Fürstlichen Hofkapelle in München, wo er 1562 zum Hofkapellmeister avancierte. Allen musikalischen Zeitströmungen zeigte er sich offen, ausgehend vom italienischen Stil Palestrinas suchte er nach neuen formalen und klanglichen Lösungen innerhalb der Polyphonie, Wortinterpretation war ihm kompositorisch wichtig. München hielt er bis an sein Lebensende die Treue, trotz verführerischer Angebote aus der damaligen Musikwelt. Er war 'schlichtweg' DER europäische Komponist, seine Vielsprachigkeit in den Kompositionen, die Widmungen in seinen Werken sowie seine überlieferte Korrespondenz sind Zeugnisse dafür.
Das Wochenlied "Wohl denen die da wandeln" wurde im Wechsel mit der Gemeinde im Satz von Heinrich Schütz gesungen, dessen Komposition der Einsetzungsworte "Unser Herr Jesus Christus" (Opus 13) das Abendmahl begleiteten.
Das Predigtthema - 'wörtliche Einhaltung der Gebote führt zu Unmenschlichkeit' - gibt dem aufmerksamen Zuhörer zahlreiche nachdenkenswerte Denkanstöße, nicht nur für eine Woche.
"Nun danket all und bringet Ehr" im Satz von Johann Crüger und das Orgelnachspiel von Frau Kürschner (Dietrich Buxtehudes Präludium C-Dur) beendeten den schlicht-schönen Abendmahlsgottesdienst.

31. Oktober,2007, Gottesdienst zum Reformationsfest in der St. Thomas-Kirche am Mariannenplatz.

Der festliche Gottesdienst zum Reformationsfest in der St. Thomas-Kirche wurde musikalisch mitgestaltet von der Ökumenischen Seniorenkantorei Berlin (Leitung Michael Witt), sowie einem Bläserensemble unter der Leitung von Johann Plietzsch.
Das Orgelvorspiel von M. Maibauer führte präludierend das Eingangslied ein: "Ein feste Burg ist unser Gott", es folgte im Wechsel mit Chor und Gemeinde im Satz von Johann Crüger und Melchior Vulpius.
"Kyrie" und "Gloria" waren der "Missa antiqua" für Chor und Bläser von Wolfram Menschick entnommen. Zum "Credo" sangen Chor und Gemeinde Christian Lahusens Vertonung von "Wir glauben Gott im höchsten Thron".
Die Predigt stand unter dem Motto: 'Was ist evangelisch'? und interpretierte - bezugnehmend auf den Artikel 4 der 'Barmer Erklärung' - den Begriff 'Gemeinde' als geistlichen Ort im Gegensatz zu 'Kirche' als lokalen Ort; ein Ansatzpunkt für die später in kleinerem Kreis angedachte Diskussion über die regionalen Zusammenlegungen von 'Kirchen', die aber eben 'Gemeinden' zerreißen würden. Arnold Mendelssohns Komposition des 150. Psalms "Lobet den Herrn in seinem Heiligtum" lud zu eigenem Nachdenken über 'Kirche', 'Gemeinde' - insgesamt über das 'Lob Gottes' ,wo auch immer, ein.
Das Schlußlied "Herr, gib uns die Einheit wieder" im Satz von Michael Witt ist immer wieder ein inniger Bitt- und Hilferuf der 'zerrissenen Gemeinden', die allein die Grenzen, die sie trennen, nicht überwinden können. Zum Abschluss spielte das Bläserensemble zusammen mit der Orgel den festlichen 'The Prince of Denmark's March' von Jeremiah Clarke (1673-1707).
Diese Feier des Reformationsfestes mit einem ökumenischen Chor ist für mich - und ich hoffe, für alle, die daran teilgenommen haben - ein Hoffnungsschimmer, dass das eintreten möchte, was wir sowohl im Glaubenslied, - speziell bei der Anrufung des Heiligen Geistes 'der fährt, wohin er will und mag, und stark macht, was daniederlag', wie auch im Lied um die 'Einheit' im Glauben gesungen haben, eintreten möchte: 'Du bist unter uns zugegen durch dein Wort und Sakrament, gib durch sie uns Kraft und Segen, daß uns nichts mehr von dir trennt' und 'Laß ein neues Pfingsten werden für die Kirche, deine Braut.

18. November, Gottesdienst in der Kirche 'Maria Regina Martyrum'


Am 18. November, dem 33. Sonntag im Jahreskreis, wurde der Gottesdienst in der Kirche 'Maria Regina Martyrum' von der Ökumenischen Seniorenkantorei unter Leitung von Michael Witt mitgestaltet, die Orgel spielte E. von Garnier.
Die Anfang der 60er Jahre erbaute Kirche, ein zweigeschossiger Stahlbetonbau, unweit der Gedenkstätte 'Plötzensee' gilt als Gedächtniskirche der deutschen Katholiken für die Opfer des Nationalsozialismus. Hier befinden sich auch das Grab des 1934 von den Nationalsozialisten erschossenen Leiters der Katholischen Aktion, Erich Klausener und eine Gedenkstätte für den Dompropst Lichtenberg, der 1943 auf dem Weg ins Konzentrationslager starb.
Die "Missa tertia" von Lajos Bárdos aus dem Jahre 1944 passte an diesem vorletzten Sonntag des Jahreskreises besonders gut in diesen Raum, der Vergangenheit und Zukunft, himmlische Zukunft anmahnt, bildlich dargestellt im großen Altarwandbild von Georg Meistermann - einer modernen Vision des himmlischen Jerusalems.
Zum Credo sang die Gemeinde im Wechsel mit dem Chor das "Glaubenslied" von Christian Lahusen, ebenso im Wechsel zur Danksagung "Nun singe Lob, du Christenheit" im Satz von Johann Crüger.
Den Kommuniongang begleiteten die Einsetzungsworte des Altarsakraments in der Vertonung von Heinrich Schütz aus den Geistlichen Gesängen, op. 13, "Unser Herr Jesus Christus in der Nacht, da er verraten ward".
Das Schlußlied - für uns als ökumenische Seniorenkantorei symbolhaft - war "Herr. gib uns die Einheit wieder", ein Lied, das vom Bund der ev.-kath. Wiedervereinigung in Text und Melodie 1988 Einzug hielt in den II. Berliner Anhang des 'Gotteslobs' und was als Motto über dem Begriff 'Ökumene' stehen könnte, aber in den wenigsten Gemeinden bekannt ist. Wir sangen es im vierstimmigen Satz von Michael Witt.
Zum Ausklang spielte E. von Granier den "Marsch der Kreuzritter" aus dem Oratorium "Die Legende der Heiligen Elisabeth" (am 19. November ist ihr Gedenktag) von Franz Liszt, eine sehr heiter anmutende, volkstümliche Komposition.
Über den Beifall der Gemeinde und die Worte des Zelebranten haben wir uns alle gefreut: 'Sollten sie mal keine Empore haben und an einem Sonntag Zeit haben, wären sie ganz herzlich zum Wiederkommen eingeladen'.

14. Dezember, Adventskonzert im Kirchsaal der Christengemeinschaft, Schwedter Str.

Am 14. Dezember 2007 sang die Ökumenische Seniorenkantorei ein Adventskonzert im Kirchsaal der Christengemeinschaft in Berlin, Prenzlauer Berg, begleitet von einem kleinen Streichorchester, an der Orgel Dr. Wolfgang Flügel.
Die Solisten waren Susanne Hammer und Susanne Wilsdorf (Sopran), Ulrich Weller (Altus), Christoph Burmester (Tenor) und Georg Witt (Bass). Die Leitung hatte DKM i.R. Michael Witt.
Auf dem Programm standen Adventskantaten von Franz Tunder (1614-1667), Dietrich Buxtehude (1637-1707) und Johann Sebastian Bach (1685-1750).
Franz Tunder wurde in Lübeck geboren, bei den schleswig-holsteinischen Herzögen auf Schloss Gottdorf begann er seine Karriere als Organist; dort lernte er durch den Frescobaldi-Schüler J. Hecklauer die italienische neue Musik kennen. Ab 1641war sein Arbeitsschwerpunkt die St. Marienkirche in Lübeck, wo er durch seine außergottesdienstlichen Orgelvorträge die Grundlage für die 'Abendmusiken' seines Schwiegersohnes, Dietrich Buxtehude legte. Sein kompositorisches Werk, ist jedoch leider größtenteils verschollen. Die Kantate "Hosianna dem Sohne David" ist eine festliche Komposition zum Einzug Jesu in Jerusalem und im übertragenen Sinn zum Advent. Im Wechsel zwischen Instrumenten, Solisten und Chor erklingt freudig-jubelnde Empfangsmusik.
Dietrich Buxtehudes Kantaten "Wie soll ich dich empfangen" und "Kommst du, Licht der Heiden" unterstrichen den adventlichen Charakter des Konzertes durch ihre individuell sehnsuchtsvolle Erwartung auf das Weihnachtsgeschehen. Das "Magnificat" ist sozusagen der Triumphgesang, alle Welt soll erfahren, was sich Weihnachten vollziehen wird.
Den Abschluss bildete die Bachkantate "Nun komm, der Heiden Heiland" (BWV 61), die im Eingangschor auf Luthers Dichtung zurückgreift. Die Ouvertüre erklingt herrschaftlich. im französischen Stil komponiert, gemessenen Schrittes und doch jubilierend signalisiert sie die Ankunft eines außergewöhnlichen Königs. Die von den Solisten so schön dargebotenen Rezitative und Arien, die die Sehnsucht auf Weihnachten noch intensivieren, gipfeln im Schlußchoral "Amen! Komm du schöne Freudenkrone, bleib nicht lange! Deiner wart ich mit Verlangen", dem Schluss von Philipp Nicolais Lied, "Wie schön leuchtet der Morgenstern".
Es war ein Erlebnis, in diesem schönen Kirchsaal der Christengemeinde mit einer wunderbaren Akustik, einem Raum architektonisch ohne Ecken und Kanten, zu musizieren. Die Botschaft, die wir vermitteln wollten, ist auch angekommen, danke.

25. Dezember,12.00 Uhr Gottesdienst in der St. Hedwigs-Kathedrale

Am 1. Weihnachtsfeiertag gestaltete die Ökumenische Seniorenkantorei unter der Leitung von Michael Witt, DKM i.R. mit einem kleinen Streichorchester und den Solisten Heike Peetz (Sopran), Judith Utke (Alt), Kai Rotherberg (Tenor) und Georg Witt (Bass) den 12 Uhr-Gottesdienst in der St. Hedwigs-Kathedrale; an der Orgel Dr. Florian Wilkes.
Einstimmung auf das Predigtthema war das Eingangslied "Es ist ein Ros' entsprungen".
Als Ordinarium erklang Mozarts "Missa brevis in G-Dur", KV 140. Diese leicht beschwingte, fröhlich klingende, der weihnachtlichen Freude so entsprechende Musik - Anfang 1769 komponiert - zeigt bei aller Heiterkeit doch auch Mozarts feinsinniges Textverständnis, so im Wechsel der Tonart beim "Et incarnatur est" des "Credos": in der Liturgie der katholischen Kirche kniet man bei diesen Worten zu Weihnachten und Epiphanias - Mozart läßt ein Niederknien musikalisch erklingen; ebenso minutiös artikuliert ist die Steigerung im "Agnus Dei" bei der Bitte um Frieden: "dona nobis pacem".
Im Wechsel mit der Gemeinde wurden Bachs "Ich steh an deiner Krippe hier" und M. Witts Bearbeitung von "O du fröhliche" gesungen. Den Kommuniongang begleitete Dietrich Buxtehudes Komposition "In dulci jubilo" für Sopran, Alt, Bass und Streicher.
Dem Dank, den Dompfarrer Msgr. Alfons Kluck eingangs an den ehemaligen DKM der St. Hedwigs-Kathdrale, Michael Witt wegen seines unermüdlichen Einsatzes um die Kirchenmusik aussprach, kann man sich vollinhaltlich nur anschließen.

Berichte 2006   (Seitenanfang)

Erste Chorprobe der Ökumenischen Seniorenkantorei Berlin

Am 12. Januar 2006 trafen sich ca. 60 Sängerinnen und Sänger im Gemeindesaal der St. Petri-Gemeinde in Mitte und gründeten die 'Ökumenische Seniorenkantorei Berlin'. Der Pfarrer der Gemeinde, Peter Reichmeyr, sprach einleitend von seiner Freude über den gelungenen Start und wünschte uns gutes Gelingen. DKM i.R. Michael Witt, der die Leitung des Chores übernommen hat, machte uns kurz mit seinem Konzept bekannt (mindestens einmal im Monat sollte abwechselnd in einer evangelischen und einer katholischen Gemeinde beim Gottesdienst gesungen werden, am 9. September, dem Ökumenischen Stadtkirchenfest, ist ein Auftritt in der St. Marienkirche geplant, am 13. August ein Einsatz im Kloster Alexanderdorf), dann begann die Probenarbeit.
Die beim 1. Probenabend angesungenen Stücke lassen ein vielfältiges, die Jahrhunderte übergreifendes Programm erwarten: Choräle aus dem evangelischen Gesangbuch von J.S. Bach, Max Reger und Hugo Distler wurden angeprobt, dann W.A. Mozart, der dieses Jahr natürlich nicht fehlen darf, mit seiner nicht so sehr bekannten Messe in d-Moll, die er als 12jähriger für die Salzburger Universitätskirche komponierte, für die Zukunft ist Bardos "Missa tertia", Eben "Marienvesper" sowie Schütz geplant - eine Breite, die jedem engagierten Chorsänger das Herz höher schlagen läßt.
Das großzügige Entgegenkommen der St. Petri und St. Marienkirche, uns den Gemeindesaal in der Neuen Grünstraße als Probenraum unentgeltlich zur Verfügung zu stellen und die Tatsache, dass der Chorleiter auf ein Honorar verzichtet, kann nicht hinreichend genug dankend erwähnt werden. Ein Zuwachs des Chores, vor allem bei den Männerstimmen, wäre allerdings wünschenswert. Erstmals zu hören sein wird der Chor am 29. Januar im Gemeindesaal St. Petri beim Wortgottesdienst.

Erster Gottesdienst mit der Ökumenischen Seniorenkantorei Berlin

Am 29. Januar 2006, dem 4. Sonntag nach Epiphanias, sang die neu gegründete Ökumenische Seniorenkantorei Berlin erstmals im Wortgottesdienst im St. Petri-Kirchsaal in Berlin-Mitte unter der Leitung von DKM i.R. Michael Witt, an der Orgel begleitete Jakob Schroeder, der einleitend 'All' Offertorio' von Domenico Zipoli (1688-1726) spielte. Gemeinde und Chor bildeten durch die Anordnung der Sitze im Halbrund eine feiernde Gemeinschaft. Zum Eingang erklang im Wechsel mit der Gemeinde der Bachsche Chorsatz 'Wie schön leuchtet der Morgenstern'. Das 'Kyrie' entstammte der 'Missa tertia' von Lajos Bardos (1899-1986), einem ungarischen Komponisten, der Gregorianik mit heimatlichen Klängen verbindet. Dem Glaubenslied im Satz von Christian Lahusen (1886-1975) folgte die Predigt über das Markus-Evangelium vom Sturm auf dem See Genezareth. Das Lied 'Ein Schiff, das sich Gemeinde nennt' (Text und Satz Martin Gotthard Schneider 1962) vertiefte die im Evangelium und in der Predigt vernommenen Gedanken. Der Psalm 34 (Ich will, solang ich lebe, rühmen den Herren mein) in der Vertonung von Heinrich Schütz intensivierte das im Evangelium und in der Predigt angemahnte Vertrauen auf Gott. Das Lied, 'Der Morgenstern ist aufgedrungen' von Michael Praetorius, beendete die schöne Feier des Gottesdienstes. Die Orgel beschloß die Liturgie mit weiteren Klängen von Domenico Zipoli.
Pfarrer Peter Reichmayr drückte in warm dankenden Worten seine Freude über die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes aus. Ein kleiner Umtrunk für alle Anwesenden schaffte die Möglichkeit des sich Kennenlernens.

26. Februar 2006: Ökumenische Seniorenkantorei in der St. Hedwigs-Kathedrale

Am 26. Februar 2006 gestaltete die neu gegründete 'Ökumenische Seniorenkantorei Berlin' unter der Leitung von DKM i.R. Michael Witt musikalisch zwei Gottesdienste in der St. Hedwigs-Kathedrale, das Hochamt um 10.00 Uhr und die 12.00 Uhr-Messe an der Orgel begleitet vom Domorganisten Thomas Sauer. Der Chor sang als Ordinarium die 'Missa tertia' von Lajos Bárdos (1899-1986), die der ungarische Komponist im Jahre 1944 komponiert hat, eine Messe, die Gregorianik mit Puszta-Klängen verbindet - das Entstehungsjahr intensiviert für den hellhörigen Zuhörer die eindringlich flehende Bitte im 'Agnus Dei' - das 'dona nobis pacem'. Eingangs erklang - abwechselnd mit der Gemeinde und dem Chor im Satz von J.S. Bach - 'Was Gott tut, das ist wohlgetan' und nach der 2. Lesung - durch Chor und Gemeinde ein 'Hallelujah'-Kanon, Mozarts 'Exsultate jubilate' nachempfunden. Zum Credo wurde das Glaubenslied im Satz von Christian Lahusen abwechseln mit der Gemeinde gesungen. 'Dein, o Herr. ist die Kraft' im Satz von Max Reger begleitete das Offertorium, den Kommuniongang Heinrich Schütz's 'Ich will, solang ich lebe, rühmen den Herren mein' (Psalm 34 aus dem Beckerschen Psalter), aufgelockert durch improvisierte Orgelritornelle, und als Danklied im Wechselgesang mit der Gemeinde 'O wunderbare Speise' (Satz: Heinrich Isaac).
Beide Gottesdienste waren gut besucht und zahlreiche Gottesdienstbesucher- allen voran die Zelebranten - haben sich wortreich für die musikalische Mitgestaltung der Liturgie, speziell über die gelungenen Wechsel, Chor - Gemeinde - die das gemeinsame Feiern und Beten so bereichern, bedankt.

Johann Valentin Meder: Matthäus-Passion - kurze Einführung

Die 'Oratorische Passion nach Matthäus, die am 9. April gesungen wird, stammt von einem ziemlich in Vergessenheit geratenen Komponisten des Baltikums, Johann Valentin Meder. Er wurde 1649 in Wasungen geboren, studierte zunächst Theologie in Leipzig, fand dann aber (1671) schnell Zugang zur Musik. Er trat als Diskantist in Gotha, Kassel, Bremen, Hamburg, Kopenhagen und Lübeck auf. Dort lernte er Dietrich Buxtehude kennen. 1674 wurde er Kantor in Reval und 1687 als Kapellmeister an die Marienkirche in Danzig verpflichtet. Zu dieser Zeit hatte er sich wohl auch schon als Komponist einen Namen gemacht, denn in Danzig wurden zwei Opern von ihm aufgeführt mit dem Erfolg, dass er aus der Stadt ausgewiesen wurde. Sein Faible für die neueste 'Italienische' Mode hat wohl zu Zerwürfnissen mit seinen konservativ-lutheranischen Dienstgebern geführt. Dabei ist seine überlieferte Oper 'Argenia', die er selbst als 'Singspiel' bezeichnet hat, eine der wenigen frühdeutschen Kompositionen, die Bestand hatte und eben nicht dem Einfluß der italienischen Oper seiner Zeit verpflichtet war.
Er ging dann als Domkantor nach Königsberg und wurde 1700 Domorganist in Riga. Dort entstand seine überlieferte 'Oratorische Passion nach Matthäus'. Nach den Aufzeichnungen seines Sohnes über die geistlichen Werke seines Vaters hat Meder vier Passionen, zwölf Messen, fünf Magnificat-Kompositionen und eine Reihe von Motetten hinterlassen. Aufzeichnungen in der Original-Partitur lassen erkennen, dass diese Passion noch über viele Jahre an verschiedenen Orten aufgeführt wurde, bis über 35 Jahre nach seinem Tod im Jahre 1719 in Riga. Meders Werk nimmt eine wichtige Stellung in der Geschichte der Vertonungen der Leidensgeschichte vor Bach ein.
Die Passion ist gesetzt für Solostimmen, 5-stimmigen Chor und Instrumente (zwei Flöten bzw. Oboen, zwei Violinen und Continuo) und umfaßt die Passion nach dem Matthäus-Evangelium, beginnend mit Kapitel 26,1 bis zum Versiegeln des Grables Jesu, Kapitel 27, 66. Betrachtende Einschübe gibt es wenige, sie sind kurz und hauptsächlich instrumental gehalten, außer einigen liedhaften Arien.
Zum Eingang erklingt eine Sinfonia und dann ein schlichter Eingangschor: "Höret das Leiden und Sterben unsers Herren Jesu Christi nach dem heil'gen Evangelisten Matthäus". Es folgt die Leidensgeschichte, vorgetragen vom Evangelisten mit einer sanglichen Melodik, die reich ist an textausdeutenden Wendungen. Die Worte Jesu werden auch bei Meder durch die Begleitung von 2 Violinen hervorgehoben und gleichsam mit einem Heiligenschein umgeben. Die übrigen handelnden Personen werden auf einen Sopran (Mägde und die Frau des Pilatus), einen Altus (Judas, falscher Zeuge), Tenor (Petrus, zweiter Zeuge) und Bass (Caiaphas und Pilatus) verteilt. Der Chor singt in knappen Einwürfen die sog. 'Turbae', Ausrufe und Textpassagen, die verschiedenen Gruppen zugeordnet sind. Auf das Begräbnis Jesu folgt eine Choralvariation über das Lied "O Traurigkeit, o Herzeleid!" Mit einem kurzen Schlusschor "Dank sei unserm Herren Jesu Christus, der uns erlöset hat durch sein Leiden von der Hölle" klingt das anderthalbstündige Werk aus.

19. März: Hochamt am 3. Fastensonntag (Oculi) in St. Paulus

Die Ökumenische Seniorenkantorei sang unter der Leitung von DKM i.R. Michael Witt nochmals die 'Missa tertia' von Lajos Bárdos (1899-1986), der liturgischen Zeit gemäß ohne das Gloria. An der Orgel begleitete der ansässige Kirchenmusiker, Herr Heiko Holtmeier Zur Kommunion erklang das 'Ave verum corpus' von Edward Elgar (1857-1934), eine sehr zarte, schlichte, aber ausdrucksvolle Komposition. 'O wunderbare Speise' im Satz von Heinrich Isaac, um 1450 in Flandern geboren und 1517 in Florenz verstorben, war das mit der Gemeinde im Wechsel gesungene Danklied. Der Zelebrant Prior Michael Dillmann dankte für die, wie er sich ausdrückte, schöne innerlich gesungene Musik und lud zum Wiederkommen ein. Die zahlreiche Gemeinde schloß sich seinen Worten durch Beifall an.

9. April J. V. Meder: Oratorische Passion nach Matthäus

In Riga, wahrscheinlich im Jahre 1701, komponierte Johann Valentin Meder (1649-1719), in Thüringen geboren, dann aber hauptsächlich im Baltikum seßhafter Komponist, seine 'Oratorische Passion nach Matthäus'. Diese Passionist völlig durchkomponiert, mit instrumentalen und ariosen Einschüben, Chorsätzen betrachtenden Inhalts und Turbae-Chören. Es bedeutet gleichzeitig, dass der Evangelientext in deutscher Bearbeitung sangbar vorliegen mußte, eine durchaus redaktionelle Leistung, die bei Meder sogar eine modernere Diktion der deutschen Sprache als bei Bach erkennen läßt.
Am Palmsonntag 2006 erklang diese 'Oratorische Passion nach Matthäus in der Erlöserkirche am Wikingerufer in Berlin-Moabit. Ausführende waren Susanne Wilsdorf (Sopran), Frederic Meylan (Altus), Christoph Burmester (Evangelist: Tenor), Simon Berg (Baß), Georg Witt (Jesus: Baß). Mechthild Fischer und Sylvia Rosin spielten Oboe und Blockflöte, Almut Schlicker und Miki Takahashi Violine, Annette Rheinfurth die Violone und Jakob Schroeder die Continuo-Orgel. Es sang die 'Ökumenische Seniorenkantorei Berlin'. Die Leitung hatte DKM i.R. Michael Witt. Hier einzelne Ausführende besonders hervorzuheben wäre unbillig. Das gesamte Ensemble wirkte in seinem Gesamtklang überzeugend.
Die - an Bach gemessen - schlichte Passion (Aufführungszeit 90 Minuten) wurde von allen Beteiligten mit ausdrucksvoller Innerlichkeit musiziert, ja, der Eindruck übermittelte sich den Zuhörern, dass hier kein Konzert stattfand, sondern ein religiöses Erlebnis nachvollziehbar gestaltet wurde.

Ostermontag in der St. Petri-St. Marienkirche

Zum Gottesdienst am Ostermontag sang die 'Ökumenische Seniorenkantorei Berlin' unter der Leitung von DKM i.R. Michael Witt die Missa brevis in d-Moll KV 65 von W. A. Mozart, Solisten waren Katherina Müller (Sopran), Gerda Weissenberg (Alt), Matthias Bleidorn (Tenor) und Jonathan de la Paz (Bass), es begleite das Collegium Musicum, bestehend aus (ehemaligen) Mitgliedern der Staatskapelle Berlin. Die von Mozart als 12jähriger komponierte Messe für die Salzburger Universitätskirche ist in ihrer Kürze trotzdem eindrucksvoll, überraschend in ihrem Wechsel von Innigkeit und Unbeschwertheit.
Das Wochenlied 'Christ lag in Todesbanden' im Satz von J.S. Bach (BMV 4) erklang im Wechsel zwischen Gemeinde Chor und Solisten, vor den Fürbitten im Satz von Miachael Praetorius 'Wir wollen alle fröhlich sein' ebenfalls im Wechsel zwischen Gemeinde und Chor. Die Kommunion begleitete Mozarts 'Ave verum' und seine Kirchensonate (KV 245).
Die Solisten (ich kann keinen Einzelnen hervorheben) begeisterten alle durch harmonisch-melodische Farbfülle, das Orchester, ganz besonders in der Kirchensonate, durch Leichtigkeit und fröhlichem Musizieren, was die Freude des Osterfestes nachvollziehbar machte. Der Chor kann nur dankbar sein für diese musikalische Unterstützung und den persönlichen Einsatz eines jeden Einzelnen (und dazu noch allein zum Lobe Gottes).
Die Worte der Kantorin und des Zelebranten an die Musiker insgesamt, Chor, Orchester und Solisten, nicht zu vergessen: Jakob Schröder an der Orgel, die ihre Freude und ihren Dank für die schöne Gottesdienstgestaltung ausdrückten, ermutigen uns, dass unser Singen wirklich eine Bereicherung für Andere sein kann.
Abschließend möchte ich noch das Orgelnachspiel von Martina Kürschner dankend erwähnen, was die Osterfreude nochmals so lebhaft zum Ausdruck brachte.
Ausschnitte aus unserer Probenarbeit und dem Gottesdienst werden am 20. Mai 2006 gegen 18.00 Uhr im Fernsehsender RBB ausgestrahlt.

Festgottesdienst im Berliner Dom am Tag 'Christi Himmelsfahrt' 2006

Der Gottesdienst zum Hochfest 'Christi Himmelfahrt' im Berliner Dom wurde musikalisch gestaltet von der Ökumenische Seniorenkantorei unter der Leitung von DKM i.R. Michael Witt, begleitet vom Bläserchor der St. Hedwigs-Kathedrale unter Johann Plietzsch. An der Orgel spielte Domorganist Andreas Sieling präludierend die Fantasie von Franz Liszt über 'BACH'. Das Eingangslied 'Gen Himmel aufgefahren ist, Halleluja' machte die Freude über die heilsgeschichtliche Bedeutung dieses nachösterlichen Ereignisses, die Himmelfahrt Christi, im Gemeindegesang deutlich, ebenso wie die Vertonung des 150. Psalms von Arnold Mendelssohn (*1855-?1933 - entfernt verwandt mit Felix Mendelssohn Bartholdy).
Das 'Kyrie' und das 'Agnus Dei' aus der 'Missa dominicalis' von Wolfram Menschick (DKM i.R. in Eichstätt) gestalteten den Anfangs- und Schlußteil des Festgottesdienstes. Das Wochenlied 'Wir danken Dir, Herr Jesus Christ' wurde im Wechsel zwischen Chor und Gemeinde in der Bachvertonung gesungen. Zum Abendmahl erklang die festliche doppelchörige Motette 'Omnes gentes plaudite' von Philipp Dulichius (1562-1631, deutscher Name Deulich), der sich hauptsächlich dieser Kompositionsgattung verschrieben hatte. Das Bläserensemble spielte den zweiten Chor. Insgesamt war dieser Gottesdienst in dem vollbesetzten Dom so wohltuend ökumenisch, so dass man sich bei der Abendmahlseinladung persönlich angesprochen fühlte - was nicht immer der Fall ist - Danke.

Festgottesdienst zum Dekanatstag Brandenburg - Potsdam- Luckenwalde in der Klosterkirche Lehnin am Pfingstmontag 2006

Ein Festgottesdienst mit Kardinal Georg Sterzinsky eröffnete am Pfingstmontag 2006 den Dekanatstag Brandenburg - Potsdam - Luckenwalde in der Klosterkirche Lehnin. Musikalisch gestaltet wurde die Meßfeier durch Johannes Nitschke aus Brandenburg an der Orgel, dem Bläserchor aus Premnitz sowie der Ökumenischen Seniorenkantorei Berlin, einem Streichorchester und Solisten unter der Leitung von DKM i.R. Michael Witt. Es erklangen von W.A. Mozart zur Kommunion sein "Ave verum" KV 618 und die Kirchensonate KV 245, sowie als Ordinarium die Missa brevis d-moll KV 65. Diese kurze Meßkomposition des 12jährigen Mozart mit ihrer lebhaften Unbeschwertheit und trotzdem innigen Ausdruckskraft paßte gut zu der Festgemeinde des Dekanatstages mit erfreulich vielen jungen Familien. Der Chorklang, der sich in der schlichten schönen Zisterzienserkirche entwickelte, zeigte in seiner Fülle und Klarheit, dass auch 'Senioren' durchaus imstande sind, musikalisch Vollwertiges zu leisten. Beweis dafür: der Dank des Kardinals an die Musiker sowie der langanhaltende Beifall der mitfeiernden Gemeinde am Schluß. Chor, Orchester und Solisten bedanken sich ihrerseits bei den Veranstaltern für die 'Gage' - die Gutscheine für 'Essen' und 'Getränke' wurden gern empfangen und - es hat gut geschmeckt.

4. Sonntag nach Trinitatis in der St. Thomas-Kirche am Mariannenplatz

Der Gottesdienst am 4. Sonntag nach Trinitatis in der St. Thomas-Kirche am Mariannenplatz wurde musikalisch gestaltet von der Ökumenische Seniorenkantorei Berlin unter der Leitung von DKM i.R. Michael Witt, an der Orgel wirkte der Organist der Gemeinde, Herr M. Maibauer. Überraschend für uns Chormitglieder: Eine unserer Tenorfrauen, so erfuhren wir heute, war lange Jahre Pfarrerin der St. Thomas-Kirche, wie schön für sie und uns, hier singen zu dürfen, und der jetzige Pfarrer, Christian Müller, lud sie ein, bei unserem nächsten Singen in der St. Thomas-Kirche doch bitte auch die Predigt zu übernehmen. Nach der Gründung dieses Chores am 12. Januar 2006 war das die achte Gottesdienstgestaltung, außerdem haben wir in der Fastenzeit die Matthäus-Passion von Johann Valentin Meder in der Erlöser-Kirche aufgeführt - ein Halbjahresfazit, das sich sehen lassen kann.
In St. Thomas erklang zum Eingang 'Herr Jesu Christ, dich zu uns wend' im Chorsatz mit der Gemeinde aus dem Evangelischen Gesangbuch. 'Kyrie' und 'Gloria' sang der Chor aus der 'Missa tertia' von Lajos Bardoz. Das Glaubenslied von Rudolf Alexander Schröder in der Vertonung von Christian Lahusen wurde im Wechsel von Gemeinde und Chor gesungen. Nach der Kollekte hörte man Klänge von Max Reger 'Dein, o Herr, ist die Kraft', sowie zum Abschluss das Lied 'Nun singe Lobe, du Christenheit' im Wechsel mit der Gemeinde im Satz von Johann Crüger, die letzte Strophe im Chor- und Gemeindesatz von Bernhard Hemmerle. Die anschließende Einladung von Pfarrer Müller zum Tee- bzw. Kaffeegenuß einschließlich sehr wohl mundendem Kuchen wurde von Vielen dankend angenommen. Gerne werden wir wieder in diesem 120 Jahre alten lichtdurchfluteten imposanten Bauwerk das Lob Gottes musikalisch verkünden helfen.

Alexanderdorf

Südlich von Berlin, zwischen Trebbin und Sperenberg, am Mellensee, liegt die Benediktinerinnen-Abtei St. Gertrud. Seit 1934 leben dort Schwestern nach der Regel des Hl. Benedikt. Im Jahre 1979 begann der Ausbau der Scheune zu einer Kirche. Es entstand ein schlichter, mit den dunklen Holzstreben warm wirkender, würdiger Bau, der zur Andacht einlädt. Hier findet seit ca. 20 Jahren immer am 1. Mai ein kleines Konzert statt.
Das, was anfänglich ein Rückzug von den Maidemonstrationen der Vergangenheit war, entwickelte sich zu einer schönen Tradition, die jetzt zu einer neuen kleinen Konzertreihe - SOMMERMUSIKEN im Kloster Alexanderdorf - erweitert wurde.
Am 13. August diesen Jahres wurde der Vespergottesdienst durch die Ökumenische Seniorenkantorei Berlin mitgestaltet. Sie sang unter der Leitung von DKM i.R. Michael Witt begleitet von KMD Christian Schlicke an der Orgel die 'Vesperae in Festo Nativitatis', die Marienvesper' des tschechischen Komponisten Petr Eben (*1929), die im Auftrage des Benediktinerklosters Montserrat im Jahre 1968 entstand. Heidegard Moll und Herbert Klemt übernahmen die solistischen Teile. Die Vesper - nach dem 2. Vatikanischen Konzil komponiert - wird in der jeweiligen Volkssprache gesungen, die Gemeinde ist an einigen Stellen zum Mitsingen eingeladen. Orgelkompositionen von Georg Muffat (1653-1704), Johann Sebastian Bach (1685-1750) und Felix Mendelssohn-Bartholdy (1809-1847) umrahmten die Vesper, ein geistliches Konzert für Sopran, Altblockflöte (Michael Witt) und Orgel von Herbert Gadsch (*1913) sowie das 'Lied der Ruth' von Petr Eben machten den Gottesdienst zu einem musikalischen Erlebnis.

Ökumenisches Stadtkirchenfest

Am 9. September fand auf dem Alexanderplatz ein ökumenisches Stadtkirchenfest statt. 170 katholische, evangelische und freikirchliche Gemeinden, diakonische Werke und christliche Projekte informierten an Info-Ständen über ihre Arbeit. Unter dem Motto 'Auf gute Nachbarschaft' sollten gemeinsame Aktivitäten, die zum Ökumenischen Kirchentag entstanden sind, fortgeführt werden und auf den im Jahre 2010 geplanten zweiten Ökumenischen Kirchentag in München vorbereiten. Das Motto bezieht sich auf die Worte Jesu im Johannes-Evangelium "Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen" (Joh 14,2).
Zahlreiche Darbietungen, Tanz, Kinderprogramm, Kulinarisches umrahmten die Veranstaltung. In der Marien-Kirche gab es von 14.00 bis 18.00 Uhr ein abwechslungsreiches Programm an Geistlicher Musik, beginnend mit dem Kindermusical 'David, ein echt cooler Held' (von Wilson/Jost), aufgeführt von Kinderchören aus verschiedenen Berliner Gemeinden unter der Leitung von DKM Harald Schmitt (ein echt cooler Auftritt).
Danach folgte - sozusagen ein totales Kontrastprogramm - die 'Marienvesper' von Petr Eben mit der Ökumenischen Seniorenkantorei Berlin unter der Leitung von DKM i.R. Michael Witt, an der Orgel KMD i.R. Christian Schlicke und Heidegard Moll als Solistin. Die zahlreichen weiteren Darbietungen von barocker Musik bis zum Spiritual boten ein reiches musikalisches Spektrum der geistlichen Richtungen.

Hochamt am 17. September in der Hedwigs-Kathedrale

Am 17. September 2006, dem 24. Sonntag im Jahreskreis, wurde das Hochamt in der St. Hedwigs-Kathedrale musikalisch mitgestaltet vom Bläserensemble der Kathedrale unter der Leitung von Johann Plietzsch und der Ökumenischen Seniorenkantorei unter der Leitung von DKM i.R. Michael Witt.
Eingangs erklang der festliche 'The Prince of Denmark's March' von Jeremiah Clarke (1673-1707), der lange Jahre Organist an der St. Paul's Cathedral und der Chapel Royal in London war und außer Kirchenmusik auch Theatermusik komponierte. Dieser Marsch ist Teil der 'Music of the Theatre', die als Zwischenaktmusik für Aufführungen auf einem Theaterboot auf der Themse erklang und lange Zeit Henry Purcell unter dem Titel 'Trumpet Voluntary' zugeschrieben wurde.
Die Seniorenkantorei sang die 'Missa dominicalis' von Wolfram Menschick (DKM i.R. in Eichstätt), zum Credo erklang im Wechsel mit der Gemeinde das Glaubenslied in der Chorfassung von Christian Lahusen und die Kommunion begleitete die Vertonung des 150. Psalms von Arnold Mendelssohn (*1855-?1933 - entfernt verwandt mit Felix Mendelssohn Bartholdy) 'Lobet den Herrn in seinem Heiligtum'. Zum Ausgang spielte Domorganist Thomas Sauer die 'Dorische Toccata' von Johann Sebastian Bach.
Es war ein festlicher, frohsinniger Gottesdienst, der durch das Predigtthema von Dompropst Stefan Dybowski über das Zwillingspaar 'Macht und Liebe' - gezeugt von den Eltern 'Weisheit und Mut' - noch eine in die kommende Woche weiterreichende Intensivierung zeitigen wird.

1. Oktober 2006 in St. Ansgar

In der Kath. Kirche St. Ansgar im Hansaviertel wurde der Gottesdienst musikalisch mitgestaltet vom Bläserensemble der St. Hedwigs-Kathedrale unter der Leitung von Johann Plietzsch und der Ökumenischen Seniorenkantorei unter der Leitung von DKM i.R. Michael Witt, an der Orgel Martina Ludwig.
Zum Eingang spielte die Bläser ein tänzerisch anmutendes 'A Toye' (Spielzeug, Miniatur) benanntes Stück des englischen Komponisten Gilles Farnaby (*~1565 ? 1640). Farnaby war seit 1587 in London, wo er 1592 Bachelor of Music wurde. Er komponierte u.a. Kanzonetten, Psalmen und Motetten, die teilweise nur handschriftlich erhalten sind. Der Chor sang die 'Missa dominicalis' von Wolfram Menschick. Der Halleluja-Ruf nach der Lesung erklang in der Vertonung des 150. Psalms von Arnold Mendelssohn (1855-1933). Zum Credo intonierte Chor und Gemeinde im Wechsel das 'Glaubenslied' in der chorischen Bearbeitung von Christian Lahusen. Die Kommunion wurde von Edward Elgars (1857-1934) innigem 'Ave verum corpus' begleitet und 'O wunderbare Speise' im Satz von Heinrich Isaac (1450- 1517) war das mit der Gemeinde im Wechsel gesungene Danklied. Das Schlußlied 'Herr, gib uns die Einheit wieder!', dessen Text vom Bund der ev.-kath. Wiedervereinigung verfaßt wurde, ist leider relativ unbekannt. Für uns als 'Ökumenische Seniorenkantorei' ist es naheliegend, es bekannter zu machen.
Zum Auszug spielte das Bläserensemble zusammen mit der Orgel den festlichen 'The Prince of Denmark's March' von Jeremiah Clarke (1673-1707).
Dem Dank von Dr. Pulsfort schloß sich die Gemeinde mit Beifall und der Einladung zum anschließenden gemeinsamen Kaffee an.

Goldene Konfirmation am 22. Oktober in der Apostel-Paulus-Kirche

Goldene Konfirmation am 22. Oktober 2006 in der Apostel-Paulus-Kirche Die Goldene Konfirmation von etwa 40 anwesenden Jubilaren wurde musikalisch mitgestaltet von der Ökumenischen Seniorenkantorei Berlin unter der Leitung von DKM i.R. Michael Witt, an der Orgel Harald Berghausen.
Eingangs erklang Felix Mendelssohn-Bartholdys 2.Vertonung des 100. Psalms für achtstimmigen Chor a capella. von 1847. Es folgte als Eingangslied im Wechsel mit der Gemeinde 'Lobe den Herrn', der Chor sang den Satz von Johann Sebastian Bach. Das Kyrie und Gloria war der 'Missa tertia' von Lajos Bardos entnommen und das Wochenlied, wieder abwechselnd mit der Gemeinde war 'Sollt ich meinem Gott nicht singen', wiederum im Chorsatz von J.S. Bach. Johann Crügers Vertonung von 'Ich singe dir mit Herz und Mund' ließ die Gedanken der Predigt von Pfarrer Michael Daudert über die Falten und Runzeln, die von Klagen, aber auch von Lachen entstanden sind, über das Annehmen der Vergangenheit und die Freude, die weiter den Lebensweg begleiten soll nachhallen, wie es die beiden letzten Strophen so schön ausdrücken. 'Hat er dich nicht von Jugend auf versorget und ernährt? Wie manches schweren Unglücks Lauf hat er zurückgekehrt! Er hat noch niemals was versehn in seinem Regiment, nein, was er tut und läßt geschehn, das nimmt ein gutes End.' Die Motette von Max Reger 'Dein Wort, o Herr, wohnt weit und ewig im Himmel' drückte Dank und Lob Gottes und die Liebe zu seinem Haus musikalisch sehr innig aus. Und 'Wer nur den lieben Gott läßt walten' - der Chorsatz wieder von J.S. Bach - vereinte Zuversicht, Einsicht und Hoffnung für den weiteren Lebensweg für Jung und Alt.
Die Abendmahlsfeier wurde musikalisch vom Gemeindechor unter der Leitung von Herrn Rüger mit Schuberts 'Heilig, heilig, heilig', Regers 'Agnus Dei', Mozarts 'Ave verum corpus', Mendelssohn-Batholdys 'Denn er hat seinen Engeln befohlen' und seinem 'Hebe Deine Augen auf' umrahmt.
Es war eine festliche Jubiläumsfeier unter Beteiligung von vielen auch jugendlichen Gemeindemitgliedern, die mit einem anschließenden geselligen Beisammensein bei Kaffee, Sekt und einem schmackhaften Buffet ausklang.

Christkönigsfest, 26. November 2006, in der Herz-Jesu-Kirche, Berlin Charlottenburg

Das Lied 'Gelobt seist du, Herr Jesu Christ' eröffnete am Christkönigsfest die Meßfeier. Als Ordinarium sang die Ökumenische Seniorenkantorei die Missa Brevis in d (KV 65) von W.A. Mozart. Das 'Salzburger Kirchentrio' bildeten Ansgard Benecke und Anne Kaun, Violine, sowie Marlene Weickmann, Kontrabass, an der Orgel: Martin Ludwig. Die Leitung hatte Michael Witt. Als Solisten wirkten mit: Heike Peetz, Sopran, Judith Utke, Alt, Alexander Kohl, Tenor und Georg Witt, Bass. Der Zwischengesang war, dem Christkönigsfest angemessen, Max Regers a capalla-Komposition: 'Dein, o Herr, ist die Kraft und dein ist das Königreich'. Der Kommuniongang wurde begleitet von Mozarts 'Ave Verum' (KV 618) und einer Kirchensonate in D (KV 144).
Die Musik konnte sich volltönend entfalten und zu der liebevoll neu ausgemalten Kirchendecke emporsteigen.
Im Gottesdienst gab es in der Gemeinde vier neue Ministranten zu begrüßen, die im Predigtgespräch zu ihrem freiwilligen Dienst befragt und ermuntert und zusammen mit allen (insgesamt 14 männlichen und weiblichen) Ministranten gesegnet wurden.
Nach dem festlichen Orgelnachspiel mit Bachs Fuge in Es-Dur (BWV 552) bedankte sich die Gemeinde durch anhaltenden Beifall für die musikalisch so feierliche Gestaltung des Gottesdienstes, anschließende Gespräche mit Gemeindemitgliedern lassen vermuten, dass die Seniorenkantorei auf Zuwachs hoffen darf. Auf der Orgelempore erhielten die Ausführenden eine kleine 'Gage': Mozartkugeln.

Adventskonzert in St. Marien, Reinickendorf

Adventskonzert 2006 in der St. Marienkirche in Reinickendorf Am Vorabend zum 1. Adventssonntag sang die Ökumenische Seniorenkantorei Berlin unter der Leitung von Michael Witt in der St. Marienkirche in Reinickendorf Adventskantaten von Wolfgang Carl Briegel (1626-1712), Dietrich Buxtehude (1637-1707), Tommaso Albinoni (1671-1745) und die kleine Adventsmusik von Hugo Distler (1908-1942).
Als Solisten wirkten mit: Susanne Hammer (Sopran), Frederic Meylan (Altus), Christoph Burmester (Tenor) und Helge Rowold (Bass). Die Instrumentalisten waren Gudrun Benecke (Flöte), Sebastian Aehlig (Oboe), Ansgard Benecke und Yuki Melchert (Violine), Franziska Kraft (Violoncello) und David Freudenberger (Kontrabass); an der Orgel Dr. Wolfgang Flügel.
Inhaltlich war die Musik ganz ausgerichtet auf die Zeit der Vorbereitung für das weihnachtliche Geschehen, angefangen mit "Mache dich auf, werde Licht!" von Briegel, gefolgt von der dreistimmigen Solokantate "Wachet auf, ruft uns die Stimme" von Buxtehude. Distlers "Kleine Adventsmusik" erzählt, umrahmt von komplexer, raffiniert kühner Instrumentalmusik, die an die Ausführenden hohe Anforderungen stellt, die Geschichte der Verkündigung, beginnend bei der Sendung des Johannes als 'Stimme des Rufers in der Wüste' bis zur Erfüllung in Bethlehem. Der Sprecher, Herbert Klemt, brachte mit seiner eindringlichen, innigen Interpretation den die Musikstücke verbindenden Text ausdrucksvoll zur Geltung. Chorisch unterlegt ist die Komposition vom Choral "Nun komm, der Heiden Heiland", dessen Melodie in vielfältigen Variationen die Text- und Instrumentalstücke vereint - unterbrochen von zwei Soloarien. Abschließend erklang das "Magnificat" von Albinoni als Ausdruck der Hoffnung - der Vorfreude auf die Geburt des Erlösers.

25. Dezember 2006

Am 1. Weihnachtsfeiertag 2006 wurde der zweisprachige Gottesdienst an der Französischen Friedrichstadtkirche am Gendarmenmarkt durch die Ökumenische Seniorenkantorei, die Instrumentalisten Ansgar Benecke, Anne Kaun (Violine), Marlene Weickmann (Kontrabass) und Kantor Kilian Neuhaus (Orgel) musikalisch gestaltet; die Leitung hatte Michael Witt.
Zur Eröffnung erklang 'In dulci jubilo' von Dietrich Buxtehude, dessen 300. Todestag (und 370. Geburtstag) wir dieses Jahr begehen, gefolgt von 'Herbei, o ihr Gläubigen'. Die beiden Lesungen aus dem NT und dem AT wurden umrahmt von dem alten französische Weihnachtslied 'Hört der Engel helle Lieder' im Satz von Alex Strube und Michael Praetorius' Vertonung von 'Es ist ein Ros entsprungen'.
Das Predigtlied 'Hoch hebt den Herrn meine Seele' und das Schlusslied 'O du fröhliche' wurden im Satz von Michael Witt gesungen. Als instrumentaler Höhepunkt spielten die Streicher und Orgel gemeinsam eine Kirchensonate von W.A. Mozart in C. Den feierlichen Abschluss des Gottesdienstes bildete das 'Gloria in excelsis Deo' von J. S. Bach, eine Einlagekomposition zu dessen 'Magnificat'.
In diesem architektonisch so schönen, nicht schmucklosen, aber (ungewohnt für einen Katholiken) bild- und kreuzlosen sakralen Raum zu singen, das bedeutete Freude. Und die Reaktion vieler Gemeindemitglieder zeigte, dass auch sie es als Freude empfunden hatten. Die lobenden Worte von Kantor Kilian Neuhaus, der ja einer der Mitinitiatoren unserer Gründung als 'Ökumenische Seniorenkantorei' war - also als unser 'Pate' angesprochen werden kann - haben gutgetan. Wir freuen uns schon auf die gemeinsame Vesper im Sommer 2007 an gleicher Stelle.

GR/MW



zuletzt geändert: (c) il 18.02.2012