Ökumenische Seniorenkantorei Berlin



DKM Michael WittNachruf für DKM i. R. Michael Witt

Unser hoch verehrter Chorleiter Michael Witt ist am 21. März 2012 gestorben, seiner schweren Krankheit konnte kein Einhalt geboten werden. Es ist zutiefst schmerzlich, in erster Linie für seine Familie, deren Trauer wir teilen.
Wir, die Mitglieder der Ökumenischen Seniorenkantorei Berlin, die M. Witt 2006 nach seinem Dienst als Domkapellmeister an der St. Hedwigs-Kathedrale gegründet hat, haben in ihm unseren guten, kompetenten, stets um die Belange des Chores bemühten Lehrer verloren.
Er hat mit uns ein herausforderndes Repertoire erarbeitet und wusste dabei sehr gut, was er uns 'noch' zutrauen konnte. Selten erlaubte man sich, eine Probe zu verpassen, nicht nur, weil dadurch Unsicherheiten beim Singen die Folge gewesen wäre, sondern vor allem auch, weil er es so gut verstand, uns mit seinem reichen Wissen über Liturgie und Musikgeschichte das jeweilige Stück nahe zu bringen. Das wohl Wertvollste neben der gesanglichen Leistung, die Michael Witt aus uns herauslocken konnte, war, dass wir spürten, dass seine Art Musik zu machen immer Gebet war.

So war die Aufgabe des Chores von ihm ja auch konzipiert: Im Sinne der Ökumene in katholischen und evangelischen Gemeinden die Gottesdienste feierlich zu gestalten. Ökumene ganz nahe und konkret, spürbar und erlebbar. Er hat sich und auch uns nicht geschont, ob in sehr kalten Kirchen oder bei heißem Wetter an einem Wallfahrtsort, ob sehr früh am Morgen - wenn es z. B. um das Singen in Neuzelle ging - oder um Mitternacht, wie beim Papstbesuch und dem damit zusammenhängenden Musizieren in der St. Hedwigs-Kathedrale.
Seine ehrfürchtige Haltung, seine unnachgiebige Einsatzbereitschaft, sein Organisationstalent und sein Fleiß haben uns immer wieder begeistert und mit hineingenommen in das Lob Gottes durch das gesungene und von Instrumenten begleitete Wort. Wir sind ihm unendlich dankbar dafür.
Mit "Der Tod Jesu" von C. H. Graun, dem letzten Werk, das er mit uns für das Konzert am 25. März einstudierte, sind wir ihm über seinen Tod hinaus verbunden geblieben. "O Jesu, nimm es an, nimm unser Opfer an!" - so die Bitte im Chor Nr. 25 dieses Passionsoratoriums.
Michael Witt ist uns vorausgegangen und wir - das ist unsere Hoffnung - werden unseren Gesang irgendwann wieder mit dem seinen vereinen dürfen. Möge allen, die ihn kannten und schätzten, dieser Trost und diese Zuversicht geschenkt werden.

Berlin, den 22.03.2012
Ökumenische Seniorenkantorei Berlin
Maria Schwabe


Trauerfeier für DKM i. R. Michael Witt

Grab DKM Michael Witt

 

Am 4. April 2012 fand die Trauerfeier für Michael Witt statt.
Die Auferstehungskirche war überfüllt, so viele waren gekommen, um ihm die letzte Ehre zu erweisen.

Es musizierten Mitglieder des Ensembles für Alte Musik, die Ökumenische Seniorenkantorei Berlin, Mitglieder des Chores der St. Hedwigs-Kathedrale, die Dombläser von St. Hedwig, die Choralschola der St. Hedwigs-Kathedrale und Domorganist Thomas Sauer.
Hildegard Hoffnann als Liturgin und Stefan Dybowski vom Erzbistum Berlin entwarfen mit ihren Worten noch einmal das Leben von Michael Witt: ein Leben, gewidmet der Musik zum Lob Gottes.
Es war eine tief bewegende Zeremonie.

GR




Rückblicke auf die Jahre

2011 2010 2009 2008 2007 2006

Chor 1

Seit Januar 2006 ist die Berliner Chorlandschaft erweitert worden durch die Gründung der "Okumenischen Seniorenkantorei Berlin". Es ist eine Initiative von Kirchenmusikern in Berlin Stadtmitte. Die Trägerschaft hat der Kirchenkreis Berlin-Stadtmitte.

Erfahrene Chorsängerinnen und Chorsänger, die in ihrem angestammten Chor die Altersgrenze erreicht haben, sind zur Mitwirkung besonders eingeladen. Der übergemeindliche Chor soll in Gottesdiensten und Konzerten in evangelischen und katholischen Kirchen der Berliner Innenstadt mitwirken. Die Leitung hat der ehemalige Domkapellmeister an der St. Hedwigs-Kathedrale, Michael Witt, übernommen.

Die Proben finden jeweils am Donnerstag, 18-20 Uhr, statt.

Bei unseren Proben sind wir Gast der Ev. Gemeinde St. Petri-Luisenstadt in ihrem schönen Kirchsaal in Berlin-Mitte, Neue Grünstraße 19, über den Hof im 1. Stock. Man kann den Ort sehr bequem vom U-Bahnhof Spittelmarkt erreichen, auch ein Parkplatz ist zu den Probenzeiten zu erwischen.

Zur ersten Probe am Donnerstag, dem 12. Januar 2006 haben sich etwa 60 Sangeswillige versammelt: ehemalige Mitglieder aus der Marienkantorei, dem Chor der St. Hedwigs-Katherale, dem Bachchor, dem Philharmonischen Chor, der Berliner Singakademie und anderen Chören. Es war ein gelungener Auftakt.

In unserem Repertoire wollen wir der Tatsache Rechnung tragen, daß ab einem gewissen Alter die körperlichen Kräfte nachlassen. Wir werden also Werke meiden, die die Stimme extrem belasten, aber nicht ohne Anspruch an ein musikalisches Niveau musizieren.

Für die Arbeit des Chores haben wir erfreulicherweise bereits eine Anschubfinanzierung durch den Landeskirchenmusikdirektor und das Referat Kirchenmusik im Erzbistum Berlin bekommen. Zukünftig muss der Chor sich aber selbst finanzieren. Das soll über einen Chorbeitrag von monatlich 10 Euro und Spenden geschehen. Es ist zu hoffen, daß niemand aus finanziellen Gründen dem Chor fern bleibt (ein Gespräch mit dem Leiter des Chores wäre in solchen Fällen möglicherweise hilfreich).

Über Spenden würden wir uns freuen.

Bankverbindung: KVA Stadtmitte Kto: 63 606 bei der EDG BLZ: 100 602 37 Verwendungszweck: Seniorenkantorei Spendenbescheinigung: auf Anforderung bei Frau Riede (25 81 85 314)


Chorleitung

Chorleitung

MICHAEL WITT (geboren 1940 in Saloniki) leitete schon während des Studiums der Theologie an der Humboldt-Universität zu Berlin den Studentenchor der Evangelischen Studentengemeinde. Nach dem Staatsexamen begann er das Studium der Kirchenmusik in Halle. Nach dem A-Examen setzte er seine Ausbildung in den Fächern Chor- und Orchesterleitung an der Hochschule für Musik "Hanns Eisler" in Berlin bis zum Abschlussdiplom fort. Bereits als Kantor und Organist der Berliner Pfingstkirche (1965-1975) leistete er eine umfassende Chor- und Ensemblearbeit.
1975 wurde er als Domkantor an die St. Hedwigs-Kathedrale berufen, wo er neben dem Domchor von St. Hedwig mehrere weitere Ensembles ins Leben rief, um die kirchenmusikalische Arbeit an der Kathedrale vielfältig zu gestalten.
Die Pflege der Alten Musik und deren historischer Aufführungspraxis ist seit diesen Jahren ein besonderes Anliegen seiner Arbeit.
1983 wurde er zum Domkapellmeister ernannt, 1993 zum Leiter der Domsingschule von St. Hedwig. Seit September 1998 war er Leiter des Chores der St. Hedwigs-Kathedrale Berlin bis zu seinem Ausscheiden aus dem Dienst Juli 2005.
In Kloster Alexanderdorf, der Benediktinerinnen-Abtei südlich von Berlin, betreut er den Choralgesang der Schwestern und eine Konzertreihe mit 4 Terminen im Sommer.
Im Januar 2006 gründet er die Ökumenische Seniorenkantorei Berlin als eine Einrichtung des Kirchenkreises Berlin-Mitte.

Chor 2

 

Sommerfest 2006

Kaffeetafel

Herr Luschert

Gründungstag der Ökumenischen Seniorenkantorei: 12. Januar 2006.

Seit diesem Tag haben wir fleißig gearbeitet, 8 Gottesdienste musikalisch mitgestaltet, die Matthäus-Passion von Johann Valentin Meder erfolgreich gesungen - da ist es nur recht und billig, wenn man ein bißchen feiert. Sommerfest war angesagt in dem so schönen Kirchgarten der St. Michael-Kirche am Michaelkirchplatz - ein Geheimtip, was das Ambiente mitten in Berlin betrifft: die Ruine, die sich im abendlichen Licht mit dem großen Rund des einstigen Fensters wundervoll vom dahinterliegenden freien Himmel abhebt, die stehengebliebenen Gemäuer liebevoll von verdeckendem Grün berankt. Im rasenbewachsenen Raum stehen einladend Tische und Bänke, harmonisch angeordnet vor der kleinen Bühne vor der efeuberankten Mauer - der perfekte Raum für unser Sommerfest. Danke, daß wir ihn nutzen durften.

Wir wollten zusammen singen, feiern, grillen - unsere neue Gemeinschaft erproben, und es klappte alles perfekt. Es erwies sich sehr schnell, daß wir ein gemeinsames Gefüge gefunden haben. Die kulinarischen Köstlichkeiten, die da aufgetafelt wurden, sind gern gesehen und verschönern jedes Fest, Grillmeister sind immer gefragt (und auch damit konnten wir aufwarten), aber sie können nicht das, was an persönlichem Einsatz von so Vielen eingebracht wurde - sei es, was eigenständige Beiträge in Form von Musik, gemeinsamen Tanz und Deklamatorik anbetrifft, sei es durch selbstverständliche Umsichtigkeit, was Aufräumen und Abwaschen anbetrifft, ersetzen. Zwischendurch taten wir auch das, was uns zusammengeführt hat - Singen, nicht Kirchenmusik, sondern Kanones und Volkslieder in schönen Sätzen, die wir eben auch alle lieben. Ein gelungenes Halbjahresfazit einer (obwohl Senioren) jungen Chorgemeinschaft.

 

Rückblick auf 2006

Am 12. Januar 2007 feiert die 'Ökumenische Seniorenkantorei Berlin' ihr Einjähriges. Ein Unternehmen, von vielen (mich eingeschlossen) mit großer Skepsis betrachtet, hat sich etabliert. Der Chorklang erweist sich - so Rückmeldungen von vielen kompetenten chorerfahrenen Zuhörern - als gar nicht seniorenhaft. Das Repertoire (noch sind wir natürlich im Aufbau und beschränken uns wohlweislich auf Kompositionen, die unserem Stimmvermögen entgegenkommen) beinhaltet in immerhin nur 12 Monaten Werke von Albinoni, Bach, Bardos, Briegel, Buxtehude, Distler, Eben, Elgar, Lahusen, Meder, Felix Mendelssohn-Bartholdy, Arnold Mendelssohn, Menschik, Mozart, Praetorius und Schütz.

Sozusagen Glanzlichter waren im letzten Jahr die Aufführung von Meders 'Matthäus-Passion' in der Erlöser-Kirche, die Gottesdienstgestaltung zu Ostern in St. Marien und zum Dekanatstag in Lehnin mit Mozarts Messe in d-Moll sowie die Marienvesper von Petr Eben im Kloster Alexanderdorf und beim ökumenischen Stadtkirchenfest. Wir haben es uns zum Grundsatz gemacht, abwechselnd in evangelischen und katholischen Gemeinden zu singen und sind damit, nicht nur in der Chorbesetzung, sondern auch im Auftreten wirklich 'ökumenisch'. Blickt man auf die Homepage, so kann man wohl mit einigem Stolz auf immerhin 12 Gottesdienstgestaltungen und 4 Konzerte zurückblicken, die uns insgesamt positive Rückmeldungen bezüglich des Klanges, des Repertoires und der Interpretation einbrachten. Möglich ist das natürlich nur, weil unser Chorleiter, Michael Witt, das richtige Augenmaß und die nötige Konsequenz einbringt, nicht immer leicht für ihn (manchmal auch nicht für uns), denn sein Anspruch, gemessen am Chor der St. Hedwigs-Kathedrale, kann natürlich nicht der Maßstab sein. Wir profitieren insgesamt von seiner über 30jährigen Erfahrung auf dem Gebiet der Kirchenmusik, nicht nur im Hinblick auf chorische Arbeit, sondern auch ganz besonders durch die Solisten, die bereit sind, unter seiner Leitung mit uns zusammen zu musizieren, z.B. Katherina Müller, Susanne Hammer und Susanne Wilsdorf (Sopran), Gerda Weissenberg (Alt), Frederic Meylan (Altus), Matthias Bleidorn und Christoph Burmester (Tenor) sowie Jonathan de la Paz, Helge Rowold und Georg Witt (Bass). An Instrumentalisten seien besonders genannt Prof. Gernot Süßmuth (Violine) und der Bläserchor von St. Hedwig unter der Leitung von Johann Plietzsch.

Es ist schön, sagen zu können, daß die, die sich da zusammen gefunden haben, um gemeinsam 'Gottesdienst' zu singen, bereit sind, so manches kleine persönliche Opfer zu bringen, was Zeit- und Terminplanung betrifft. Denn - ohne Proben kein Singen, daß da mal ein innerlicher Fußtritt erforderlich ist, das ist klar. Natürlich gab es zwischenzeitlich Probleme, dem Einen war der Anspruch zu hoch, Anderen fehlte das sängerische Vermögen. Aber letztlich hat es funktioniert. Der Halbjahresplan für 2007 steht schon, dank Michael Witts persönlichem Einsatz und seinem organisatorischen Talent und beinhaltet so interessante Werke wie z.B. die Bachkantate BWV 92, 'Ich hab in Gottes Herz und Sinn' im Hinblick auf das Paul-Gerhardt-Jahr, die Markus-Passion von Eberhard Wenzel, Mozarts 'Spatzenmesse' und die Messe 'Confundantur superbi' von Orlando di Lasso.

Letztlich arbeiten wir aber nicht nur zusammen, wir feiern auch, so im Sommer im schönen Kirchgarten von St. Michael, beim adventlichen Beisammensein in der Neuen Grünstr. und die beiden Ausflüge nach Alexanderdorf und Kloster Lehnin gestalteten sich nach unserem Gesang zum fröhlichen Beisammensein. Es wäre schön, wenn sich jemand angesprochen fühlen würde; neue Mitglieder sind immer willkommen.

 

Rückblick auf 2007

Am 12. Januar 2008 begeht die "Ökumenische Seniorenkantorei Berlin" ihr zweijähriges Bestehen. Ein arbeitsreiches 2. Jahr liegt hinter uns: 16 Gottesdienstgestaltungen, 3 Konzerte und unsere erste Chorfahrt nach Bautzen, wo wir im Bautzener Simultandom sowohl einen katholischen Gottesdienst als auch eine protestantische Vesper musikalisch gestalteten.
Unser Repertoire hat sich dementsprechend vergrößert, aber - bei den vielen, oft spontan geäußerten Bitten um unser Mitwirken (was wir ja gerne erfüllen, aber wobei wir natürlich nicht immer mit neuen Werken aufwarten können) - sind Wiederholungen (dazu ist ja schließlich ein Repertoire auch da) nicht zu vermeiden. Werke von Albinoni, Bach, Bardos, Briegel, Buxtehude, Distler, Eben, Elgar, Lahusen, Meder, Felix Mendelssohn-Bartholdy, Arnold Mendelssohn, Menschik, Mozart, Praetorius und Schütz waren schon im ersten Jahr erarbeitet, neu hinzugekommen sind zusätzliche Werke von Mozart, Bach, Menschik und Buxtehude sowie Kompositionen von Lasso, Rheinberger, Tunder, Zelenka, Crüger, Ebeling und E. Wenzel. 4 CDs - Mitschnitte der Advents- und Passionskonzerte - liegen vor und können im Büro der " Ökumenischen Seniorenkantorei" bestellt werden.
Musikalische Höhepunkte im vergangenen Jahr waren die musikalische Gestaltung zum 400. Geburtstag von Paul Gerhardt in der Kirche am Prenzlauer Berg, die seinen Namen trägt, wo seine Texte in den Vertonungen von Crüger und Ebeling den Mittelpunkt bildeten; dann der Pfingstmontag in Kloster Neuzelle, wo Mozarts "Spatzenmesse" mit den Solisten Katherina Müller, Gerda Weissenberg, Matthias Bleidorn und Jonathan de la Paz erklang und schließlich der Gottesdienst zum Reformationsfest in der St. Thomas-Kirche am Mariannenplatz, der so ausgeprägt ökumenischen Charakter hatte.
Das Glanzlicht überhaupt im letzten Jahr war die 1. Chorfahrt der Kantorei nach Bautzen. Der Bautzener Dom - einer der ältesten Simultankirchen Deutschlands - ist sozusagen ein "Muß" für einen Chor, der in seinem Namen das Wort "Ökumene" großschreibt. Und als erste musikalische Wirkungsstätte unseres Chorleiters Michael Witt war es uns allen ein wahres Erlebnis, in diesem Dom mit seiner so wohltuenden Akustik - einmal im protestantischen Teil die Vesper, am nächsten Morgen im katholischen Teil die Messe - musikalisch gestalten zu dürfen.
Unser Grundsatz, abwechselnd in evangelischen und katholischen Gemeinden zu singen, wird uns (so hat es sich erwiesen) manchmal schwer gemacht. Zwar werden wir oft gefragt, ob wir nicht singen könnten (und wir tun es gerne, wenn eine sangbare Besetzung auch außerhalb unseres Jahresplanes möglich ist), aber alle - gleich welche Konfession - haben offensichtlich Schwierigkeiten, unseren Namen richtig wiederzugeben. Ganz offensichtlich sträubt sich so mancher, der eine, bei dem Wort "Ökumene", der andere bei dem Wort "Seniorenkantorei". Wenn es uns auch immer wieder - und wie schön ist das, es zu hören - bestätigt wird, daß wir nicht "seniorenhaft" klingen, so sind wir doch Senioren und der Begriff "ökumenisch" dürfte doch mittlerweile bei allen präsent und auch so gemeint sein.
Kurz vor unserem 2. Jahrestag hatten wir noch ein unerwartetes und sehr schönes musikalisches Erlebnis. Der neue DKM der St. Hedwigs-Kathedrale, Harald Schmitt, Familienvater mit drei Kindern, wollte nach der für ihn - wie für alle - stressigen Weihnachtszeit doch mal mit seiner Familie Urlaub machen, was die Ferienordnung für das Land Berlin ja auch anbot. Also bat er seinen Vorgänger, ob der nicht mit seiner Seniorenkantorei am Fest der Erscheinung des Herrn das Pontifikalamt musikalisch gestalten könne. Michael Witt - nach Rückfrage bei den Senioren - war auch bereit, meinte aber, es wäre doch schön, wenn Mitglieder des Chores der St. Hedwigs-Kathedrale willens wären, mit uns gemeinsam zu musizieren. Und das "joint-venture" gelang ausnehmend gut, musikalisch sowieso, viele Sängerinnen und Sänger genossen ganz offensichtlich das altvertraute Dirigat, und gesellschaftlich beim anschließenden gemeinsamen "Epiphanias-Umtrunk" im Bernhardt-Lichtenberg-Haus - eigentlich möchte ich sagen: da capo.
Nach zwei arbeitsreichen Jahren kann ich für mich (und da spreche ich nicht nur für mich) nur sagen: 'Gäbe es noch keine "Ökumenische Seniorenkantorei", man müßte sie erfinden.' Die vielfältigen sozialen Kontakte, die sich - außerhalb der Chorarbeit - zusammengefügt haben, das Miteinanderlachenkönnen, die Freude an der Musik und die gemeinsame Arbeit (denn Arbeit ist es, aber fruchtbringende und freudemachende) entschädigt für all die kleinen oder auch großen Opfer, die die einzelnen Chormitglieder schon manchmal aufbringen müssen, um gemeinsam zum Lobe Gottes zu musizieren und hinterher zur Entspannung miteinander zu feiern, so natürlich auf der Chorreise nach vollbrachter Tat, beim Sommerfest nach dem Gottesdienst in der St. Michaels-Kirche im schönen Ruinengarten der Kirche oder beim adventlichen Beisammensein im gastlichen Gemeindesaal der St. Petri-Kirche in der Neuen-Grün-Str., unserem Probenort, immer donnerstags, von 18.-20.00 Uhr. Neue Mitglieder sind herzlich willkommen.

 

Rückblick auf 2008

Das Jahr 2008 begann für uns abenteuerlich. Angesagt war das Pontifikalamt in der St. Hedwigs-Kathedrale zum Fest "Epiphanias", wo wir gemeinsam mit Mitgliedern des Chores der St. Hedwigs-Kathedrale Rheinbergers f-moll-Messe singen wollten. Blitzeis hatte Berlin überfallen - der Weg zur Kathedrale gestaltete sich für alle als Extremfall. Dass alle Sänger pünktlich zum Einsingen erschienen (bei den meisten im Hinterkopf der Gedanke: wer weiß, wer das schafft, dann steht der Chorleiter allein da, unausdenkbar!) dass sagt viel aus über die Einsatzfreudigkeit unserer Gemeinschaft.
Nach getaner Arbeit wurde dann bei einem kleinen Umtrunk im Bernhardt-Lichtenberg-Haus ein wenig gefeiert und beschlossen, dass dieses gemeinsame Singen durchaus eine Wiederholung verdient. Das wurde auch schon im Februar beim Gottesdienst in der St. Matthäus-Kirche in die Tat umgesetzt.
Der nächste Höhepunkt war dann die "Lukas-Passion" von Heinrich Schütz in Hohenschönhausen, die das Publikum mit viel Dankesworten und -taten bedachte.
Am Ostermontag wird im Gottesdienst um 11 Uhr ein wohl bisher erstmaliges und hoffentlich nicht einmaliges musikalisches Ereignis zu erleben sein. ... Der ehemalige Domkapellmeister Michael Witt wird mit der ökumenischen Seniorenkantorei, renommierten Solisten und einem professionellen Orchester Kirchenmusik auf höchstem Niveau erklingen lassen. Solche Ankündigung spornt natürlich alle Sänger zu Höchstleistungen an, um die ausgesprochenen Erwartungen nicht zu enttäuschen. Die "Spaur-Messe" von Mozart erklang dann auch sehr schön. Und dass wir nicht enttäuschten, das beweist die Einladung für Ostern 2009, in der Gemeinde zu singen.
Das Programm des Jahres 2008 war so voll von musikalisch-festlichen Ereignissen, dass es schwer fällt, die einen oder anderen als Höhepunkte zu bezeichnen. Da war die "Spatzenmesse" von Mozart zur Kirchweih in Lichtenberg, der Rundfunkgottesdienst in Regina Martyrum mit Menschicks "Missa dominicalis", der Reformationsgottesdienst in St. Thomas mit Josef Ahrens "Missa pro unitate fidei". Besonders herausragend die "Spatzenmesse" in Lehnin zum Dekanatstag, wo wir wieder so besonders herzlich begrüßt wurden, dann die Mozartvesper in Neuzelle, tief bewegend der Gottesdienst zum Weltalzheimertag in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche und strahlend schön mit den so exzellenten Instrumentalisten und Solisten die "Missa Salvatoris" von Pavel Veyvanowsky zu Weihnachten in der St. Hedwigs-Kathedrale.
Davor aber gab es noch das "Adventslieder-Singen" zum Mitmachen in unserer "Heimat", im Pfarrsaal der St. Petri-Gemeinde. Ein gelungenes gemeinsames Musizieren, gefolgt von einem adventlichen Beisammensein bei Stollen, Keksen etc. mit Gästen und Mitsängern, das den Interessierten und Aufmerksamen viel über unsere kleine Gemeinschaft verraten konnte.
Soviel zur Arbeit.
2008 war ein Jahr voller Schatten und (zum Glück) auch voller Freude. Unser Chorleiter erkrankte (ein Schreck, das hatten wir noch nie erlebt), sein Sohn Georg vertrat ihn gekonnt. Zu unser aller Freude überraschte uns dann Michael Witt beim 70. Geburtstag von Reinhard Luschert damit, dass er, direkt aus dem Krankenhaus kommend, es sich nicht nehmen ließ, mit uns gemeinsam zu feiern. Die Buxtehude-Kantaten in St. Michael dirigierte er wieder und genoss - offensichtlich auf dem Wege der Genesung - unser Sommerfest.
Und wir konnten erleichtert feststellen, dass unsere 2. Chorreise mit ihm nach Ostritz und Görlitz stattfinden konnte. Ein wunderschönes Erlebnis, diese Reise in die Lausitz, der Empfang mit einem "Willkommen" einladend, gastfreundlich, entgegenkommend und nach unserem Singen in Ostritz die Worte der Zuhörer: "Wunderschön. Kommen Sie doch nächstes Jahr wieder", das freut.
Die Görlitzer Pfarrkirche "St. Peter und Paul", haarscharf an der Grenze zwischen Polen und Deutschland, mit ihrer herrlichen "Sonnenorgel" war ein Erlebnis, ein Geschenk, dort singen zu dürfen.
Planung für 2009: Chorreise nach Stralsund, darauf kann man sich freuen. Im Oktober gab es dann eine kurze Probenpause, aber zum Glück nicht krankheitsbedingt, im Gegenteil. Die neue Woche der Werkgemeinschaft für Musik, "Alte Musik für alte Hasen auf alten Instrumenten" am Seddiner See direkt bei Potsdam unter der Leitung von Michael Witt startete, und einige Sänger der Seniorenkantorei brachten sich mit ein. Es war ein schöner Start, eine Teilnahme im nächsten Jahr ist empfehlenswert.

 

Rückblick auf 2009

Am 12. Januar können wir unseren 4jährigen Geburtstag feiern und wirklich mit Stolz auf unser musikalisches Engagement zurückblicken.
12 Beiträge sind für jedes Jahr geplant, die Anzahl haben wir in jedem Jahr überschritten. Im vergangenen Jahr verdoppelte sich die Anzahl auf stattliche 24 Einsätze, nicht unbedingt gefordert, aber die Nachfrage war groß und die Einsatzbereitschaft genauso. Da kann man wirklich nur 'Danke' sagen, Dank unserem Chorleiter und Dank für die Bereitschaft der Sänger (immerhin sind wir Senioren), sich dem auszusetzen, was manchmal dann 'Stress' wird.
Glanzpunkte waren wieder das Passionskonzert, Händels erstes Oratorium, die selten aufgeführte "Johannes-Passion" erklang in "Corpus Christi", die "Dominicus-Messe" von W.A. Mozart in der Dominikuskirche Ostermontag, Pfingstmontag - schon fast eine Tradition - in Neuzelle die "Missa brevis in F", die Jugendmesse von Joseph Haydn,, die wir dann zum Saisonausklang noch einmal in St. Michael sangen.
Ein musikalischer Einsatz ganz besonderer Art war die Feier der 50jährigen Chorleitertätigkeit unseres Chefs in St. Marien, wo wir gemeinsam mit Sängern musizierten, die Herr Witt als Student dirigierte - erstaunlich, wie sich da zeigte, dass das Dirigat (nicht immer ganz einfach zu verstehen) sich sofort umsetzen ließ, sich die Stimmen als stabil erwiesen. Es entwickelte sich ein voller schöner Wohlklang.
Die Chorreise nach Stralsund gestaltete sich bei herrlichem Herbstwetter als voller Erfolg, wenn auch die Zahl der Zuhörer in der Marienkirche zu wünschen übrig ließ (Stralsund bietet viel Musik und um diese Zeit sind nicht mehr so viele Touristen unterwegs), so entschädigte uns der Sonntagsgottesdienst in "Heilige Dreifaltigkeit" durch eine volle Kirche, herzliche Aufnahme und ganz besonderen Dank der Gemeinde voll. Die Feier des Reformationsfestes in St. Thomas (schon traditionell) gestaltete sich als 'Staatsakt', Bischof Huber feierte zum letzten Mal in seiner Funktion als Bischof den Reformationsgottesdienst mit viel politischer Prominenz, am 1. November wieder ein 'Staatsakt'. Die Einführung des neuen Superintendenten in St. Marien und dann noch - anlässlich des 20jährigen Mauerfalls der Abendgottesdienst in St. Hedwig - alles Termine, die nicht vorhersehbar waren.
Als wir uns am 1. Weihnachtsfeiertag in St. Marien zum Abendmahlsgottes-dienst einsangen, begrüßte uns Pfarrer Krug herzlich (wir hatten gerade einen ordentlichen Anpfiff unseres Chorleiters bekommen hinsichtlich Intonation und Aussprache): Herr Witt hat Sie ja richtig im Griff. Aber es ist ja auch zum Lobe Gottes.? ? nun, das ist sowieso unser Motto.
Als Highlight des Jahres gab es dann am 27. Dezember ein Konzert "Weihnachtsliedersingen zum Mitmachen". Das war rundum ein voller Erfolg, Kinder und Enkelkinder, Freunde und Interessierte brachten sich durch das schöne Mitsingen ein. Mit den Sängern die sich die Zeit für Organisation, Aufbau, Abbau usw. genommen hatten, und den geladenen Gästen, saßen wir dann noch in gemütlicher Runde bis ca. 21.00 Uhr zusammen, ein wunderschöner chorischer Jahresausklang, der durch die dankbare Teilnahme der Anwesenden nur Mut machen kann, weiterzumachen.

 

Rückblick auf 2010

Das Jahr 2010 war - wie alle Jahre davor - angefüllt mir monatlichen musikalischen Gottesdienstgestaltungen
Zum ersten Mal besuchten wir die Luisengemeinde in Charlottenburg mit einer Bachkantate BWV 144, die Kirche St. Augustinus mit unserem Passionskonzert.
Am Himmelfahrtstag fand der Gottesdienst nicht in der Sophienkirche statt, sondern im Freien vor der Elisabethkirche. Neu waren für uns auch die St. Bartholomäuskirche und St. Mauritius.
Das Echo der mitfeiernden und zuhörenden Gemeinden kann uns insgesamt nur erfreuen, ganz besonders beim Adventskonzert in St. Ansgar.
Bei dem Konzertangebot am 12. Dezember in Berlin ist es mehr als erfreulich, dass sich so viele Zuhörer einfanden, um das adventliche Konzert mit Werken von Johann Ludwig, Johann Sebastian Bach und Johann Christoph Pepusch zu hören - es war eines der Highlights des Jahres.

Pfingstmontag in Neuzelle - nun auch schon Tradition - erklang Ernst Ebrlins "Messe in C" mit dem sich anschließenden schönen gemeinsamen Beisammensein, ebenso beim Saisonausklang in St. Michael mit der "Deutschen Messe" von Franz Schubert.
Die Chorreise nach Halberstadt und zum Benediktinerkloster Huysburg war wieder ein kulturelles, musikalisches und gemeinschaftliches Ereignis, schön, dass man das so miteinander noch erleben kann.
Nicht eingeplant (aber zum Glück sind wir noch alle flexibel und 'rüstig') war unser Einsatz am 3. Oktober in der St. Hedwigs-Kathedrale - Hedwigsfest und Tag der deutschen Einheit. Wir sangen die "Missa Simplex" für vierstimmigen Chor und Orgel von Hans Haselböck (*1928) aus dem Jahre 2010 und feierten anschließend mit der Hedwigsgemeinde den Festtag.

Ein ganz besonderes Ereignis hat uns alle mit großer Anteilnahme und innerlicher Freude erfüllt. Am 31. Oktober, dem Reformationsfest, singen wir seit unserem Bestehen in St. Thomas. Dieses Jahr war Pater Klaus Mertes, SJ, der Prediger. Das schon allein ist eine kleine Sensation. Aber seine Worte übertrafen noch die Erwartungen. "Herr, gib uns die Einheit wieder" - das Schlusslied am 31. Oktober- sei für uns, die "Ökumenische Seniorenkantorei Berlin" weiterhin das gemeinsame Motto.
Am 12. Januar 2011 feiern wir unser 5-jähriges Bestehen, Grund genug, um sich am 13. - dem nächsten Probentreffpunkt - anschließend zum gemeinsamen Umtrunk zu treffen.

 

Rückblick auf 2011

Am 12. Januar 2012 können wir unseren 6. Geburtstag feiern, wir haben allen Grund, uns selbst zu gratulieren.
Wenn ich das letzte Jahr Revue passieren lasse, so staune ich allein über die Zahl unserer Einsätze - 18 an der Zahl - und nicht nur darüber, sondern auch über die Qualität, die viele Auftritte hatten.
Es würde den Rahmen sprengen, alle Glanzlichter aufzuführen, das kann jeder Interessierte unter unseren Beiträgen nachlesen. Erinnern möchte ich aber doch an ganz besondere musikalische Ereignisse.
Ostern 2011: Ostersonntag der festliche Gottesdienst in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche und dann Ostermontag das Osterliedersingen, beide Veranstaltungen unter Mitwirkung von Wolfgang Seiffen an der Orgel. Pfingsten 2011: Rundfunkgottesdienst aus der Klosterkirche Neuzelle. Ein Werk, das unser Chorleiter bei der Sichtung des in der Neuzeller Musikkammer befindlichen Notenschrankes entdeckte, eine Messe von Josephus Leiffer, erklang nach ca. 250 Jahren wieder an seinem Entstehungsort, dazu kam der Fund einer Pfingstsequenz von Amorelli. Das sind Erlebnisse, die bei jedem Teilnehmer unvergesslich bleiben.
Für die Chorgemeinschaft wichtig und prägend war - wie immer - die Chorreise nach Schwerin und Ludwigslust.
Der Papstbesuch in Berlin hat auch bei uns seine Spuren hinterlassen. Gemeinsam mit Wolfgang Seiffen an der Orgel gestalteten wir eine mitternächtliche Vesper in der St. Hedwigskathedrale unter dem Motto: Ave Maria, sanft berührende, nachdenkliche musikalische Ausklänge nach dem Gottesdienst im Olympiastadion.
Dietrich Buxtehudes 'Das Jüngste Gericht' erklang am Ende des Kirchenjahres - sehr selten aufgeführt - bewegte es die Zuhörer (und auch uns Chorsänger) zutiefst.
Soviel zu den musikalischen Höhepunkten. Es gab auch Tiefpunkte, gesundheitlich bedrohliche, die, was unseren Chorleiter betrifft, zum Glück erstaunlich schnell zur Besserung führten, für andere Chormitglieder können wir nur auf ähnliche Wirkung hoffen.
Was mich betrifft, so möchte ich mich an dieser Stelle ganz besonders bei Ilse Lindemann bedanken. Ihr ist es zu verdanken, dass die Homepage weiter aktuell bestehen kann, denn meine Augenerkrankung macht es mir immer schwieriger, teilweise sogar unmöglich, die Beiträge richtig einzustellen. Sie hat mir ihre Hilfe angeboten, die ich von Herzen dankbar angenommen habe.
Zum Abschluss möchte ich den Beitrag von Herbert Klemt verweisen, der uns zur Adventsfeier einen köstlichen, sehr zutreffenden Spiegel vorgehalten hat.
Allen wünsche ich ein gesegnetes, hoffentlich gesundes Neues Jahr und hoffe auf weitere Höhepunkte im Jahr unserer Einschulung.
-- Gerlinde --

 


zuletzt geändert: (c) il 11.04.2012